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Lauenburg Bauern fordern Respekt und bieten Transparenz
Lokales Lauenburg Bauern fordern Respekt und bieten Transparenz
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18:26 18.06.2016
Kreisbauernchef Reinhard Jahnke (l.) begrüßte unter den mehr als 250 Teilnehmern des Kreisbauerntages auf dem Hof von Christoph Möller in Schulendorf unter anderen Pröpstin Frauke Eiben, Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) und SH-Bauernpräsident Werner Schwarz. Quelle: Strunk

In den vergangenen Jahren sei immer öfter die Forderung erhoben worden, die Bauern sollten ihren Berufsstand und ihre Anliegen doch emotionaler vertreten.

„Diskussion ja, aber keine ideo- logische Stimm- ungsmache!“Meinhard Füllner,

Kreispräsident

Doch das führte offenbar zu immer schärferen Auseinandersetzungen zwischen ihnen und ihren Kritikern. „In solchen Situationen müssen wir uns eher nüchtern und sachlich mit den Argumenten beschäftigen“, erklärte Stefan Gersteuer, Generalsekretär des schleswig-holsteinischen Bauernverbandes und Hauptredner beim 79. Kreisbauerntag am Freitagabend in Schulendorf.

In einer tatsächlich sehr nüchternen und fast einstündigen Analyse, schilderte er den rund 250 Teilnehmern der Versammlung auf dem Kartoffelhof von Christoph Möller die Gründe für die derzeitige Marktkrise, die vor allem die Milchviehwirtschaft betrifft. Allerdings habe es entsprechend prekäre Situationen immer auch auf dem Schweine- und dem Getreidemarkt gegeben.

Die Hauptursachen für die drastisch gesunkenen Milchpreise seien einerseits die weltweite Überproduktion, andererseits Absatzeinbrüche in den so wichtigen und großen Märkten wie Russland (EU-Embargo), China und den Ölförderländern. Gersteuer stellte die verschiedenen Phasen der deutschen und europäischen Agrarpolitik dar, die sich weg von Subventionen und hin zur völligen Marktorientierung und zum Greening (Erhalt von Dauergrünlandflächen wie Wiesen und Weiden und verstärkte Anbaudiversifizierung) entwickelte, womit viele Landwirte bei der Umsetzung Probleme hatten und haben.

Zur Krisenbewältigung hat der Bauernverband verschiedene Forderungen an die Politik gestellt: Liquidität, Exportförderung, Produktionsregulierung durch Marktbeteiligte, Preisabsicherung und Bürokratieabbau. Einige Anzeichen sprächen dafür, dass sich der Milchpreis bis zum Jahresende möglicherweise auf rund 30 Cent je Liter erholen könnte, machte Gersteuer den Milchbauern Hoffnung.

Unabhängig von den Problemen beim Absatz ihrer Produkte auf den Weltmärkten, gelte es aber auch, das Image der Bauern zu verbessern, führte der zweite Hauptredner, Sönke Hauschild vom Bauernverband, aus. Hier sollten die Landwirte verstärkt auf die sozialen Medien im Internet setzen und an den Haaren herbeigezogenen Argumenten oder gar Lügen mit Sachlichkeit, Ehrlichkeit, Transparenz und auch mit Humor begegnen, um sich wieder den notwendigen Respekt zu erarbeiten. Entsprechende Beispiele, wo es dem Bauernverband gelungen sei, nannte Hauschild in seiner ebenfalls langen Rede.

Zuvor war bereits Kreispräsident Meinhard Füllner auf jüngste Diskussionen eingegangen, verursacht durch „Verbandsvertreter, die mit missionarischem Eifer“ unwahre oder ungenaue Behauptungen aufstellten und so zu „Brunnenvergiftern“ würden. Füllner: „Diskussion mit den Kritikern ja, aber keine ideologische Stimmungsmache!“ Man müsse endlich zu einer anderen Form des Diskurses kommen, zu einer neuen Gesprächskultur auf der Basis realer Fakten und Zusammenhänge. Dabei sollten die Landwirte vor allem die digitalen Medien für ihre Argumentation nutzen, riet auch der Kreispräsident.

Joachim Strunk

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