Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Attacken gegen Grüne im Bund und Kieler SPD auf CDU-Parteitag
Lokales Lauenburg Attacken gegen Grüne im Bund und Kieler SPD auf CDU-Parteitag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:19 09.09.2013
Der Landesvorsitzende der CDU, Reimer Böge, sprach etwa 15 Minuten zu den Delegierten des Parteitages und nahm dabei unter anderem die Grünen ins Visier. Quelle: Fotos: jeb

Die heiße Phase des Bundestagswahlkampfs hat begonnen. Entsprechend kämpferisch zeigten sich daher beim Kreisparteitag der CDU am Wochenende im Möllner Quellenhof neben dem alten und neuen Kreisvorsitzenden Klaus Schlie auch der Landesvorsitzende Reimer Böge und Norbert Brackmann, der erneut für den Bundestag kandidiert.

Neben der SPD hatten die Redner aber hauptsächlich die Grünen ins Visier genommen. „Grünen-Chef Özdemir hat überhaupt gar keine Ahnung. Das hat er wie auch andere Politiker seiner Partei durch seine jüngsten Äußerungen erst deutlich bewiesen“, wetterte der gut aufgelegte Landesparteichef Reimer Böge. In einem ZDF-Interview hatte Özdemir kürzlich in Bezug auf intensive Tierhaltung deutlich gemacht, dass man kein Fleisch von Schweinen essen könne, denen man wegen der Enge in den Ställen den Rüssel abschneiden müsse. Und dass Katrin Göring-Eckardt für artgerechte Tierhaltung warb und dabei argumentierte, sie wolle kein Schnitzel von einem Schwein essen, das dermaßen gedopt ist, dass es bei der Tour De France mitfahren könnte. Dies seien Entgleisungen, die davon zeugten, wie wenig Fachkenntnisse die Grünen-Politiker hätten.

Kreischef Klaus Schlie betonte, dass es derzeit im Kreistag leider keine klaren politischen Verhältnisse gebe. Immerhin sei die CDU bei der Kommunalwahl die stärkste Kraft geworden. „Wir stellen mit Meinhard Füllner den Kreispräsidenten und mit Norbert Brackmann den 1. Kreisrat“, so Schlie. Er versprach, die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre fortzusetzen. Scharf griff Schlie die Landesregierung an. Die Haushaltskonsolidierung sei richtig und notwendig. Aber Jugend, Sport, Kultur, Wirtschaft, Tourismus und Bildung müssten weiterhin gefördert werden. Schlie sprach auch die maroden Landesstraßen an. „Hier besteht dringender Handlungsbedarf und dabei wissen wir sehr wohl, dass bereits seit 30 Jahren, also bei allen Landesregierungen, nichts für die Instandhaltung der Straßen getan wurde.“ Es sei ein Kraftakt nötig, aber es sei auf Dauer auch nicht hinnehmbar, dass auf vielen Landesstraßen ein Tempolimit von 30 km/h bestünde. Die Landesregierung sei gefordert, denn der ländliche Raum dürfe nicht ausbluten.

Die CDU gibt sich als Heimatpartei. „Ich sage, Finger weg von unserem Wappen in Schleswig-Holstein. Wer wie unser Ministerpräsident keine Ahnung hat, warum das Wappen so ist, wie es ist, sollte die die Finger davon lassen.“

Norbert Brackmanns gut 20 Minuten dauernde und mit viel Beifall bedachte Rede stand unter dem Titel „Deutschlands Wohlstand sichern“. Und Brackmann präsentierte seinen Parteifreunden zunächst positive Zahlen aus Berlin. So sei die Arbeitslosenquote bundesweit seit 2005 von 11,5 Prozent auf 6,6 Prozent Mitte 2013 gesunken. „Ohne Beschäftigung keine Konsolidierung. Auch ältere Menschen haben mehr Beschäftigung. Damit konsolidieren wir doppelt. Durch steigende Steuereinnahmen und durch sinkende Sozialleistungen“, so Brackmann. Und auch der Bundestagsabgeordnete nahm die Grünen unter Beschuss: „Klein, grün und unheimlich gefräßig. Das ist nicht die Raupe Nimmersatt, das sind die Grünen beim Schrei nach Steuererhöhungen: Die Steuerpläne der Grünen bringen Mehrbelastungen von 35 Milliarden Euro.

Die Grünen kümmerten sich um Ställe und Knicks, wollten Haschisch legalisieren, gleichzeitig den Bürgern aber einen Gemüsetag pro Woche vorschreiben. Das sei die falsche Politik, nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern in ganz Deutschland. Dann kam noch die Rader Hochbrücke. Brackmann sei es völlig schleierhaft, wie die Schäden jetzt so heftig sein können. Bei der letzten Überprüfung vor einem Jahr seien die noch gar nicht bemerkt worden. Schlusswort: „Die CDU hat gute Arbeit geleistet. Wer den Wohlstand sichern will, gibt uns seine Stimmen.“

1450 Mitglieder im Lauenburgischen
Mitgliederentwicklung: In den vergangenen Jahren verbuchte der CDU-Kreisverband 117 neue Mitglieder. Damit wurde der Abwärtstrend gestoppt und die Mitgliederzahl stabilisiert.

Aktuell sind 1450 Mitglieder registriert. Das Durchschnittsalter ist auf 58,9 Jahre gesunken. Die meisten Zuwächse gab es in den Dörfern.


Teilnehmer: So wenig Teilnehmer wie nie zuvor waren am Sonnabend zum Kreisparteitag in den Quellenhof nach Mölln gekommen. Gerade einmal 79 Mitglieder verloren sich im großen Saal.

Die Masse der etwa 200 eingedeckten Plätze blieb leer. Normalerweise kommen zwischen 120 und 180 CDU-Mitglieder zum Kreisparteitag.


Bei den Vorstandswahlen gab es bei diesem Parteitag keine Überraschungen. Norbert Brackmann erreichte auch in diesem Jahr mit 74 von 79 abgegebenen Stimmen das beste Ergebnis und bleibt als Stellvertreter von Klaus Schlie im Amt. Zu weiteren Stellvertretern wurden Andrea Tschacher (64 Stimmen), Michael Sauerland (46 Stimmen) und Michael Struve (48 Stimmen) gewählt. Struve rückte für Markus Matthiesen nach, der Geschäftsführer im Kreisverband Stormarn ist.


Änderungen gab es auch bei den Beisitzern im Kreisvorstand. Neu gewählt wurden Anja Reimann, Christina Minge, Henning Lüneburg, Dr. Christoph Mager und Prof. Dr. Ralf Röger. Nicht gewählt wurden Christine Taucher und Andreas Henschel. Peter Beckmann, Martin Bommert sowie Günter Stapelfeld und Kai-Fabian Steffens traten nicht wieder an.

Jens Burmester

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Startschuss der Veranstaltungen ist am kommenden Sonnabend in Ratzeburg, wenn auf dem Marktplatz ein Soccerturnier ausgetragen wird. Pröpstin Eiben eröffnet die Reihe.

09.09.2013

Die Lützower Jäger aus Mölln versammelten sich am Sonntag am Lütauer See und erinnerten an ein historisches Gefecht. Am Denkmal von Friedrich Ludwig Jahn kämpfte vor 200 Jahren, am 4.

09.09.2013

Die kritischen Reaktionen auf die Kieler Pläne, dem Kreis künftig 3,5 Millionen Euro jährlich zu kappen — die LN berichteten — stelle nicht die ganze Wahrheit dar.

09.09.2013
Anzeige