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Aufwind im Möllner Einzelhandel

Mölln Aufwind im Möllner Einzelhandel

Leerstand betrifft viele Städte. In Mölln gibt es Grund zum Optimismus im Einzelhandel: Nach einem  Leerstand-Hoch in 2016 sind diverse hässliche Lücken gefüllt worden. Regelmäßige Aktionen haben die Stadt belebt. City-Managerin Monika Siegel hat jetzt der Politik darüber berichtet.

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Die Möllner Innenstadt (Foto) hat sich vom Leerstand-Hoch 2016 leicht erholt. Einige Lücken konnten gefüllt werden. In der Möllner Haupstraße gibt es aktuell trotzdem noch sechs leerstehende Ladenlokale. Geballt fallen drei Lücken in der Haupstraße 96 (ehemaliges Fotogeschäft), der Hauptstraße 100 und der Hauptstraße Nummer 102 ins Auge.

Quelle: Fotos: Grombein

Mölln. In der Innenstadt zwischen Zob und Wassertor haben sich neue Gastronomen, Händler und Dienstleister angesiedelt, die einige leere Schaufenster mit Leben füllen. Das City- und Standortmarketing ist zur Schnittstelle für Vermieter und Gründer geworden. Auch Marketing-Aktionen zeigen Wirkung. Zum Beispiel das Foodtruckfestival am verkaufsoffenen Sonntag hat auch überregional bleibenden Eindruck hinterlassen. Der Andrang war enorm. Einige der mobilen Küchen waren ausverkauft, erklärte Siegel jetzt den Stadtvertretern im Tourismusausschuss. Auch der Handel profitierte.

LN-Bild

Leerstand betrifft viele Städte. In Mölln gibt es Grund zum Optimismus im Einzelhandel: Nach einem Leerstand-Hoch in 2016 sind diverse hässliche Lücken gefüllt worden. Regelmäßige Aktionen haben die Stadt belebt. City-Managerin Monika Siegel hat jetzt der Politik darüber berichtet.

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„Solche Aktionen strahlen in die Region aus“, so Monika Siegel. Für Vermieter und Kaufleute ist das Büro des City- und Standortmarketings zur Schnittstelle geworden. Ihrer Erfahrung nach wollen sich Händler und Gastronomen auf der Suche nach einem Geschäft nicht gleich an den Vermieter wenden.

„Es tut sich etwas in Mölln“, sagt etwa Karsten Zielinski. Er hat zuletzt einen Leerstand aufgefüllt, indem er im September 2017 seine „Genusswelt“ eröffnet hat. Der „Kaffee-Junkie“, wie er sich selbst scherzhaft nennt, bietet feine Produkte aus der Rösterei in der Hamburger Speicherstadt an – ganz im Trend auch entkoffeiniert und mit lactosefreier Milch. Als zusätzliches Angebot hat er Spirituosen, frischgepressten Orangensaft und belgische Waffeln. Auch er ist begeistert davon, wie voll die Stadt beim verkaufsoffenen Sonntag war, als die Foodtrucks anrückten.

Hilfestellung konnte das Stadtmarketing auch bei Bashar Abulil geben, der seit einiger Zeit syrische Speisen wie Falafel in seiner „Ali Baba Snack Bar“ in der Hauptstraße 66 anbietet. Tarik Say hat in einem Ladenlokal seinen Kiosk „my-TacS“ mit Zeitungen und Tabak eröffnet. Vorher hatte dort ein Spielzeuggeschäft aufgegeben. Auch einen Gemüseladen gibt es wieder in der Hauptstraße.

Doch der Kampf um die florierende Innenstadt ist längst nicht beendet. In der Hauptstraße gibt es noch immer sechs leerstehende Ladenlokale. Geballt fallen die drei Lücken Hauptstraße Nummer 96 (ehemaliges Fotogeschäft), Hauptstraße 100 und Hauptstraße 102 neben dem Herrenausstatter „Trendmen“ ins Auge. Zu vermieten sind auch die zwei Geschäfte im Haus Nummer 49, auf dessen Seegrundstück das „Ristorante Noi Due“ eingezogen ist.

An den Aktionen des City-Marketings in Absprache mit einem zehnköpfigen Handels-Beirat beteiligen sich etwa 80 Prozent des innerstädtischen Handels. So steht bereits das komplett Programm für 2018.

Über Monika Siegel vernetzen sich Kaufleute und treten einheitlich auf. Es werden nur Aktionen realisiert, die der Einzelhandel finanziell absichert. Drei von vier verkaufsoffenen Sonntagen organisiert das City-Marketing. Einheitliche Geschenkgutscheine sollen die Kundenbindung fördern. Außerdem gibt es einen Schaufenster-Wettbewerb, der die Verweildauer verbessern soll. Losaktionen wie die „Möllner Blüten“ wurden ebenfalls gut genutzt, so Siegel. Ab nächstes Jahr soll der beliebte Feierabendmarkt mit Foodtrucks noch öfter angeboten werden.

Leerstand im Umland

Auch in Ratzeburg ist Leerstand eine Thema. „Eine Vielzahl von leerstehenden Ladenlokalen entspricht nicht den heutigen Anforderungen, sie sind vielfach auf dem Stand der 1960/1970er Jahre ohne jede Modernisierung und so nicht vermietbar“, erklärt Bürgermeister Rainer Voß. Die Eigentümer seien hier gefragt, Modernisierungen vorzunehmen, wenn Sie überhaupt Interesse an einer Vermietung hätten. „Frage ich selbst nach, bekomme ich teilweise nicht einmal eine Antwort“, so Voß. Der Eigentümer einer großen leerstehenden Immobilie in der Kleinen Kreuzstraße/Ecke Schrangenstraße vertröste den Bürgermeister bei jedem Anruf. Es geschehe aber gar nichts. Andererseits seien die Geschäftslokale in guten Lagen und gutem Zustand alle sehr attraktiv besetzt. Voß:

„Die Stadt hat leider kein Instrument, Eigentümer zu konstruktivem Handeln zu bewegen.“

Schwarzenbek sei inzwischen ganz gut aufgestellt, so Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig. Die Passage sei wieder belebt, in das ehemalige Commerzbankgebäude an der Lauenburger Straße komme ein Lebensmittelgeschäft, und auch der Raiba-Neubau am Markt sei vielversprechend und werde weitere Interessenten nach sich ziehen. „Wir stehen in engem Kontakt zur Wirtschaftsförderungsgesellschaft.

Jetzt müssen die Bürger das Angebot auch annehmen. Buy local ist die Devise“, so Borchers-Seelig.

Die Stadt Lauenburg erhält zur Bekämpfung des Leerstands Förderung durch das Städtebauförderungsprojekt „Aktive Stadt“, aber die Umsetzung der Projekte Edeka, Marktgalerie und Hotelneubau erfordere „langen Atem“, so Bauamtsleiter Reinhard Nieberg. Bebauungspläne seien in Arbeit. ge

Beleuchtung

In Mölln ist ein Händler-Beirat unter Regie des City- und Standortmarketings der Stadt entstanden. Regelmäßig wird über neue Aktionen diskutiert, die mehr Kunden in die Stadt ziehen sollen.

Zehn feste Mitglieder hat der Beirat. Regelmäßig sind zu Händlertreffen jedoch auch alle Innenstadtkaufleute eingeladen. Über Umlagen ist der Möllner Einzelhandel auch finanziell, wie noch zu Zeiten des Vereins Mölln Marketing, an Aktionen zur Belebung der Innenstadt beteiligt. Aktuell ist dadurch die diesjährige Weihnachtsbeleuchtung in trockenen Tüchern. Von Ihr profitieren auch diejenigen, die sich nicht an der Umlage beteiligt haben.

 Florian Grombein

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