Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Ausstellung im Ratzeburger Kreishaus eröffnet
Lokales Lauenburg Ausstellung im Ratzeburger Kreishaus eröffnet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:37 30.08.2018
Ausstellungseröffnung im Kreishaus Ratzeburg mit (von links) Uta Röpcke, Barbara Heyken, Rüdiger Jung, Landrat Dr. Christoph Mager, Ratzeburgs Bürgervorsteher Ottfried Feußner und Dirk Petersen, Bürgermeister Wentorf/Hmb. Quelle: Thomas Biller
Ratzeburg

Mit der Eröffnung der Wanderausstellung im Kreishaus Ratzeburg zum Auftakt der interkulturellen Woche unter dem Motto „Vielfalt verbindet“, wird ein neuer Blick auf internationale Begegnungen geöffnet: die Feste.

Was gibt Halt in einer neuen Umgebung, in einem fremden Kulturkreis? Mit einem Fokus auf die Feste der verschiedenen Kulturen durch persönliche Geschichten werden Einblicke geschaffen, die im Sinne der Integration Begegnungen ermöglichen. Neun Menschen aus neun verschiedenen Ländern werden in Portraits gezeigt. Sie berichten in Texten von ihren jeweils wichtigsten Festen, was diese für sie bedeuten, und zeigen dazu ein Symbol. So sind insgesamt 27 sehenswerte Exponate im Foyer und der Ebene darüber im Kreishaus zu sehen, die zu individuellen Betrachtungen einladen.

Barbara Heyken hat diese Wanderausstellung nach Ratzeburg gebracht. Heyken leitet seit fünf Jahren das Projekt „Interkulturelle Öffnung“ in der Flüchtlings- und Migrationsarbeit des Diakonischen Werks Hamburg-West/Südholstein. Bereits seit Ende 2016 gibt es enge Kontakte zur Flüchtlingsarbeit im Kreis Herzogtum Lauenburg. Hier war es Uta Röpcke, die von der Ausstellung hörte und die Idee hatte, diese nach Ratzeburg zu holen. „Wir sprechen mit jedem, der mit uns sprechen möchte“, betonte Barbara Heyken bei der Ausstellungseröffnung. Und: „Wichtig ist, dass interkulturelle Öffnung auch von der Spitze der Verwaltung gewollt ist. Hier klappt es ganz wunderbar“, sagte Heyken mit einem Seitenblick zu Landrat Dr. Christoph Mager. Der Landrat zeigte sich erfreut, dass nach der Foto-Kunstausstellung in der ersten Jahreshälfte erneut etwas „Farbe in das Haus hereingebracht wird“. Mit einem kurzen Verweis auf die aktuellen Geschehnisse in Chemnitz (Todesdelikt am vergangenen Wochenende am Rande des dortigen Stadtfestes) sagte Dr. Mager: „Wir mussten am Wochenende erfahren, wie deutsche Feste enden können.“ Die in der Ausstellung beschriebenen Feste, die chronologisch nach dem interkulturellen Kalender gehängt sind, lassen dagegen Gemeinsamkeiten entdecken oder neugierig auf Neues machen. Für Leghisha Kidane aus Eritrea, eine der neun Persönlichkeiten, von denen etwas zu erfahren ist, ist Ostern ihr Lieblingsfest. „In Eritrea hatte ich viele muslimische Nachbarn. Auch sie kamen an Ostern bei uns vorbei; genauso, wie wir zu ihren großen Feiertagen eingeladen waren. Wir freuten uns einfach, sie zu sehen, es gab keine Feindseligkeiten zwischen uns“, ist dort zu lesen. Im kostenlosen Begleitheft zur Ausstellung finden sich die Exponate wieder, zudem, so Landrat Dr. Mager, „ist es auch ein Rezepte-Buch“. Zu jeder Geschichte findet sich ein Kochrezept. „Wenn Menschen sich bei Festen begegnen und ins Gespräch kommen, spricht die Seele“, sagt Barbara Heyken zu der Idee hinter dieser Ausstellung. Und: „Haben Sie Freude, lassen Sie Feste offen werden!“

Thomas Biller

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

2008 gründete Fritz Bahrs in Ratzeburg ein ehrgeiziges Projekt für mehr Bildungsgerechtigkeit. Bislang 183 Lesepaten haben 430 Schülern Bücher und Literatur näher gebracht.

30.08.2018

Als eine von elf Städten in ganz Schleswig-Holstein beteiligt sich Bad Oldesloe erneut an den Interkulturellen Woche. Dieses Mal stehen auch Konsumwandel und fairer Handel im Fokus.

04.09.2018

Pogeezer und Sarauer Bürger sind genervt von Rasern und reichen dagegen eine Petition beim Landtag ein: Darin fordern sie innerorts Tempo 30 und ein Lkw-Durchfahrtsverbot für beide Orte auf L 331.

31.08.2018