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Lauenburg Ausgezeichnete Reha für Frauen
Lokales Lauenburg Ausgezeichnete Reha für Frauen
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20:17 25.02.2016

Die Röpersbergklinik in Ratzeburg ist stolz auf einen neuen Schwerpunkt: Als erst dritte Rehaklinik in Deutschland wurde das Endometriosezentrum für Rehabilitation zertifiziert. Hier werden seit mehr als zehn Jahren Patientinnen mit der zweithäufigsten Unterleibserkrankung erfolgreich therapiert.

Lange Jahre und Jahrzehnte wurden Frauen mit starken Unterbauchschmerzen während ihrer Menstruation nur als „leidend“, schlimmstenfalls als „hysterisch“ bezeichnet. Denn genauso lange hatte die Medizin keine Anhaltspunkte dafür, dass es sich um eine eigene Krankheit handelte. Noch heute sind sich die Wissenschaftler nicht sicher, worin die tatsächliche Ursache für die chronische Schmerzerkrankung liegt.

„Viele Frauen, die zu uns geschickt wurden, kannten das Wort ,Endometriose‘ nicht, wussten gar nicht, dass damit die zweithäufigste gynäkologische Krankheit bezeichnet wird“, erklärt Oberärztin Dr.

Kerstin Knauth, Leiterin der Gynäkologie an der Röpersbergklinik. Da es sich um eine „gutartige“ Erkrankung handelt, verläuft sie nicht tödlich, bringt aber jahrelange, zum Teil unerträgliche Schmerzen während des Menstruationszyklus‘ mit sich.

„Bei mir hat es zehn Jahre gedauert, bis ich meine Frauenärztin dazu brachte, eine Bauchspiegelung bei mir vornehmen zu lassen“, sagt Sabrina Keller (38) aus Hannover. Die Mutter eines sechsjährigen Sohnes hatte solche Schmerzen, „dass ich eine halbe Stunde für den Weg von hier bis zur Kantine gebraucht habe“. Seit zwei Jahren ist sie krank geschrieben. Fünfmal wurde sie in den vergangenen anderthalb Jahren operiert, zuletzt vor drei Wochen in der Uniklinik Lübeck. Total-OP: „Bei mir ist nichts mehr“.

Ihr Aufenthalt in der Röpersbergklinik ist der dritte und wohl auch der letzte. „Die Betreuung hier ist phänomenal, ich danke dem ganzen Team aus tiefstem Herzen.“ Da es sich um eine chronische Krankheit handelt, gilt Keller als schwerbehindert. Ihren bisherigen Beruf als Altenpflegerin kann sie nicht mehr ausüben und wird auf Kosten der Rentenversicherung umgeschult.

Seit mehr als zehn Jahren widmet sich Dr. Kerstin Knauth der Krankheit, die zwischen fünf und 15 Prozent aller Frauen betrifft, aber nur schwer zu erkennen ist: Bis zur Diagnosestellung können sechs bis sieben Jahre vergehen. Die Frauen sind häufig von chronischen starken Schmerzen geplagt, die durch Ansiedelungen von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter entstehen und so im Takt der zyklusbedingten Hormonschwankungen Regelblutungen am falschen Ort verursachen. Weitere Symptome können Blasen- und Darmbeschwerden, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Kreislaufprobleme und ungewollte Kinderlosigkeit sein.

Endometriose (von Endometrium = Gebärmutterschleimhaut) ist ein komplexes Krankheitsbild, und die betroffenen Frauen brauchen eine ganzheitliche medizinische Betreuung. Um diese zu gewährleisten, stellten Knauth und ihr Team aus Physiotherapeuten, Psychologen, Ergotherapeuten, Diätassistenten, Krankenschwestern und Sozialarbeitern ein darauf ausgerichtetes Reha-Programm auf.

Es wird in Kleingruppen durchgeführt — „vor allem, um den Austausch der Erkrankten untereinander zu ermöglichen“ — und beinhaltet spezielle Angebote wie die Klangschalentherapie nach Peter Hess und ein besonderes Ernährungsangebot mit weizenreduzierter Kost. In der Röpersbergklinik absolvieren Frauen mit Endometriose unmittelbar nach einer Operation eine so genannte Anschlussheilbehandlung oder nehmen auch später noch Reha-Maßnahmen in Anspruch.

„Den Satz ,Endlich werde ich ernstgenommen!‘ von einer Rehabilitandin zu hören, das berührt mich auch nach vielen Jahren Erfahrung als Gynäkologin noch immer", sagt Kerstin Knauth. Sie weiß aus ihrer jahrelangen Erfahrung, dass die betroffenen Frauen sehr viel Unterstützung brauchen, um ihre Situation anzunehmen und mit der chronischen Krankheit leben zu können.

„Denn jahrelang Schmerzen ertragen zu müssen, das belastet die Seele schwer, es macht mürbe und dünnhäutig. Es hat aber auch negative Auswirkungen auf den Körper.“ Umso mehr freut sich die Gynäkologin nun mit ihrem ganzen Team über diese Zertifizierung.

Joachim Strunk

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