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Lauenburg Bald geht’s ins große Sommergehege
Lokales Lauenburg Bald geht’s ins große Sommergehege
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20:34 10.04.2017
Wenn jemand mit Futter lockt, kommen die Fredeburger Wisente relativ zügig an den Zaun. Quelle: Fotos: Jens Burmester

Es dauert nicht mehr lange, bis die Wisentfamilie vom kleineren Wintergehege in das etwa doppelt so große Sommergehege umzieht. Die Kreisjägerschaft hat am Wochenende das 2,6 Hektar große Sommergehege für die Saison vorbereitet. In zwei, drei Wochen ist das Gras dann hoch genug und die Tiere werden umgesiedelt. Derzeit leben hier ein Bulle, vier Kühe und drei Jungtiere.

Kreisjägerschaft hat die neue Bleibe für die Wisente vorbereitet – Tiere sind touristische Attraktion.

Vor zwei Jahren hat die Kreisjägerschaft die Tiere und die beiden Gehege vom Kreis übernommen. Das Wisentgehege mit seinen Tieren stand im Jahr 2015 kurz vor der Auflösung. Seither kümmern sich die Waidmänner um alles, was damit zu tun hat, auch um die Sponsorensuche. Denn ohne finanzielle Hilfe geht nicht viel. Etwa 12000 Euro kostet das Wisentgehege in Fredeburg jährlich. „Für uns als Kreis ist es wichtig, dass die Kreisjägerschaft Menschen gefunden hat, die sich für das Gehege einsetzen“, erklärte Landrat Dr. Christoph Mager, der mit seiner Familie am Sonnabend vorbei schaute, als neue schwere Eichenpfähle eingesetzt wurden, um den Zaun zu verstärken.

Bernd Karsten (66) und Andreas-Peter Ehlers (61), die beiden Vorsitzenden der Kreisjägerschaft, sind stolz darauf, dass das Wisentgehege erhalten bleibt. „Man kann den Sponsoren nicht genug danken, die uns hier bei unserer Arbeit finanziell unterstützen. Sie alle sind auf einer Tafel am Futterhaus des Wintergeheges aufgeführt. Natürlich gibt es auch Sponsoren, die dort gar nicht aufgeführt werden wollen, die lieber dezent im Hintergrund bleiben wollen“, erklärt Ehlers.

Revierförster Norbert Oldenburg, der Ende Oktober dieses Jahres in den Ruhestand geht, ist seit 30 Jahren im Revier. Er hat das Wisentgehege von Beginn an mit begleitet. „Damals waren es zwei Tiere, der Bulle ’Aviat’ und die Kuh ’Avita’, die hier untergebracht wurden“, erinnert sich Oldenburg.

Die Tiere kamen aus Schweden und wurden dem damaligen Kreispräsidenten Drews angeboten. Forstausschuss und Kreistag fassten Beschlüsse, sodass einem Wisentgehege mit den beiden Tieren aus Schweden nichts mehr im Weg stand. Das Projekt wurde später unter die finanzielle Obhut des Naturparks Lauenburgische Seen gestellt. Die Tiere werden übrigens im Zuchtbuch in Polen geführt. „Es wäre ein Jammer, wenn das Gehege wegfallen würde“, machte Revierförster Oldenburg deutlich. Hier würden viele Besucher kommen, um einmal diese imposanten Tiere aus der Nähe betrachten zu können. Es sei schon eine touristische Attraktion für die Region. Und damit es den Tieren gut geht, hat man mit dem eigentlichen Betreuer Norbert Just die perfekte Besetzung gefunden. „Der wohnt gleich um die Ecke in einem der beiden Gehöfte. Er füttert täglich die Tiere und hat auch die laufenden Geschäfte, also alles, was rund um die Wisente so anfällt, übernommen“, freut sich Vorsitzender Bernd Kasten.

Natürlich freuen sich die Jäger auch über neue Sponsoren für das Wisentgehege. Reparaturen, Instandhaltung, Tierarztkosten und Futter fallen immer an. Nur mit Hilfe der Sponsoren ist es möglich, dass diese zotteligen Riesen auch heute noch in Fredeburg zu sehen sind.

Wer spenden möchte, kann das auf das Konto der Kreisjägerschaft bei der Kreissparkasse Herzogtum

Lauenburg mit der IBAN:

DE22 2305 2750 0005 0039 38.

Europäisches Wildrind

Der Wisent oder auch europäischer Bison (Bos bonasus) ist ein europäisches Wildrind, das vor Jahrhunderten in kleinen Gruppen frei in Europa lebte. In den 1920er Jahren war der Wisent vom Aussterben bedroht. Zu Beginn der 1950er Jahre konnten erstmals an der polnisch-weißrussischen Grenze Wisente ausgewildert werden. 2013 wurden im Rothaargebirge erstmals in Deutschland acht Wisente ausgewildert. Wisente sind die größten und schwersten Landsäugetiere in Europa. jeb

Jens Burmester

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