Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Aufräumen im KKW Krümmel beginnt
Lokales Lauenburg Aufräumen im KKW Krümmel beginnt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:57 09.09.2016
Vattelfall wird die abgebrannten hochradioaktiven Brennelemente aus dem Abklingbecken in die ersten vier Castorbehälter verladen. 17 leere Castoren stehen insgesamt dafür bislang bereit. Quelle: Lutz Roeßler

Das finale Aufräumen in Krümmel beginnt am 19. September. Vattelfall wird die abgebrannten hochradioaktiven Brennelemente aus dem Abklingbecken in die ersten vier Castorbehälter verladen. 17 leere Castoren stehen insgesamt dafür bislang bereit. Am Donnerstagabend interessierten sich im voll belegten Vortragssaal zum „Treffpunkt Krümmel“ 140 Gäste für diese Pläne.

Abbau von Krümmel

Bis Ende der 20er Jahre will Vattenfall Krümmel leer geräumt haben, so dass sich dort keine radioaktiven Teile mehr befinden. Erst dann beginnt der Abbau der Betonwüste.

Für die Endlagerung des Atommülls ist der Energiekonzern nicht verantwortlich. Das ist Sache der Regierung.

„Nach einer Party muss aufgeräumt werden“, sagt Dr. Ralf Güldner, Präsident des Deutschen Atomforums. Damit meint er den Rückbau der Atomkraftwerke, auch von Krümmel. Die Verladung der Brennelemente in die ersten vier Castoren wird bis zum 21. Oktober dauern. Ende Oktober belädt Vattenfall dann schon die nächsten auf weitere vier Castoren. „Wir wollen Ende des Jahres insgesamt acht Castorbehälter beladen haben, um unser Ziel von 21 bis Ende 2018 zu erreichen“, sagt Kraftwerkssprecher Michael Wenk.

Die Beladung dauert vier Wochen, weil Sicherheitsmaßnahmen nötig sind. Immerhin sind die Brennstäbe hochradioaktiv. Im Abklingbecken werden sie unter Wasser gelagert, um abzukühlen. Von dort müssen sie in die Castoren verladen werden. Die dickwandigen Strahlenschutzbehälter sind nötig für den Transport zum Zwischenlager. Vor der Verladung bekommt der Castorbehälter eine Schutzjacke, um ihn von außen trocken zu halten. Unter Wasser werden die Brennelemente in ihn eingeschlossen. Danach trocknet eine Maschine den Castor von innen aus.

Kraftwerksleiter Torsten Fricke sprach auch von den Dekontaminierungsplänen für schwach und mittel radioaktive Stoffe und zeigte Vorher-Nachher-Bilder. Die Publikumsfrage, ob denn die nachher glänzenden Schrauben des Kraftwerks so sauber sind, dass sie auf dem Flohmarkt verkauft werden könnten, verneint er: „Diese Bauteile sind noch kontaminiert.“ Viele nutzen die Gelegenheit Fragen zu stellen. So fragte ein älterer Besucher: „Werden die Vattenfallmitarbeiter, nun da der Rückbau beginnt, entlassen?“ Das werde nicht getan, versichert Kraftwerksleiter Torsten Fricke. Allerdings plane Vattenfall, ältere Mitarbeiter in Altersteilzeit zu schicken.

Zur öffentlichen Veranstaltung am Donnerstagabend begrüßte Dr. Ingo Neuhaus, der Geschäftsführer der Vattenfall Europe Nuclear Energy viele Gäste. In kurzweiliger Atmosphäre ließen Bürger und Politiker, wie Schleswig Holsteins Umweltminister Dr. Robert Habeck, den Abend ausklingen.

 Stefanie Ender

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Kopien des 2006 eröffneten Hebewerkes sollen die noch aus der Kaiserzeit stammenden weiteren Bauwerke im Kanalverlauf ersetzen - sie werden allerdings dann ferngesteuert.

09.09.2016

Die Antworten der Landesregierung auf eine Anfrage des FDP-Landtagsabgeordneten Dr. Eckhard Klug zu den Reaktionszeiten der Polizei sind offenbar nicht korrekt. Nach Angaben des FDP-Landtagsabgeordnete Christopher Vogt sei dies aus Polizeikreisen zu hören. Und es ist offenbar nicht der erste Fehler.

09.09.2016

Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel - der Geesthachter Stadtbarkasse „Piep“ fehlte diese am Freitagnachmittag aufgrund des Niedrigwassers der Elbe vor Tesperhude.

09.09.2016
Anzeige