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Lauenburg Bagger rollen für mehr Mobilität
Lokales Lauenburg Bagger rollen für mehr Mobilität
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11:00 22.06.2017
Mit einem überdimensionalen Meißel hat der Bagger den stark zementhaltigen Stahlbeton der einstigen Verladerampe geknackt. Der Bau der Mobilitätsdrehscheibe kann beginnen. Quelle: Fotos: H. Marohn
Büchen

Stück für Stück frisst sich der Abbruchbagger mit seinem überdimensionalen Hydraulikmeißel durch den blauen Stahlbeton der einstigen Verladerampe auf dem längst verlassenen Rangiergelände des Büchener Bahnhofes. Beim Bau der Anlagen auf dem Gelände, das in den Zeiten der deutschen Teilung einer der wichtigsten Umschlagplätze im Berlinverkehr war, wurde einst nicht mit Zement gespart.

Bauarbeiten für Drehscheibe des Büchener Bahnhofes starten – Fertigstellung 2018 vorgesehen.

Bahnhofsumbau

Der Bau der Mobilitätsdrehscheibe an der Ladestraße soll rund 7,5 Millionen Euro kosten. Im Januar hatte Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) einen Förderbescheid über 5,2 Millionen Euro übergeben.

Die neue Park & Ride-Anlage an der Lauenburger Straße soll 1,84 Millionen Euro kosten. Büchen erwartet 1,6 Millionen Euro Zuschüsse.

Doch mehr als 25 Jahre nach dem Fall der Mauer und des einst keine zwei Bahnkilometer entfernten Eisernen Vorhanges werden in Büchen statt Güterwagen täglich bis zu 4000 Menschen „umgeschlagen“.

Dort, wo nur noch der Schotter der Gleisbetten an die einstigen Rangiergleise erinnert, soll bis Ende kommenden Jahres eine hochmoderne Mobilitätsdrehscheibe entstehen – eine Verknüpfung von Individualverkehr mit Auto, Fahrrad und zu Fuß mit Bussen, Fern- und Regionalzügen. Anfang der Woche haben auf der Nordseite nun die lange erwarteten Arbeiten begonnen.

Wo derzeit die Relikte aus der Blüte der Büchener Eisenbahnerzeit mit schwerem Gerät beseitigt werden, sollen bis Ende 2018 auf dem Gelände unter anderem 500 Pendlerparkplätze, fast 170 Fahrradstellplätze und ein komplett neues Eingangsportal mit Busbahnhof entstehen. Knapp 7,5 Millionen Euro hat die Gemeinde dafür veranschlagt. Das Projekt gilt landesweit als vorbildlich.

Bei ihren Arbeiten stoßen die Baggerfahrer nicht nur auf alte Betonrampen und Pflaster, sondern auch auch so manches, was die Bahn bei ihrem Abzug dort „vergessen“ hat. Darunter sind nicht nur jede Menge Metallteile, sondern auch weit über 100 Bahnschwellen, einige noch völlig unbenutzt und offenbar beim letzten Schwellentausch vor einigen Jahren auf der Strecke zwischen Büchen und Ludwigslust übriggeblieben.

Immer wieder gab es in der Vergangenheit auch Spekulationen über weitere Altlasten aus dem Betrieb des Rangiergeländes. „Die Gemeinde Büchen hat im Rahmen der Planung des Ausbaus des Bahnhofs Büchen zur Mobilitätsdrehscheibe für die geplanten baulichen Maßnahmen im Bereich der Ladestraße die Kosten für die Kampfmitteluntersuchungen, für mögliche notwendige Kampfmittel-Entsorgungen sowie für die Beseitigung von möglichen Altlasten die entstehenden Kosten mit einkalkuliert“, heißt es dazu von der Gemeinde.

Die Herausforderung beim Bau Anlage ist, den laufenden Betrieb der Pendlerparkplatzes aufrecht zu erhalten. So entsteht in dem Bereich, wo jetzt die Abbrucharbeiten begonnen haben, zunächst ein Behelfsparkplatz. Nach dessen Fertigstellung sollen dann die Arbeiten im östlichen Bereich der Ladestraße beginnen, wo auch der Tunnel unter dem Rangiergelände zu einem großen Teil zurückgebaut wird.

Um eine Vertaktung zwischen Bus und Bahn zu ermöglichen, wird ein Warteparkplatz für Busse mit einem Aufenthaltsgebäude für die Fahrer gebaut. Auch die DLRG soll an der Ladestraße eine neue Heimat finden.

Die Fertigstellung der gesamten Anlage ist für das kommende Jahr vorgesehen. Bis dahin werden sich die Bagger immer wieder Zentimeter für Zentimeter durch Wände, Fundamente und andere Bauten aus Stahlbeton fressen.

 Holger Marohn

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