Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Bei Wentorfer Feuerwehr herrscht wieder Teamgeist
Lokales Lauenburg Bei Wentorfer Feuerwehr herrscht wieder Teamgeist
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:36 17.05.2018

Die Affäre war auch überregional verfolgt und beachtet worden, da es laut Kreiswehrführer Sven Stonies einmalig im Kreis Herzogtum Lauenburg war, dass ein gewählter Wehrführer – Thomas Martens – im Nachhinein von Teilen der Wehr massiv kritisiert und aufgrund dessen von der Gemeindevertretung anschließend nicht vereidigt wurde.

Die persönlich und schriftlich vorgebrachte „Kritik von acht oder neun“ Kameraden (Bürgermeisterin Nicole Demir) basierte offenbar auf persönlichen Animositäten und Differenzen. Offenbar störten sich viele am Umgangston Martens’, konkret wurden die Vorwürfe in der Öffentlichkeit aber nicht benannt.

Dies versuchte Bürgermeisterin Nicole Demir auch bewusst zu vermeiden, musste sich aber wegen ihrer Zurückhaltung zur Vereidigung von Martens von dessen Unterstützern innerhalb der Wehr heftige Vorwürfe gefallen lassen. „Für mich und mein Umfeld war das der Super-Gau. Ich war von Selbstzweifeln geplagt, so eine Situation hatte ich bislang nicht gekannt. Plötzlich stand ich als die böse Bürgermeisterin da, die von Feuerwehr keine Ahnung hat“, erklärte Demir vor der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Wehr am Mittwochabend.

Nach ihr ergriff Amtswehrführer Volker Bockholt aus Kühsen das Wort und dankte sowohl Demir – „Du hast aus meiner Sicht alle Entscheidungen richtig getroffen“ – als auch Michael Bornhorst. Der stellvertretende Wentorfer Wehrführer, dessen Amtszeit bis zum 20. März lief, war vom Kreis zum „Beauftragten“ bestellt worden, um die Krise in der Dorfwehr zu bewältigen. Bockholt: „Danke, lieber Michael, dass du mit deiner ruhigen Art wesentlich dazu beigetragen hast, die Lage zu beruhigen“.

Beruhigt ist die Situation insoweit, dass sich insgesamt 13 Mitglieder, davon zehn aktive, aus der Wentorfer Wehr abgemeldet haben und ausgetreten sind. „Insofern“, so Demir, „haben wir unser Ziel, die Spaltung der Wehr zu verhindern, nicht erreicht.“ Acht von diesen zehn sollen dem Vernehmen nach beim THW in Mölln eine neue Aufgabe und Bestätigung gefunden haben.

Auch um eine Beruhigung der aufgeheizten Gemüter waren Nicole Demir, einige Gemeindevertreter und die kommissarische Wehrführung bemüht. So überraschten sie Thomas Martens bei einem spontanen Besuch zu Hause mit einem Versöhnungsbier und dankten ihm für den langjährigen, treuen Feuerwehrdienst – sechs Jahre als stellvertretender und zwölf Jahre als erster Wehrführer – mit einer Urkunde und persönlichen Geschenken für die ganze Familie Martens (auch dessen Frau und Sohn waren ausgetreten).

In einem zweistündigen Gespräch versuchten sie, auf ein Niveau zu kommen, „dass man sich bei Begegnungen gerade in die Augen schauen kann“, so Michael Bornhorst, der auch die anderen ausgetretenen Kameraden aufsuchte.

Keine Stunde lang dauerte am Mittwoch dagegen die Sondersitzung im Feuerwehrgerätehaus. „Das war die schnellste Wahl, die ich je erlebt habe“, bilanzierte der „Beauftragte“ Michael Bornhorst.

„Wenngleich es aber auch der längste und härteste Weg bis dahin war.“ Man habe im Vorfeld nach dem Rück- und Austritt der verprellten „Martens-Fraktion“ Gespräche „mit jedem einzelnen geführt und jeden und jede gefragt, wen er oder sie sich in verantwortlicher Stellung vorstellen könnte und ob er oder sie auch selbst bereit wäre, ein Amt zu übernehmen“. Angesichts dessen verlief die Wahl tatsächlich reibungslos.

In geheimer Wahl wurden Nils Schlicht als Wehrführer und Adam Möller als sein Stellvertreter einstimmig erkoren. Beide bedankten sich für das große Vertrauen und die Zustimmung bei ihren Mitstreitern. Schlicht versprach: „Wir werden eine gute Truppe auf die Beine stellen und dabei Spaß haben!“

Von Joachim Strunk

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am 11. Mai endete die Vertragsabschlussphase für die Errichtung des Gigabit-Glasfasernetzes in der Gemeinde Krüzen des Amtes Lütau. Für die Umsetzung des Ausbaus war eine Mindestanschlussquote von 55 Prozent gesetzt. Diese wurde mit inzwischen 59 Prozent deutlich übertroffen.

17.05.2018

Sommerspiele für geistig behinderte Sportler gehen heute in der Landeshauptstadt Kiel auf die Zielgerade.

17.05.2018

Es flackerte nur kurz: Ein, zwei Sekunden lang ging das Licht aus und die Computer fuhren im Kreishaus in Ratzeburg runter, wie Kreissprecher Tobias Frohnert erklärte.

16.05.2018
Anzeige