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Lauenburg Bei Radwegen hört die Solidarität auf
Lokales Lauenburg Bei Radwegen hört die Solidarität auf
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22:15 16.10.2013
Berkenthin

Mit ihrem gemeinschaftlichen Feuerwehrkonzept haben die elf Orte im Amt Berkenthin ein Vorbild geschaffen, das sogar über die Landesgrenzen hinweg positiv beachtet wird.

Unlängst wurde auch ein Kindergartenzweckverband gegründet, um unbürokratisch und schnell auf Probleme bei der Betreuung von Klein- und Vorschulkindern reagieren zu können. Doch beim Radwege-Solidarpakt hört offenbar die Nächstenliebe auf: Rondeshagen und Kastorf äußern Bedenken oder wollen gar die Gefolgschaft verweigern.

Selbst für die Amtsverwaltung kam die Mitteilung aus dem zuständigen Bundesministerium überraschend, nämlich dass die Schließung von Radwegelücken in der Stecknitz-Region mit Mitteln aus der so genannten Klimaschutzinitiative gefördert werde. Und zwar explizit der Bau eines Radweges an der Landesstraße 220 von Göldenitz nach Niendorf sowie entlang der Kreisstraße 54 von Berkenthin (Einmündung Kirchenstraße) bis Hollenbek beziehungsweise Ortsausgang Hollenbek bis Behlendorf mit rund 320 000 Euro.

Ein Bescheid, heißt es aus der Verwaltung, liege zwar noch nicht vor, trotzdem sei man optimistisch , dass die Mittel kurzfristig bewilligt würden. Zudem hat der ländliche Zentralort Berkenthin beschlossen, beide Maßnahmen mit insgesamt 100 000 Euro zusätzlich zu unterstützen.

Der Haken daran: 18 Prozent der Kosten sollen durch Solidarbeträge der übrigen Amtsgemeinden finanziert werden, den Rest der Summe zahlen die vier „Bauträger-Orte“ Behlendorf, Berkenthin, Niendorf und Göldenitz. „Zahlreiche Gemeinden“ hätten sich bereits für eine solche Kostenbeteiligung ausgesprochen, heißt es aus dem Amt. Nur in Rondeshagen und Kastorf gibt es schwere Vorbehalte. Denn: Insgesamt werden für beide Radwege 961 000 Euro an Kosten veranschlagt, 620 000 für den zwischen Niendorf und Göldenitz, 341 000 für den zwischen Behlendorf und Berkenthin. Da der anteilige Betrag für die „Solidar-Gemeinden“ sich an den Einwohnerzahlen orientiert, fiele auf Rondeshagen ein Betrag von rund 21 000 Euro. Das erscheint den dortigen Gemeindevertretern zu hoch. Bürgermeister Andreas Albrecht (CDU): „Die Notwendigkeit eines Radweges von Behlendorf nach Berkenthin ist unumstritten. Bei dem anderen gibt es Zweifel. Denn dort kann man ja auch den Radweg direkt am Kanal nutzen. Ein neuer an der L 220 ist zu teuer. Das können wir uns einfach nicht leisten.“ Gestern Abend wollten die Ortsvertreter Rondeshagens das weitere Vorgehen beraten.

Heute tagen die Kastorfer (20 Uhr, Feuerwehrgerätehaus). Ihre Haltung scheint noch unversöhnlicher zu sein. Hier werden aber nicht finanzielle Gründe, sondern die Entscheidung des Zentralorts Berkenthin gegen die Ansiedlung eines Supermarktes in Kastorf angeführt. Bürgermeister Wolfgang Wiedenhöft: „Berkenthin selbst hat die Solidargemeinschaft der Dörfer zuvor mit dieser Entscheidung aufgekündigt.“

Joachim Strunk

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