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Lauenburg Bäckereifilialen in Mölln geben auf
Lokales Lauenburg Bäckereifilialen in Mölln geben auf
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21:10 02.07.2013
Von Silke Geercken
Die Bäckerei-Fachverkäuferinnen Cindy Hoffmann (links) und Jana Bruckhoff sind seit Beginn dieser Woche für die Kunden der neuen Von-Allwörden-Filiale zuständig. Die bisher hier ansässige Bäckerei Gebrüder Eggers aus Schwarzenbek hat das Feld geräumt. Quelle: Fotos: Silke Geercken
Mölln

Es ist nicht mehr zu übersehen. In der Hauptstraße in Mölln hat das Bäckereisterben begonnen. Die Möllner Backstube (neben ehemals Karstadt) ist seit April geschlossen. Und jetzt hat das Café Knaack in der Innenstadt dicht gemacht. Auch die Firma Gebrüder Eggers aus Schwarzenbek hat sich aus der Hauptstraße zurück gezogen. Im Konkurrenzkampf behaupten konnte sich dagegen die Bäckerei von Allwörden, die seit Wochenbeginn die Eggers-Filiale führt. Es ist die zweite Filiale dieses Unternehmens in einer Straße.

Im Café Knaack, das seit fünf Jahren mitsamt der ganzen Firma von der Bäckerei von Allwörden übernommen wurde, lief es schon lange nicht mehr rund. „Seit Karstadt und Edeka dicht gemacht haben, fehlte die Laufkundschaft. Es war sehr still geworden, die Lage ungünstig“, sagt Thilo Kanz, Vertriebsleiter der Firma Allwörden. Außerdem sei der Pachtvertrag gerade ausgelaufen. Da habe es gepasst, dass die Bäckerei Eggers ihre Filiale auch aufgeben wollte. Der Vermieter sei daraufhin an die Firma von Allwörden heran getreten. „Wir wollten niemanden verdrängen“, betont Kanz.

Von Allwörden ist ein traditionelles Familienunternehmen. Seit Generationen werden die Geheimnisse des Bäcker- und Konditorhandwerks weitergegeben und perfektioniert. Aus der „Dampfbäckerei Sterley“, die Heinrich von Allwörden vor 107 Jahren gründete, ist ein modernes Unternehmen geworden: Mit rund 240 Filialen in Schleswig-Holstein, Hamburg, dem nördlichen Niedersachsen und Teilen Mecklenburg-Vorpommerns gehört von Allwörden heute zu den größten Handwerksbäckereien im Norden. Seit 2000 gibt es eine neue Produktionsstätte im Möllner Gewerbegebiet. Geschäftsführer sind Rolf und Manfred von Allwörden, die Urenkel des Firmengründers. Ihr Bruder Carsten ist 2007 beim Joggen tragisch verunglückt.

Bereits 2008 hat von Allwörden die für ihr Bio-Sortiment bekannte Bäckerei Knaack (damals 38 Filialen) aus Groß Grönau übernommen. Von Allwörden serviert seitdem nicht nur den Kunden der Filialen der Bäckerei Knaack große Teile des Bio-Sortiments, sondern auch in ausgesuchten Filialen der Bäckerei von Allwörden.

Das im gesamten Norden vertretene Unternehmen hat rund 1600 Mitarbeiter in den 240 Filialen. Jährlich am 1. August beginnen rund 100 neue Azubis ihren beruflichen Weg bei der Bäckerei von Allwörden.

Zwei Mitglieder der großen Allwörden-Familie sind Cindy Hoffmann und Jana Bruckhoff. Die beiden Bäckerei-Fachverkäuferinnen freuen sich auf die Kunden in der neuen Filiale in der Möllner Hauptstraße.

Die Stammkunden müssen sich nicht neu orientieren. Das Mobiliar von Eggers wurde übernommen.

Warum sich die Bäckerei Gebrüder Eggers aus der Hauptstraße in Mölln zurück gezogen hat, konnte gestern nicht erfahren werden. Die Geschäftsleitung war für eine Stellungnahme nicht zu sprechen.

Billig-Brötchen werden im Ausland produziert
„Das allgemeine Bäckersterben in Mölln begann bereits Ende der 90 Jahre“, erklärt Dirk Baumgarten, Bezirksmeister der Bäckerinnung. Ein großes Problem kleiner Bäckereien sei, einen Nachfolger zu finden. „Den jungen Meistern fehlt das Startkapital, die Vorgänger investieren kurz vor der Rente nicht mehr in den Laden, gerade wenn es nicht so gut läuft“, so Baumgarten. Die Leitung einer großen Bäckereifiliale sei attraktiver, als Inhaber einer kleinen Bäckerei zu sein. Denn in großen Bäckereien arbeitet der Inhaber nicht als nur Meister, sondern als Unternehmer mit einem großen Stab an Angestellten. Eine Meisterausbildung reiche nicht mehr aus, um eine erfolgreiche Bäckerei zu führen.

Ein weiterer Grund für das Nachsehen der kleinen Bäckereien seien die Unterschiede im strukturellen Aufbau. „Große Bäckereiketten haben einfach mehr Möglichkeiten, auf die Kundenbedürfnisse einzugehen“, stellt der Bezirksmeister fest. Ein großer Betrieb könne mehr in neueste technische Ausrüstung investieren und so mehr und vielfältiger produzieren, außerdem könne er die Backwaren besser lagern. Da mehr Personal eingestellt werde, könne dieses in Schichten eingeteilt werden. Auch Werbung wie durch den Internetauftritt sei in großen Betrieben professioneller. Das Bäckereisterben ziehe sich durch die gesamte Bundesrepublik, bis 2017 solle sich die Anzahl der Bäckereien von 16 000 auf 12 500 verringern.

„Der Verkauf günstiger Aufbackware in Supermärkten, Tankstellen und Selbstbedienungsbäckereien macht den tatsächlich noch backenden Bäckereien große Konkurrenz und führt zu Umsatzverlusten bei ihnen“, kritisiert Heinz Essel, Geschäftsführer der Bäckerei und Konditorenvereinigung Nord. Die zum Teil im Ausland beschafften Fertigbrötchen der SB-Bäckereien werden nur noch aufgebacken. Die Aufklärung der Verbraucher über Qualitätsunterschiede sei nicht ausreichend. ar

Silke Geercken

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