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Lauenburg Auch Lauenburgs Ruderer hoffen auf besseren Flutschutz
Lokales Lauenburg Auch Lauenburgs Ruderer hoffen auf besseren Flutschutz
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22:21 02.07.2013
Von Silke Geercken
Wirtschaftsminister Reinhard Meyer. Quelle: Foto: Pilick/dpa

Die Ruder-Gesellschaft Lauenburg (RGL) hat mit den Aufräumarbeiten auf dem Vereinsgelände nach der großen Elbflut begonnen und sieht noch viel Arbeit auf die Mitglieder des Vereins zukommen. „An das große Renovieren kann man erst denken, wenn die Feuchtigkeit aus den Wänden ist“, berichtet RGL-Pressesprecher Peter Perthun mit Blick auf das vom Hochwasser in Mitleidenschaft gezogene Bootshaus. Die Ruderer bitten alle Verantwortlichen in Stadt und Land, bei den laufenden Überlegungen zum Flutschutz die RGL mit ihrem Bootshaus nicht zu vergessen.

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Wirtschaftsminister Reinhard Meyer.

„Wir beobachten selbstverständlich die Pegel an der Elbe von Schöna bis Hohnstorf, um auf steigende Wasserstände reagieren zu können“, heißt es in der Mitteilung des RGL-Sprechers. Das sei auch Ende Mai der Fall gewesen. Weil die steigende Elbe die Lauenburger Uferpromenade zu überspülen drohte, sei ein Kran geordert worden, um den Steg aus dem Wasser zu nehmen. Einige Vereinsmitglieder hätten die Aktion als übereilt angesehen. Im Nachhinein sei klar, dass rechtzeitig gehandelt worden sei. Denn schon ein paar Tage später habe das Wasser nicht nur den Fußweg überspült, sondern sei auch in die Hallen gelaufen. Die Ruderer hatten die Boote bereits in einer Gemeinschaftsaktion auf sichere Grundstücke transportiert.

„Aber nicht nur die Boote mussten das Quartier verlassen, sondern auch die Skulls, Riemen, Paddel, Computer, die Gesamte Werkstatteinrichtung. Alles, was nicht niet- und nagelfest war, wurde in unsere Clubräume nach oben gebracht. Dort lagert es noch bis heute“, berichtet Perthun. Als richtig habe sich auch die Verlagerung der elektrischen Sicherungseinrichtungen nach dem Hochwasser 2002 in die oberen Räume erwiesen, obwohl der Verein dafür viel Geld habe aufwenden müssen.

Der RGL-Sprecher: „Dann kam das Wasser immer höher und höher. Wir konnten nur tatenlos zusehen und hoffen, dass es nicht noch höher stieg. Zur Erinnerung: 2002 hatten wir einen Pegelstand in Hohnstorf von 8,70 m, 2006 von 9,12 m, 2011 von 9,23 m und jetzt einen Höchststand von 9,59 Meter.“ Jetzt soll der Ruder- und Paddelbetrieb wieder langsam aufgenommen und die Werkstatt eingeräumt werden. Dazu müssen die Wände einigermaßen trocken sein. Wann dann das „große Renovieren“ beginnen kann, ist noch unklar.

Bedankt hat sich die RGL bei allen Helfern, die tatkräftig anpackten und den Verein „vor dem Schlimmsten bewahrt“ haben. Einen besonderen Dank sprach Perthun dem Berliner Ruderclub Phönix aus, der den Lauenburger Sportsfreunden tatkräftig helfen wolle. Bei der Berichterstattung über die Elbeflut fühlte sich die RGL etwas vernachlässigt. „Vielleicht lag es daran, dass das Bootshaus etwas außerhalb liegt, und man dort schlecht hinkommt“, vermutet Perthun.

Flutschäden: Lauenburg erhält zwei Millionen Euro
Knapp drei Wochen nach den Flutschäden in Lauenburg an der Elbe gehen nicht nur die Aufräumarbeiten mit Hochdruck voran, auch die Abwicklung der finanziellen Schäden hat begonnen. Landeswirtschaftsminister Reinhard Meyer hat Lauenburg zwei Millionen Euro Soforthilfe aus dem Bundestopf zugesagt.

„Bei meinem Besuch am 14. Juni habe ich versprochen, schnell wieder zu kommen“, sagte Meyer am Montagabend in Lauenburg. Er hat mit Experten der schleswig-holsteinischen Investitionsbank Unternehmer aus der Region und Bürgermeister Andreas Thiede getroffen, um über die Abwicklung der Hilfsprogramme zu informieren.

„Uns ist vor allem wichtig, unbürokratische Soforthilfe zu leisten, mit der wir im ersten Zuge bis zu 50 Prozent der Hochwasserschäden beheben können“, sagte Ressortchef Meyer. Darüber hinaus werde geprüft, ob auch noch mit weiteren Förderprogrammen des Landes beim Aufbau Unterstützung gewährt werden könne. Das Gewerbegebiet habe Glück gehabt, aber es gebe viele Einzelfälle mit individuellen finanziellen Bedürfnissen. „Wir werden genau prüfen, wie wir Hilfestellung leisten können“, so der Minister. Wie Meyer weiter sagte, seien die gewerblichen Betriebe in der Region mit einem blauen Auge davon gekommen. So habe es im Lauenburger Gewerbegebiet keine unmittelbaren Hochwasser-Schäden gegeben, wohl aber zahlreiche Firmen in der Altstadt getroffen — von Kneipen über eine Tischlerei bis zum Hotel oder eine Versicherungsagentur. Für die vom Bund gewährte Soforthilfe in Lauenburg habe das Land zunächst rund zwei Millionen Euro reserviert.

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