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Lauenburg „Bauernverband verschleiert systematisch“
Lokales Lauenburg „Bauernverband verschleiert systematisch“
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21:06 28.07.2017
Hans-Heinrich Stamer vom BUND reagiert mit Unverständnis auf die Aufklärungskampagne der Bauern. Quelle: Foto: Hm

Mit Unverständnis und Bedauern hat der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) die in den LN veröffentlichte „Aufklärungskampagne“ des Bauernverbandes zur Kenntnis genommen. „Mit der Kampagne klären die beteiligten Bauern die Öffentlichkeit nicht auf. Vielmehr versucht der Bauernverband, die Zusammenhänge von Überdüngung und Pestizidverwendung auf die Natur und Umwelt systematisch zu verschleiern“, erklärt Hans-H. Stamer vom BUND-Kreisvorstand. Für Laien erschienen die Argumente zur Ertragsmaximierung und zu Ackerbeikräutern plausibel, sie ließen aber die bekannten Vergiftungsfolgen im Grund- und Trinkwasser und die drohende Totalausrottung zahlreicher Tier- und Pflanzenarten der Agrarlandschaft völlig außer Acht.

Stamer: „Der BUND verkennt nicht, dass die Landwirte gut ausgebildet sind. Das Grundproblem der Umwelt- und Naturschutzprobleme sind nicht die Bauern, sondern ist die Ignoranz insbesondere der CDU im Bundestag angesichts des allseits bekannten Insektensterbens“ (Regierung warnt vor massivem Insektensterben, LN 15.7.17). Der BUND erwarte allerdings von allen Bauern und Landwirten, dass sie die Folgen ihrer Dünger- und Pestizidausbringungen richtig bewerten. Mit der Aussage, „40 Gramm Schutzmittel (Pestizid) werden in 500 Liter Wasser aufgelöst. Quasi nichts“ solle eine unbedarfte Einschätzung für die Öffentlichkeit bedient werden, dass dieses Nichts völlig problemlos sei, was es nachweislich tatsächlich aber nicht sei, wie Grundwassermessungen belegen würden. „Hier ist der Bauernverband mit seinen Mitgliedern nicht ehrlich“, sagt Stamer. Mit der Kampagne solle den konventionellen Landwirten und der allgemeinen Öffentlichkeit suggeriert werden, es könne weiterhin wie bisher gedüngt, gespritzt, versorgt und exportiert werden, ohne Nachteile für Mensch, Umwelt und Natur. Dieses sei aber eine gefährliche Sackgasse, die von Teilen der Politik und der Chemieindustrie zur Gewinnmaximierung betrieben werde.

Die „Aktuelle Belastungen und Auswirkungen auf die Seen und das Grundwasser in Schleswig-Holstein“ will der BUND am 10. Oktober, 19.30 Uhr im Quellenhof Mölln, in zwei Vorträgen des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume präsentieren.

LN

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