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Lauenburg Begeisterung, die ansteckt
Lokales Lauenburg Begeisterung, die ansteckt
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20:13 26.07.2017
Andrea Kanning, Leiterin Service im Hotel „Der Seehof“ in Ratzeburg, arbeitet seit 26 Jahren in dem jetzt 4,5-Sterne-Hotel. Der tägliche Umgang mit Menschen macht für sie die Faszination des Berufes aus. Quelle: Foto: Joachim Strunk

„Mein Glücksgefühl am Ende eines Arbeitstages stellt sich ein, wenn ich beispielsweise Gäste, die eher missgelaunt zu uns ins Restaurant gekommen sind, mit einem entspannten, zufriedenen oder gar fröhlichen Gesichtsausdruck auf ihr Zimmer oder nach Hause gehen sehe“, sagt Andrea Kanning mit einem ebensolchen fröhlichen Lächeln. Und das glaubt man ihr sofort.

Seit drei Jahren ist sie mit der Leitung des Service im Hotel „Der Seehof“ von Karl Schlichting betraut. Der Inhaber und erfahrene Geschäftsführer, der in Hamburg noch zwei weitere Hotels betreibt, hat schnell gemerkt, welche „Perle“ er da mit dem Haus vor fünf Jahren übernommen hatte.

Nach ihrer Ausbildung zur Gaststättenfacharbeiterin noch zu DDR-Zeiten, was der heutigen Restaurantfachfrau entspricht, arbeitete Andrea Kanning zunächst in einem Gadebuscher Restaurant, wo sie vom damaligen Seehof-Chef Ewald Fennes, „entdeckt“ und nach Ratzeburg geholt wurde.

„Hier habe ich seit 1991 erst als Tresenkraft gearbeitet, bin dann aber mit erst 21 Jahren unter dem damaligen Oberkellner Uwe Bodenstein zur stellvertretenden Restaurantleiterin aufgestiegen“, erzählt die Mutter eines heute 17-jährigen Sohnes. Gemeinsam mit ihm und ihrem Mann wohnt sie in Mustin. „Zuerst habe ich mit halber Kraft, später als mein Sohn größer wurde, 30 Stunden gearbeitet.

Mittlerweile bin ich wieder voll beschäftigt – also 40 Wochenstunden“, erklärt sie.

Das ginge nicht „ohne den Rückhalt in meiner Familie“, fügt Kanning hinzu. Denn der Gastronomie-Job ist mit seinen Dienstzeiten für die Beschäftigten, aber auch für die Angehörigen gewöhnungsbedürftig: „Bei größeren Gesellschaften wie Hochzeiten am Wochenende kommt man meist erst am frühen Morgen nach Hause.“

Doch die Anstrengung macht der Spaß an der Arbeit, am Umgang mit den Gästen und den Kollegen wieder wett, so Kanning. „Mit der Zeit bekommt man eine so große Menschenkenntnis.“ Der Umgang mit anderen sei ihr schon immer leicht gefallen. Das mache den Job für sie so vielfältig. Jeden Tag lerne sie dazu: „Von den interessanten Menschen, die zu uns kommen, aber auch von meinen aktuell fünf Auszubildenden. Denen versuche ich etwas beizubringen, von dem Beruf, wie eine Menüfolge aufgebaut ist, die Warenkunde, also um welche Weine und Speisen es sich handelt, und wie man sich verhält, wenn es negative Rückmeldungen oder Beschwerden seitens der Gäste gibt.“

Im Gegenzug erfahre sie – neben den Erfahrungen mit ihrem Sohn – wie die heutige Jugend so tickt und wie die aktuellen Umgangsformen sind. Das wird dann natürlich nicht gleich eins zu eins übernommen, „die Alte Schule“ sei immer noch angesagt. Aber es sei nicht verkehrt, wenn man über den Trend der Zeit Bescheid wisse.

Die Faszination, die Begeisterung über ihren Beruf strahlt Andrea Kanning regelrecht aus. Das macht sie bei den Gästen, die sie manchmal mit Details aus fast vergangenen Zeiten („im vergangenen Jahr hatten Sie bei Ihrem Besuch Erdbeeren, heute gibt es dafür Kanapées“) überrascht, so beliebt. Und das wiederum macht auch ihr Haus, den „Seehof“, dem sich Andrea Kanning „mehr als verbunden fühlt – mein Team ist meine zweite Familie“, so erfolgreich.

Joachim Strunk

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