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Lauenburg Ausverkauf der Ladenhüter bei der Freiwilligen Feuerwehr Aumühle
Lokales Lauenburg Ausverkauf der Ladenhüter bei der Freiwilligen Feuerwehr Aumühle
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11:35 24.02.2016
Ein nicht alltägliches Bild: Gleich zwei Feuerwehrfahrzeuge werden in Aumühle von der Freiwilligen Feuerwehr zum Verkauf angeboten: der nicht mehr benötigte Rüstwagen RW1 und das Tanklöschfahrzeug TLF 16. Quelle: Lothar Neinass

Als vor drei Jahren der Wehrvorstand erstmalig dem Bürgermeister und der Gemeindevertretung vorschlug, für 375000 Euro ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20) anzuschaffen, stieß er in den ersten Besprechungen auf höfliches Kopfschütteln. Doch je intensiver Wehrführer Karl-Arnim Samsz und sein Gerätewart ihr Konzept für eine moderne Feuerwehr begründeten, umso größer wurde die Bereitschaft der Gemeinde, die Pläne der Feuerwehr zu akzeptieren und zu unterstützen.

Finanzierung des Projekts

Die Anschaffungskosten von 375000 Euro werden für die Gemeinde verringert durch einen Zuschuss des Landes in Höhe von 70000 Euro.   Weitere Einnahmen erhofft sich die Gemeinde aus dem Verkauf des nicht mehr benötigten Rüstwagens (RW1) und des Tanklöschfahrzeug (TLF 16).

Eine immer dünner werdende Personaldecke — besonders am Tage — macht der Feuerwehr Sorgen. Im Alarmierungsplan ist bereits vorgesehen, dass bei größeren Schadensfällen parallel auch andere umliegende Wehren zum Einsatz gerufen werden.

„Leider ist das Problem noch kritischer“, beschreibt Wehrführer Karl-Arnim Samsz die Situation: „Wir haben mitunter am Tag zu wenige Feuerwehrleute, um in der vorgeschriebenen Hilfsfrist von zehn Minuten mit den notwendigen Fahrzeugen am Einsatzort zu sein.“

„Wenn am Tage nur fünf oder sechs Leute bei einem Einsatz zum Feuerwehrgerätehaus kommen, können nicht alle Fahrzeuge besetzt werden. Hinzu kommt, dass zur Zeit die Geräte auf verschiedene Autos verteilt sind. Es müssen immer das Tanklöschfahrzeug und der Rüstwagen besetzt sein. „Das Risiko, bei einem Einsatz nicht wirksam helfen zu können, dürfen wir nicht eingehen“, ergänzt Gerätewart Jörg Baumgard, der maßgeblich an der Ausarbeitung des neuen Konzeptes und an der Ausrüstung des neuen Fahrzeuges mitgewirkt hat. „Ich habe selten eine so fundierte fachliche Unterstützung bei der Ausrüstung des Feuerwehrfahrzeugs durch eine Freiwillige Feuerwehr erlebt, wie durch Gerätewart Jörg Baumgard“, bestätigt Frank Gormanns, Feuerwehrausrüster und langjähriger Wehrführer in Halstenbek.

Zum Brandschutz-Gebiet Aumühles gehören die Gemeinde, der Ortsteil Friedrichsruh und der Forstgutsbezirk Sachsenwald. Nur wenn sofort nach der Alarmierung ein Fahrzeug losfahren kann, wird die geforderte Hilfsfrist eingehalten. Hierzu müssen aber alle Geräte für einen Erstangriff auf einem Fahrzeug vorhanden sein. „Das haben wir erreicht durch die Anschaffung des HLF“, versichert Wehrführer Karl-Arnim Samsz.

Auch der immer wieder geäußerte Vorschlag, die Wehren von Aumühle und Wohltorf zusammenzulegen, bringt nach Auffassung beider Feuerwehren keine Lösung, weil das Gemeindegebiet von Wohltorf und Aumühle so groß ist, dass die geforderte Hilfsfrist von zehn Minuten von einem Standort aus nicht erreicht werden kann.

So hat die Gemeindevertretung trotz immer enger werdender Finanzen der Anschaffung des Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs zugestimmt. In einer Feierstunde nahm die Feuerwehr ihr neues Fahrzeug in Empfang.

Lothar Neinass

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