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Lauenburg Aus für die Halbliter-Flasche: Coca-Cola baut Möllner Werk um
Lokales Lauenburg Aus für die Halbliter-Flasche: Coca-Cola baut Möllner Werk um
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00:00 27.05.2016
Die Tage der Halbliter-Mehrwegflasche sind bei Coca-Cola In Mölln gezählt. IHK-Vize Thomas Buhck (l.), Geschäftführer Lars Schöning (2.v.l.) und IHK-Kreisbetreuer Joseph Scharfenberger (5.v.l.) lassen sich die anstehende Umstrukturierung von Gordon Werner (r.) erklären. Quelle: H. Marohn

Die Tage der Halbliter-Flasche als Mehrwegprodukt bei Coca-Cola in Mölln sind gezählt. Weil der Konzern künftig deutschlandweit in dieser Größe ausschließlich auf Einwegverpackungen setzen will, soll Ende Juni die letzte Halbliter-PET-Flasche in Mölln vom Abfüllband laufen. Die am Möllner Standort betroffene erst 2004 gebaute Produktionslinie – eine von insgesamt zwei Linien – wird anschließend für das Ein-Liter-Format umgebaut – Kosten immerhin 850000 Euro. Betriebsleiter Johannes Bleker sieht den Umbau als Stärkung des Standortes Mölln. Mit der Spezialisierung auf die Abfüllung von Ein-Liter-Mehrwegflaschen auf künftig beiden Produktionslinien bei gleichzeitiger Schließung anderer Coca-Cola-Standorte erhalte Mölln im Konzern ein stärkeres Alleinstellungsmerkmal, sagte Bleker bei einem Besuch von Vertretern der Industrie- und Handelskammer in Mölln.

„Der Coca-Cola-Mehrwegbereich wächst“, sagte Bleker. Zwar steige die Konkurrenz durch Produkte in Einwegflaschen. „Die Kunden, die Mehrweg kaufen, kaufen aber mehr.“ Der Betriebsleiter geht davon aus, dass am Standort dann ab Juli im Fünf-Schicht-Betrieb die verschiedenen Coca-Cola-Produkte von der klassischen Cola bis zu Mezzo Mix und Sprite sowie Bonaqua abgefüllt werden. „Im Weihnachtsgeschäft werden wir möglicherweise sogar an auf beiden Linien drei Schichten fahren, also insgesamt im Sechs-Schicht-Betrieb“, hofft Bleker. Im Volllastbetrieb haben die beiden Linien eine Leistung von 33000 und 36000 Flaschen. Bei einer derzeitigen Leistung von 65 Prozent könnten so knapp 1,1 Millionen Flaschen täglich in Mölln vom Band laufen. Ziel der Betriebsleitung ist in diesem Jahre eine Produktion von 15 Millionen Kisten der verschiedenen Brause-Sorten. Unter anderem mit der eigenen 30 Lastwagen umfassenen Fahrzeugflotte werden diese anschließend vor allem zu Kunden in ganz Norddeutschland, aber auch nach Süddeutschland und Berlin geliefert.

IHK-Vize Thomas Buhck zeigte sich beeindruckt. Mit Coca-Cola habe ein Weltkonzern einen Standort im Kreis. Außerdem lobte Buhck das Engagement des Betriebes im Ausbildungsbereich und die offensichtlich gute Zusammenarbeit mit der Stadt Mölln. Erst jüngst hatte das Unternehmen die Patenschaft für eine Grünfläche übernommen und kümmert sich seitdem um die gärtnerische Pflege.

IHK: Unternehmen gut aufgestellt

Die IHK-Delegation um Vize Thomas Buhck hat nach ihrer Kreisbereisung ein positives Fazit gezogen. Die Firmen stünden für Qualität, Ausbildung und Nachhaltigkeit, sagte Vize Thomas Buhck. Neben dem Möllner Coca-Cola-Werk besuchte die IHK-Delegation auch das Lauenburger Unternehmen Dan Pipe und die Büchener Firma Gludan. Der Klebstoffhersteller sei ein „Hidden Champion“, so Buhck. „Es ist toll, dass es gelungen ist, ihn im Kreis zu halten“, sagte Buhck, angesichts von Abwanderungsüberlegungen des Unternehmens ins mecklenburgische Gallin.

Auch mit einem starken Engagement der Gemeinde sei es damals gemeinsam gelungen, den Standort zu sichern. Geschäftsführer Lars Schöning: Gludan habe nach dem Bekenntnis zum Standort Büchen vor vier Jahren seine Produktionsstätte komplett neu gebaut und seine Europazentrale aus Dänemark ins Lauenburgische verlegt und beliefere seitdem aus Büchen Kunden bis nach Asien. Inzwischen setzte Gludan verstärkt auf Kleber für Papiertüten. „Angesichts der Diskussion um Plastiktüten ist das ein Wachstumsmarkt“, sagte Schöning. Entsprechend positiv blicke das Unternehmen in die Zukunft. Ganz anders, aber dennoch auch positiv, sei die Situation des Lauenburger Einzelhandels-Spezialgeschäftes Dan Pipe zu bewerten. Dan Pipe vertreibt seit 40 Jahren Pfeifen, Zigarren und Tabak. Zum Sortiment gehören dabei auch von der Schwesterfirma Dan Tobacco pruduzierte Eigenmarken. „Dan Tobacco hat allerdings auch mit den neue Regularien der EU zur Tabakwerbung zu kämpfen“, räumte Schöning ein. Damit gehe das Unternehmen um, aber „das ist auch ein starker Eingriff in die Werbemöglichkeiten und damit die unternehmerischen Freiheiten“, so IHK-Vize Buck. hm

 Holger Marohn

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