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Lauenburg BHKW zu laut — Krummesser genervt
Lokales Lauenburg BHKW zu laut — Krummesser genervt
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22:16 25.09.2013
Mit Hochdruck arbeiten Mitarbeiter der Firma Nek an der Schalldämmung des Blockheizkraftwerkes in Krummesse. Quelle: Foto: Strunk

Das Krummesser Energie- und Nahwärmekonzept ist ein Vorzeigeprojekt, für das die Gemeinde viel Lob auf höchster politischer Ebene und stattliche Subventionen — knapp 300 000 Euro aus EU- und Landesmitteln — erhalten hat. Doch jetzt gibt es Ärger: Die Anwohner der Straßen Beidendorfer Weg, Bonninguesstraße und der „Ring-Siedlung“ klagen seit Beginn des Probelaufs am 1. August über „enorme Lärmbelästigung“.

Birgit Madge, die mit ihrer Familie nur einen Steinwurf entfernt vom Blockheizkraftwerk auf dem Bauhof-Gelände hinter dem Markant-Markt wohnt, sagt: „Statt der zwischen Hersteller und Gemeinde vereinbarten Höchstgrenze von 35 Dezibel (dB) wurden in mehreren Gärten schon weit über 60 Dezibel gemessen. Selbst in den Häusern ist ein sehr unangenehmer tiefenfrequenter Brummton zu hören.“ Andere Anwohner sprechen davon, „als säße man auf einem Schiffsdiesel“ oder „wie ein Flugzeug im Landeanflug“, nur dass dieser Ton nicht aufhöre. Zwar sei das BHKW nach heftigen Protesten zwischen 20 und 8 Uhr und auch am Wochenende abgestellt worden, dafür werde an der Biogasanlage Richtung Beidendorf „nun auch nachts das für das BHKW produzierte Gas lautstark in die Luft abgelassen“, so Madge. Die betroffenen Anwohner haben sich zusammengeschlossen, um gegen den Betrieb des BHKW vorzugehen.

Für die zuständigen Politiker und Vertreter des Energiebeirates ist die Lärmbelästigung mehr als nur eine ärgerliche Panne. Hans-Peter Fiebelkorn, stellvertretender Bürgermeister, erklärt: „Wir haben schall- und motortechnische Probleme. Am vergangenen Donnerstag haben wir die Anlage komplett gestoppt, seit Montag sind Mitarbeiter der Herstellerfirma Nek (Nachhaltige Energiesysteme und Anlagenbau Kaiserslautern) dabei, die notwendigen Dämm- und Isolierungsarbeiten auszuführen.“ Bis Freitag sollen sie damit fertig sein. Zum Abschluss werden zwei neue Lärmgutachten erstellt, eine von der Firma, eine weitere im Auftrag der Gemeinde. „Wir hatten mit der Firma vereinbart, dass die Schallemission nur bei 33 Dezibel liegen darf — und zwar über die kompletten 24 Stunden. Die gesetzlich festgeschriebene Grenze für reine Wohngebiete liegt tagsüber (6—22 Uhr) bei 50, nachts bei 35 dB“, ergänzt Stephan Lübbe, Diplom-Ingenieur von der Kieler E3 Plan GmbH. Professor Jürgen Rosenfeldt von der Fachhochschule Lübeck, der die Gemeinde Krummesse während der gesamten Projektphase begleitet, erklärt: „Das hier ist ein Modellprojekt. Lärmbelästigung und damit eine Ablehnung durch die Anwohner können wir uns gar nicht leisten.“ Und Stephan Schal, stellvertretender Vorsitzender des Energiebeirates, fügt hinzu: „Wir stehen in engem Kontakt mit der Bevölkerung und nehmen deren Sorgen sehr ernst. Schließlich wollen wir alle das Gleiche: dass niemand belästigt wird.“ Heute Abend berät auch die Gemeindevertretung in ihrer Sitzung um 20 Uhr in Klempaus Gasthof über den Lärmschutzärger am Blockheizkraftwerk.

Das ist ein Modellprojekt. Lärmbelästigung können wir uns nicht leisten.“Prof. Jürgen Rosenfeldt

Joachim Strunk

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