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Lauenburg Bei der Energiewende ist Nina Scheer in ihrem Element
Lokales Lauenburg Bei der Energiewende ist Nina Scheer in ihrem Element
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18:31 08.04.2017
Nina Scheer (SPD) will wieder in den Bundestag. Quelle: Foto: Holger Marohn

Auf dem Tisch im Geesthachter SPD-Wahlkreisbüro von Nina Scheer stehen Teller mit Brötchen und Laugenstangen, Käse, Butter und Bio-Marmelade. Die Bundestagsabgeordnete hat zum Frühstück geladen. Knapp sechs Monate vor der Bundestagswahl soll sich in lockerer Runde über „anstehende parlamentarische Vorhaben und weitere politische Fragestellungen“ ausgetauscht werden.

Nach vier Jahren im Lauenburgischen fühlt sich die in Berlin geborene und in Stuttgart und Remagen aufgewachsene Scheer in der Region schon ein wenig heimisch, sagt Scheer. Als Energiepolitikerin gehört die Energiewende zu ihren Kernthemen. Doch wenn sie über das Thema spricht, wird schnell klar: Für Scheer bedeutet die Energiewende mehr als nur über Windenergieeignungsflächen zu diskutieren.

„Wenn man das Thema angehen will, kann man nicht nur bundespolitisch denken, sondern muss es europaweit tun“, sagt Scheer. Doch leider habe sich nach Fukushima ein Sprachgebrauch, ein „wording“, entwickelt, so dass viele sich jetzt hinter dem Wort Energiewende verschanzen würden. Die Diskussion um die Kosten der Energiewende, die Ausbaubegrenzung oder die Skandalisierung der nicht eingespeisten Windenergie seien dabei nur ein Teil der Lobbyarbeit derer, die vor allem weiter auf fossile Brennstoffe wie Kohle setzen würden – mit all den negativem Begleiterscheinungen für das Klima. Scheer spricht von „lancierter Panikmache“, einer als Finte gelegten Netzdiskussion und „gezielten Falschmeldungen“.

Was aus ihrer Sicht den Umstieg auf erneuerbare Energien wirklich voranbringen würde, wäre eine grundsätzliche Umgestaltung der Energiepreisgestaltung. Konkret fordert Scheer eine Schadstoff-Bepreisung. Klimaschädlicher Strom soll einen Aufschlag erhalten. Solange keine Marktgerechtigkeit für Strom aus erneuerbaren Energien vorhanden sein, müsse dem auf anderem Weg Rechnung getragen werden.

Außerdem dürfe an nicht nur über die Netze diskutieren. Ein Ausbau sei nicht die einzige Option der Nutzung der erneuerbaren Energien. Sie gehe davon aus, dass der Strom sich in nicht weiter Zukunft zu einer unschlagbar günstigen Option für den Wärme und Mobilitätssektor entwickeln werde. Die Verknüpfung von Speichern und der Möglichkeit, sich selbst zu versorgen als Insellösungen, werde sehr schnell Netze überflüssig machen – und damit auch die Diskussion über deren Ausbau. Scheer ist in ihrem Element.

Ein anderes großes Thema berührt Scheer inzwischen auch ganz persönlich: Der Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals. Denn Scheer ist aus ihrer Geesthachter Mietswohnung inzwischen an den Kanal nach Siebeneichen gezogen. „Ich bin für den Erhalt der Verkehrsachse und was vernünftigerweise dafür notwendig ist“, sagt Scheer. Doch was überhaupt notwendig ist, sei eben zu Beginn der Planung noch nicht ganz klar. Gut sei in jedem Fall, dass mit Bettina Hagedorn (SPD) und Norbert Brackmann (CDU) Schleswig-Holstein mit zwei Abgeordneten im Haushaltsausschuss vertreten sei.

Holger Marohn

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