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Bahn will Lärmschutz für Schwarzenbek

Schwarzenbek Bahn will Lärmschutz für Schwarzenbek

Regierung muss Pläne für Zäune und „Flüsterbremsen“ noch absegnen.

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Schwarzenbek. Es gibt Hoffnung für die Schwarzenbeker, die von starkem Bahnlärm geplagt werden. Diese Nachricht brachte der CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann zu einem Besuch bei der Bürgerinitiative gegen Bahnlärm mit. Die Deutsche Bahn AG (DB) will dem Bundesministerium für Verkehr vorschlagen, die Bahnstrecke durch Schwarzenbek in das so genannte Lärmsanierungsprogramm des Bundes aufzunehmen. Dafür braucht sie jedoch die Zustimmung des Bundesregierung. Schallschutzzäune entlang der Strecke und leisere Bremsen stehen in Aussicht. Mit dieser Nachricht war Brackmann den lauenburgischen Bundestagskandidaten, die sich bei Kaffee und Kuchen ganz privat bei Gerda Matzat über die Bahnstrecke informierten und diskutierten, einen Schritt voraus.

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Die Bundestagskandidaten Nina Scheer (SPD, v. r.), Christel Happach-Kasan (FDP), Konstantin von Notz (Grüne) und Norbert Brackmann (CDU) im Garten von BI-Sprecherin Gerda Matzat (l.).

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Bürgervorsteher Konrad Freiberg (SPD) hatte neben Brackmann auch Konstantin von Notz (Grüne), die Bundestagskandidatin Dr. Nina Scheer (SPD) und Dr. Christel Happach-Kasan (FDP) an einen Tisch gebracht. Bei den Lärmschutzmaßnahmen geht es konkret zunächst um die sogenannte „Flüsterbremse“. „Sie vermindert das Aufrauen der Räder und mindert somit das Rollgeräusch deutlich“, heißt es in dem Schreiben der DB an Brackmann, dass den LN vorliegt. Leise Bremssohlen verminderten die Lärmbelastung um zehn Dezibel, was gefühlt einer Halbierung des Lärmes entspräche. Der CDU-Bundestagsabgeordnete steht nach eigenen Angaben seit zwei Jahren im regen Schriftverkehr mit der Bahn und fordert Lärmschutz für die Europastadt.

Gerda Matzat wohnt keine 100 Meter von den Bahngleisen entfernt, im Winkel. Und der Besucher auf ihrer Terrasse kann sich beim ständigen Vorbeifahren der Züge oft nur noch durch lautes Sprechen oder Schreien verständigen. Sie gründete eine Bürgerinitiative gegen den Bahnlärm und sammelte bisher ganze 700 Unterschriften. „Wir wohnen in einem alten Haus und haben keinen Anspruch auf Lärmschutzfenster“, so Gerda Matzat. Die Bahntrasse durch Schwarzenbek besteht schon lange. Unterstützung im Rahmen einer Lärmvorsorge gibt es nur beim Neubau von Trassen. Deshalb konnten die Matzats bisher nicht davon profitieren. Die Lärmsanierung hingegen wird auch auf bestehende Strecken angewendet und bietet Hoffnung.

Die Nachbarn und viele Mitbürger teilen ihre Sorgen, leiden seit Jahren unter der hohen Lärmbelastung vor allem durch die Güterzüge. 2002 wurde die Strecke Berlin-Hamburg ausgebaut. Seitdem hat sich der Pegel stark verschlimmert, berichtete Gerda Matzat. „Der Lärm bricht sich an der Waldgrenze im Süden Schwarzenbeks“, berichtete sie. Auch diejenigen hören also die vorbeidonnernden Züge, die weit von Gleisen entfernt leben. Täglich fahren ihren Informationen nach über 150 Züge auf dieser Strecke.

Die DB will bis 2020 alle Züge mit Flüsterbremsen ausstatten. 7000 Güterwagen und 25 000 Waggons haben schon leise Bremsen. 180 000 Waggons sind insgesamt in Deutschland unterwegs. Die vielen ausländischen Züge werden damit jedoch nicht leiser. Abgesehen von der Diskussion um Nutzungsentgelte, könne man technische Anforderungen wie Lärmschutzbremsen mittelfristig zur Auflage machen, schlug Nina Scheer vor.

„Wer in Büchen auf dem Bahnhof steht, weiß, dass es trotz neuer Bremsen noch sehr laut ist“, gab Christel Happach-Kasan zu bedenken. Konstantin von Notz begrüßte die Aussicht auf Lärmschutzmaßnahmen und zeigte Verständnis für die Forderungen der Bürgerinitiative gegen Bahnlärm. Er mahnte jedoch, nicht zu viel zu erwarten. „Die Bahn kann den Euro dafür nur einmal ausgeben“, sagte von Notz. Und Nina Scheer kritisierte, dass die Bahn noch kein Zeitfenster genannt habe, in dem es tatsächlich zu Lärmschutzmaßnahmen in Schwarzenbek kommen könne.

Lärmschutzprogramm soll Lücken schließen
Laut Deutsche Bahn AG sind im Rahmen des Lärmschutzprogrammes der Regierung bereits 442 Kilometer Schallschutzwände gebaut worden und über 48 300 Wohnungen mit Schallschutzfenstern ausgestattet worden. Damit seien rund 30 Prozent aller Strecken des Programms lärmsaniert.

Florian Grombein

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