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Auch nach 50 Jahren: Möllns Stadtbücherei gut frequentiert

Mölln Auch nach 50 Jahren: Möllns Stadtbücherei gut frequentiert

Die Stadtbücherei in Mölln hat auch 50 Jahre nach der Eröffnung im Gudower Weg guten Zulauf. 113 000 Ausleihen waren es 2016. Gestern bei der Jubiläumsfeier wurde deutlich: Das Buch steht trotz moderner Medien noch immer im Mittelpunkt – auch in Geesthacht oder Schwarzenbek.

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50 Jahre Stadtbücherei Mölln: Bürgermeister Jan Wiegels (v. l.), Petra Busse (stellvertretende Leiterin der Stadtbücherei), Dorothee Malkus (Leiterin der Stadtbücherei) sowie die Krimi-Autoren Jobst Schlennstedt und Eva Almstädt kamen zur Feierstunde. Bereits 1919 gab es in Mölln eine Gemeindebürcherei. Vor 50 Jahren zog sie in das Gebäuder der landwirtschaftlichen Winterschule im Gudower Weg.

Quelle: Foto: Grombein

Mölln. „Die Gestaltung der Bücher, die Haptik und der Geruch sind einmalig. Das Buch steht bei uns auch heute noch im Mittelpunkt“, erklärt Dorothee Malkus, Leiterin der Stadtbücherei Mölln. Die Lübeckerin studierte in Hamburg Bibliotheks- und Informationsmanagement und trat danach ihre erste Stelle in Mölln an. Zwar sei die Bibliothek heute mit DVDs und CDs ausgestattet, und es sei möglich über die „Onleihe zwischen den Meeren“ digitale Bücher zu lesen. Doch der Hauptanteil sei die Ausleihe eines der 33 000 Bücher im Möllner Bestand.

LN-Bild

Die Stadtbücherei in Mölln hat auch 50 Jahre nach der Eröffnung im Gudower Weg guten Zulauf. 113 000 Ausleihen waren es 2016. Gestern bei der Jubiläumsfeier wurde deutlich: Das Buch steht trotz moderner Medien noch immer im Mittelpunkt – auch in Geesthacht oder Schwarzenbek.

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„Das Buch steht bei uns auch heute im Mittelpunkt.Dorothee Malkus, Büchereileiterin Mölln

Bei der Feier mit Gästen aus Verwaltung, Kulturszene und Gesellschaft wurde auch den Besuchern, die sonst nicht in der Bücherei verkehren, deutlich, dass die Räumlichkeiten einen antiken aber zugleich modernen Charme versprühen. Hellgestrichene Räume treffen auf knarzenden Parkettboden. „Die Menschen halten sich bei uns gern auf. Die Bücherei ist ein Ort der Kommunikation“, erklärt Malkus voller Enthusiasmus.

Gemessen an der Zahl der Bände kann die Stadtbücherei zufrieden sein. Ein guter Schnitt sei es, wenn jeder Band dreimal im Jahr ausgeliehen werde. Mölln liegt über diesem Schnitt. „Die Bibliothek ist ein unverzichtbarer Teil unserer Kultur, auch wenn Menschen zunehmend auf modernere Medien zugreifen“, lobte Bürgemeister Jan Wiegels. Er sei einigermaßen irritiert darüber, dass sich in den USA 67 Prozent aller Menschen nur über Facebook und Co informierten. Doch die Anzahl der Bücher und Ausleihen hätten sich in Mölln in fünf Jahrzehnten stets gesteigert.

„Die Aufgabe von Bibliotheken ist es auch, das gesamte Medienangebot von heute wiederzuspiegeln. Die Medien ergänzen sich“, erklärt Susanne Schmidt, Leiterin der Stadtbücherei Geesthacht. 60 000 Exemplare zählt die dortige Bibliothek insgesamt, eine Auswahl unterschiedlicher Medien. Bereits 1999 feierte die Bücherei in Geesthacht 100-jähriges Bestehen, so Schmidt. Durch den Verbund mit der Stadtbücherei Schwarzenbek (seit 1983 im Rathaus am Ritter-Wulf-Platz untergebracht) haben die Leser Zugriff auf über 100000 Medien. „Ein konkretes Gründungsdatum haben wir aber nicht“, sagt eine Mitarbeiterin der Stadtbücherei Schwarzenbek. Eine Gemeindebücherei in Mölln, wenn damals auch noch am Markt ansässig, gibt es ebenfalls bereits seit knapp 100 Jahren.

Man muss bei den unterschiedlichen Bibliotheken laut Anke Mührenberg, Stadtarchivarin in Schwarzenbek, unterscheiden. Volksbüchereien wurden nach dem zweiten Weltkrieg im Lauenburgischen von Lehrern in den Schulen aufgebaut. Der Vorläufer davon waren die Wanderbibliotheken, die die Kreisverwaltung ab 1909 initiiert habe.

Nach dem Vortrag lasen die Krimiautoren Eva Almstädt und Jobst Schlennstedt aus ihren Romanen. Bereits am Nachmittag spielte das Tandera-Theater für Kinder.

Florian Grombein

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