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Bahnlärm im Lauenburgischen: Viele Fragen, wenig Antworten

Schwarzenbek Bahnlärm im Lauenburgischen: Viele Fragen, wenig Antworten

Das Thema Bahnlärm sorgt in Schwarzenbek und Büchen für ordentlich Zündstoff, der Unmut ist weiter groß. Die SPD hatte zur Diskussion nach Schwarzenbek geladen, um mit 80 Gästen darüber zu diskutieren.

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Volles Haus in Schwarzenbek: Zur Diskussion um den Schienenverkehr im Lauenburgischen sind am Mittwochabend 80 Gäste gekommen. Vertreter der Bahn und der SPD im Land und im Bund stellten sich den Sorgen der Bürger. Die befürchten mehr Bahnlärm.

Quelle: Fotos: Philip Schülermann

Schwarzenbek. Das Thema Bahnlärm sorgt in Schwarzenbek und Büchen für ordentlich Zündstoff, der Unmut ist weiter groß. Bürger fürchten mehr Lärm durch Güterzüge, wollen aber auch besseren Nahverkehr. Sie suchen nach Antworten — Bahn, Landesverkehrsminister und SPD-Fraktion müssen vertrösten.

LN-Bild

Die SPD hatte zur Diskussion nach Schwarzenbek geladen — 80 Gäste kamen — Wie wird sich der Schienenverkehr entwickeln, und wie laut wird es bis 2030?.

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Die SPD hat zur Diskussion um Bundesverkehrswegeplan und Lärmschutzsanierungen geladen und etwa 80 Gäste sind ihr in Schröders Hotel nach Schwarzenbek gefolgt. Sie wollen Antworten auf seit langem offene Fragen bekommen, wie es an Lauenburgischen Bahnstrecken weitergeht. Vor allem der Lärm bereitet ihnen Sorge.

Die so gennante „Y-Trasse“ ist vom Tisch, die „Alpha E“ soll kommen. Bürger entlang der Strecke Hamburg-Berlin befürchteten, dass damit der Lärm zunehmen könnte. Laut Bahn ist die Sorge aber unbegründet (die LN berichteten). Fest steht aber, dass der Güterverkehr über Schwarzenbek und Büchen zunimmt. Bis 2030 könnten 130 Güterzüge die Strecke nutzen. „Wenn ,Alpa E‘ fertig ist, nur noch 54“, sagt Kirsten Lühmann, verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion. Das könne aber zehn bis 15 Jahre dauern. „Ein Mehr wird bleiben“, dann nehme der Verkehr ab. Es fehlt allerdings an Lärmschutz.

Was in der Zeit bis 2030 passiert, will auch Verkehrsminister Reinhard Meyer wissen. „Auch ,Alpha E‘ muss gebaut werden“, sagt er. Wie viele Züge dort durch den Kreis donnerten, wüssten sie bis heute nicht, sagt er und spricht von „Auswirkungen, die Sie hier vor Ort spüren werden“.

Manuela Herbort ist für die Bahn zur Diskussion gekommen. Die Konzernbevollmächtige für Schleswig-Holstein verspricht: „Es ist erklärtes Unternehmensziel, den Schienenlärm bis 2020 zu halbieren.“

Dabei setzte die Bahn unter anderem auf leisere Züge. „Wir kaufen nur noch solche Fahrzeuge.“ Gerda Matzat von der Schwarzenbeker Initiative gegen Bahnlärm wirft aber ein, dass auch viele ausländische Züge oder solche von anderen Unternehmen auf der Strecke unterwegs seien. Auf EU-Ebene sei man da am Ball sagen Meyer und Herbort. Kirsten Lühmann: „Wir verpflichten Unternehmen umzurüsten. Sonst erhöhen wir die Trassenpreise.“

Da wäre noch der Nahverkehr, der den Lauenburgischen Bahnfahrern Kummer bereitet — „Alpha“ und Fehmarn-Belt-Tunnel könnten auch für mehr Verkehr sorgen. Dem Vorwurf aus dem Publikum, die Regionalzüge müssten den Fernverkehr durchlassen und würden den Pendlerverkehr so stören, widerspricht Manuela Herbort. Ein Zuschauer richtet sich an den Verkehrsminister: Statt eine Milliarde Euro in den Kanal zu stecken, solle man in Schienen investieren. Eine solche Diskussion sei nicht gut, sagt der. Ein anderer Gast sagt: „Sie wollen Menschen auf die Schiene bringen und machen es uns hier so schwer.“

Viele Antworten haben Nina Scheer, Moderator Peter Eichstädt und die anderen Bahn- und SPD-Experten an diesem Mittwochenabend nicht parat. Vielmehr haben sie selbst noch viele Fragen. Kirsten Lühmann sagt: „Für Sie ist ,Alpha E‘ wichtig“ — auch, ob in der Bauphase umgeroutet werde. Minister Meyer verspricht, sich um Antworten zu bemühen, was in der Zeit bis zur „Alpha-Trasse“ passiert.

SPD-Bundestagsabgeordnete Nina Scheer: „Ich hoffe, das war heute nicht der letzte Bahngipfel.“

Von Philip Schülermann

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