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Lauenburg BBZ plant Rückzug aus Geesthacht
Lokales Lauenburg BBZ plant Rückzug aus Geesthacht
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20:26 02.06.2017
Für die Außenstelle des BBZ im Dialogweg in Geesthacht gibt es aktuell nur noch 187 Anmeldungen. 2012/2013 noch waren es noch 459. Quelle: Foto: Timo Jann

Schlechte Nachricht am Ausbildungsstandort Geesthacht: Das Berufsbildungszentrum (BBZ) möchte die Außenstelle in der einwohnerstärksten Stadt des Kreises schließen, weil die Anmeldungen eingebrochen sind. Das machte jetzt Schulleiter Ulrich Keller in der Mitgliedervesammlung der Kreishandwerkerschaft deutlich. Im Vorjahr waren noch 356 Schüler angemeldet, 2012/2013 lag die Anmeldezahl in Geesthacht sogar noch bei 459 Schülern. Aktuell gibt es nur 187 Anmeldungen für das kommende Schuljahr. Auf der jüngsten Sitzung des Verwaltungsrates löste die Nachricht Erstaunen aus. Die Standortschließung wird nun in den Kreistagsfraktionen diskutiert. Offen ist, ob die Politik ein Mitspracherecht hat. Im Herbst soll die Schließung Thema im Kreistag sein.

Anmeldungen gehen rapide zurück – 14 Lehrkräfte betroffen – Schüler müssen bald nach Mölln.

„Das hat bei uns die Alarmglocke läuten lassen. Wir haben es mit Schülerrückgang zu tun, den wir nicht auffangen können“, sagt Ulrich Keller, Leiter des Berufsbildungszentrums (BBZ). Es gebe zum einen durch die Lage der lauenburgischen Lerneinrichtungen im Hamburger Randgebiet Auspendlungen in Richtung Metropole. Außerdem habe die Einrichtung von gymnasialen Oberstufen in Büchen, Lauenburg und Geesthacht zu Abwanderungen geführt.

Keller: „Das führt in der Summe zu Konsequenzen. Unsere Schülerzahlen gehen zurück.“ Das BBZ als Regionales Berufsbildungszentrum ist eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR). Damit sei die Entscheidung, die Außenstelle zu schließen, allein vom Verwaltungsrat zu treffen. Neben der Schulleitung obliege der Schule selbst die Geschäftsführung. Ziel dieser Organisationsform sei es, ein passgenaues Bildungsangebot zu bieten. Deshalb müsse sich die Geschäftsführung naturgemäß Gedanken über Schülerzahlen machen.

Das BBZ hat derzeit drei Standorte. Den Hauptsitz in der Kerschensteinerstraße in Mölln, die Nebenstelle in der Möllner Schmilauer Straße (duale Ausbildung für Kaufmännische Berufe und Landwirte) und die Außenstelle im Dialogweg in Geesthacht. In Geesthacht gibt es nur so genannte vollschulzeitliche Bildungsgänge. Unter anderem das Fachabitur mit wirtschaftlicher Ausrichtung und mit dem Schwerpunkt Gesundheit und Soziales. Alles, was es als Bildungsgang in Geesthacht gibt, wird auch in Mölln angeboten.

„Sorgen machen muss sich gar keiner. Wir bewegen uns ja nicht in der freien Wirtschaft und müssen die Belegschaft vor die Tür setzen“, so Keller. Es gehe um 14 landesbedienstete Lehrkräfte, die derzeit in Geesthacht tätig seien. Voraussichtlich würden Bedienstete nur von der Außenstelle an die Hauptstelle versetzt werden. Der Plan sieht vor, die Bildungsangebote in Geesthacht nicht weiter zu bewerben und die bestehenden Ausbildungen abzuschließen. Sollte jemand „sitzen bleiben“, würde die Beschulung in Mölln zu Ende geführt werden.

„Wir haben im Verwaltungsrat besprochen, dass es Diskussionsbedarf gibt. Darüber kann man nicht einfach schnell entscheiden“, erklärt jedoch Landrat Dr. Christoph Mager. Ist dieser Plan aus Sicht der Verwaltung mit dem Kreistag abzustimmen? „Das prüfen wir zur Zeit noch. Im Schulgesetz findet sich keine eindeutige Regelung darüber, wer über eine Standortschließung entscheiden kann“, so Mager. Der Verwaltungsrat als Kontrollgremium des Berufsbildungszentrums sollte nach Auffassung des Landrates jedoch „ein Wörtchen mitzureden haben“.

Die Angebote in der Geesthachter Außenstelle seien „sehr eingeschränkt“, gibt Mager zu. Für die Duale Ausbildung habe man von da aus schon immer nach Mölln fahren müssen. Das Problem der neu hinzugekommenen gymnasialen Oberstufen, das die Schulleitung sieht, habe sich gerade im Südkreis ausgeprägt. In Geesthacht komme in Kürze sogar noch eine weitere Institution hinzu, an der es möglich sei, das Abitur zu machen. „Ich finde es nachvollziehbar, dass die Schülerzahlen aus diesem Grund an der Außenstelle des BBZ zurückgehen“, erklärt Mager.

Im Verwaltungsrat des BBZ sind neben Schulleiter Keller die Fraktionen des Kreistages, Mitglieder des pädagogischen Rates und der Landrat als Vorsitzender vertreten.

Florian Grombein

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