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Lauenburg Bald leuchten unsere Laternen wieder
Lokales Lauenburg Bald leuchten unsere Laternen wieder
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20:22 08.11.2013

Laternenumzüge sind hochromantisch und fast besinnlicher als die gesamte folgende Adventszeit. Zumindest in der Vorstellung. Praktisch erfordert das Laternegehen eine durchdachte Logistik, starke Nerven sowie eine gewisse Textsicherheit fürs Liedgut und Humor.

„Lichter erlöschen, Streichhölzer sind nass, Batterien alle, die Leuchtstäbe kaputt, die Musik ist zu laut und das Tempo zu schnell oder zu langsam“, zählt Anette Schneider lachend auf. Als Leiterin der Kita Dr.-Julius-Leber-Straße weiß sie, dass all die kleinen Pannen an St. Martin dazugehören und das Vergnügen keineswegs schmälern. Man muss sich einfach nur darauf vorbereiten. Auch darauf, dass sich Geschwisterkinder am Anfang leidenschaftlich um die Laternen streiten. Und dass am Ende die Erwachsenen alle nach Hause tragen. Auch die erschöpften Kinder.

„Wenn man all das weiß, wird es tatsächlich wunderschön“, sagt Schneider, die sich mit ihren Kollegen in diesem Jahr auf einen besonderen Umzug freut. Am Martinstag, 11. November, werden sie erstmals mit der Kita Der kleine Mukk, der Kita St. Marien, der Marien- Schule und der Krippengruppe Marienkäfer einen Sternmarsch auf die Beine stellen. Die Gruppen starten in den jeweiligen Einrichtungen.

Ziel ist St. Marien, wo ein Gottesdienst mit Vorspiel gefeiert wird. Beginn ist in der Kirche um 17.30 Uhr, anschließend gibt es davor Kinder-Punsch und Laugengebäck — beides gesponsert von den Kapitänen der Schiffergesellschaft zu Lübeck und der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung.

Doch zunächst müssen die Laternen gebastelt werden. In der Kita Dr.-Julius-Leber-Straße sind es drei verschiedene Motive, die sich an den Gruppennamen orientieren: Wichtel, Igel und Erdmännchen.

„Wenn die Kinder gut mitmachen, brauchen wir im Schnitt eine Stunde pro Stück“, sagt Erzieherin Sigrid Rother (47). Insgesamt sollen es 45 Laternen werden — und das Kita-Kollegium denkt sich jedes Jahr neue Modelle aus. Rother: „Die sogenannten Käseschachteln-Laternen sind ein Klassiker, den man gut variieren kann.“ Für die Wichtel- Zylinder müssen die Kinder Farben erkennen und das Papier schneiden, reißen und kleben. „Das ist nicht nur gut für die Feinmotorik“, sagt Rother, „die Kinder erleben auch, dass aus Unscheinbarem Großes entstehen kann.“

Ein Erlebnis, nicht nur für die Kleinen. Mutter Audrey Picard (37) ist vor anderthalb Jahren aus Frankreich nach Lübeck gezogen und erlebte mit Überraschung ihren ersten Laternenumzug. „Wir kennen das in meiner Heimat nicht“, erklärt sie und findet den Brauch nun sehr schön. Iris Grevsmühl (51) hat hingegen schon mindestens 20 solcher Spaziergänge mitgemacht. „Langweilig wird es aber nie“, sagt die sozialpädagogische Assistentin, während sie Siraj und Louisa (beide 3) beim Kleben hilft. Vielleicht liege es auch daran, dass sie sich alle die kindliche Freude daran, diesen Zauber bewahrt haben, vermutet sie.

Ein Stockwerk höher dürfen Alice und Isaac (beide 5) schon einmal ausprobieren, wie schön die Laternen mit Licht aussehen. Die Eltern können beim Umzug selbst entscheiden, wie sie die Kunstwerke illuminieren: Kerze oder Lichterstäbe mit Batteriebetrieb. „Das echte Licht ist feierlicher — und die Kinder finden es sehr magisch“, sagt Leiterin Schneider, „aber für die Jüngeren ist es noch zu schwierig.“

Nicht minder wichtig ist das gemeinsame Singen. Für den Sternmarsch sind acht Lieder ausgewählt worden, und Erzieherin Angela Weyers (54) übt seit Anfang Oktober jeden Morgen mit ihren Schützlingen.

Und sie hofft, dass auch die Eltern mitsingen. „Wir brauchen jede Stimme.“ Dann wird es bestimmt wirklich hochromantisch und sehr besinnlich.

Cosima Künzel

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