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Aus für den Ratzeburger „Achter“

Ratzeburg Aus für den Ratzeburger „Achter“

Bau- und Planungsausschuss der Stadt gibt grünes Licht für Einzelhandelszentrum um Markant und Aldi im Gewerbegebiet an der Heinrich-Hertz-Straße — Abriss der „Kik“-Zeile.

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Die Ladenzeile mit dem Textil-Discounter Kik wird abgerissen, hierher sollen die rückwärtig verlorenen Stellflächen verlegt werden.

Ratzeburg. Es ist vermutlich einer der größten städtebaulichen Schandflecke der Stadt Ratzeburg: der so genannte „Ratzeburger Achter“. Dabei handelt es sich nicht etwa um das legendäre Ruderboot unter dem nicht weniger bekannten Trainer Karl Adam aus den 1960er Jahren, sondern um das hässliche langgestreckte Gebäude an der Heinrich-Hertz-Straße gegenüber dem Stadion am Fuchswald, wo der Textil-Discounter „Kik“ angesiedelt ist.

Diese Liegenschaft erwarb das Kieler Handelsunternehmen Bartels-Langness (Bela mit den Marken „Familia“, „Sky“, „Markant“), um ihren dortigen Markant-Supermarkt und damit den gesamten Einzelhandelsbereich optisch, qualitativ und quantitativ auf rund 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche aufzuwerten. Dazu soll das „Kik-Gebäude“ mit dem rückwärtig angesiedelten Markant-Getränkemarkt abgerissen werden. Der Getränkemarkt soll in den modernisierten Markant-Markt integriert werden. Kik, der Bäcker und das Blumengeschäft siedeln dann in den jetzigen Aldi-Markt um.

Durch diese Verlagerung reduziert sich laut Bela die Verkaufsfläche um insgesamt rund 1000 Quadratmeter, was den Leitlinien der Stadt zur Einzelhandelsansiedlung entspreche. Nach jenen Richtlinien sollte ein Textilien-Einzelhandel gar nicht mehr außerhalb der Innenstadt genehmigt sein. Da Kik aber einen längerfristigen Mietvertrag hat, wird es dem Unternehmen gestattet bis zum Auslaufen des Vertrages, am leicht geänderten Standort zu bleiben. Für den Mieter Aldi wird nördlich des Markant-Marktes ein neues Gebäude nach dem modernen Aldi-Standard mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche errichtet. Die dort wegfallenden Parkplätze werden nach vorn (östlich) an die Heinrich-Hertz-Straße verlagert.

Einen entsprechenden Antrag auf Änderung des Bebauungsplanes stellte das Unternehmen. Dem entsprach der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss der Stadt Ratzeburg in seiner Sitzung in der vergangenen Woche mit sieben Stimmen von SPD, Grünen und FRW, die CDU-Stadtvertreter votierten — wie auch beim folgenden Tagesordnungspunkt 12, Aldi-Filiale an der Kolberger Straße, sowie im vergangenen Jahr bei den Umbauplänen von Lidl in der Bahnhofsallee — dagegen.

Wilhelm Thiele, Vorsitzender der CDU Ratzeburg, begründete dies so: „Die Verkaufsflächen für den Discounter Aldi sollen sowohl an der Kolberger Straße als auch an der Heinrich-Hertz-Straße nach wie vor auf 1200 Quadratmeter vergrößert werden, die anderen Discountergesellschaften werden nachziehen. Die Verringerung um 1000 Quadratmeter geht eben nicht zu Lasten der Großketten. Verschwinden werden die kleinen Ladengeschäfte an der Heinrich-Hertz-Straße. Die überwiegend noch eigentümergeführten Ladengeschäfte in der Innenstadt geraten weiter unter Druck. Der von uns prognostizierte Verdrängungswettbewerb ist voll im Gang.“

Das liege vor allem daran, dass die Discounter ein immer größeres Non-Food-Sortiment mit Textil-, Sport-, Elektro- oder Buchartikeln anböten, um die Umsatzeinbußen auf anderen Verbrauchsfeldern wettzumachen.

Zeitgemäße Aldi-Filialen

Das Grundstück der Aldi-Filiale in der Kolberger Straße in der Ratzeburger Vorstadt gehört dem Konzern selbst, während der Essener Lebensmitteldiscounter in der Heinrich-Hertz-Straße „nur“ Mieter von Bela ist. An beiden Standpunkten sollen die Märkte von knapp 800 auf dann 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche vergrößert werden.

Beide Filialen werden sich in Gestalt der modernisierten Niederlassungen in Sandesneben und Groß Grönau darstellen. Großflächige Glasfassaden und Oberlichter sorgen für einen lichtdurchfluteten Verkaufsraum mit niedrigen Regalen und breiteren Gängen.

Durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach sowie eine Wärmerückgewinnungsanlage sollen die Läden vonAldi energieeffizient und ohne Verwendung fossiler Brennstoffe betrieben werden.

Die Parkplätze an der Kolberger Straße werden von 115 auf 78, allerdings verbreiterte, reduziert.

Joachim Strunk

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