Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Auf der Suche nach der Haselmaus
Lokales Lauenburg Auf der Suche nach der Haselmaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:00 16.12.2017
Die Haselmaus ist so klein wie ein Männerdaumen. Zurzeit befinden sich die Säugetiere im Winterschlaf. Quelle: Fotos: Hfr
Wentorf/Hbg

„In den Wäldern und Hecken im Hamburger Stadtteil Bergedorf sowie bei Wentorf und Glinde konnten wir sie eindeutig nachweisen“, freut sich Björn Schulz von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Mehr als 53 Kilometer Hecken haben die Forscher unter die Lupe genommen und dabei 32 Nester der Haselmaus entdeckt.

Gute Nachrichten sind jetzt von Naturschützern gekommen: Es gibt noch immer Haselmäuse am östlichen Rand von Hamburg. Vier Tage waren Biologen kürzlich unterwegs, um Knicks und Waldränder nach Nestern abzusuchen. Unterstützt wurden sie von der Stiftung Naturschutz und der Deutschen Wildtier Stiftung.

Länderübergreifendes Schutzprojekt

Die jetzt gewonnenen Ergebnisse werden die Grundlage für ein länderübergreifendes Schutzprojekt für die Haselmaus sein, das die Deutsche Wildtier Stiftung und die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein in den kommenden Monaten anschieben werden.

Die Haselmaus, ein selten gewordenes Säugetier, ist daumengroß und liegt momentan im tiefen Winterschlaf unter einer dicken Laubschicht am Erdboden. Das hinderte 20 Naturschützer aus Deutschland und Österreich aber nicht daran, gerade jetzt die Landschaft in Schleswig-Holstein und Hamburg auf der Suche nach der mit dem Siebenschläfer verwandten Maus und deren mittlerweile verlassenen Sommernestern zu durchkämmen.

Wer Haselmausnester finden will, braucht ein scharfes Auge und eine gehörige Portion Spürsinn. Die Kletterkünstler legen ihre fest aus Gras und Blättern gewebten Nester auch frei in Zweigen von dichten Büschen wie Brombeeren oder Weißdorn an. „Diese suchen wir entlang von Hecken und Waldrändern“, sagt Svenja Ganteför, Biologin der Deutschen Wildtier-Stiftung. „Jetzt am Winteranfang ist die beste Zeit für die Suche. Es befindet sich kein Laub mehr an Bäumen und Sträuchern und die Sommer-Nester hängen frei sichtbar im Geäst. Die Haselmaus wird dabei nicht gestört: Sie schlummert tief und fest am Boden in ihrem Winterquartier und erwacht erst im Frühjahr.“

Die Forscher fragten sich vor Beginn der Suche vor allem: Leben Haselmäuse überhaupt noch in Hamburg? Die letzten Nachweise sind bereits fünf Jahre alt und beschränken sich auf den Ostrand. Und wenn in Hamburg noch Haselmäuse vorkommen, gibt es einen Austausch mit den schleswig-holsteinischen Tieren? Im Nachbarbundesland Schleswig-Holstein kommen Haselmäuse stellenweise noch häufig vor und finden in den typischen holsteinischen und lauenburgischen Knicklandschaften einen idealen Lebensraum.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige