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Bei diesem Publikum war leichte Sprache besonders wichtig

Mölln Bei diesem Publikum war leichte Sprache besonders wichtig

Viele Menschen mit Behinderungen wählen nicht, weil sie unsere Politiker nicht verstehen.

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Die Bundestagsabgeordneten (v. li.) Konstantin von Notz (Grüne), die Kandidatin für den Bundestag, Nina Scheer (SPD), Norbert Brackmann (CDU) und Christel Happach-Kasan (FDP) mussten viele Fragen der Mitarbeiter der Werkstätten beantworten.

Quelle: Fotos: Jens Burmester

Mölln. Gleich drei Abgeordnete des Deutschen Bundestages und eine Kandidatin für den Bundestag stellten sich gestern den Fragen der Mitarbeiter des Lebenshilfewerks (LHW) Mölln-Hagenow. Zuvor hatten die Mitarbeiter, allesamt Menschen mit Behinderung, ein Seminar mit Möllns Altbürgermeister Wolfgang Engelmann absolviert. Gestern sollten nun die Politiker Stellung beziehen zu den Fragen der LHW-Mitarbeiter — und das verständlich in „leichter Sprache“.

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„Warum ist im Fernsehen das Plenum in Berlin immer so leer?“ Hans-Fritjof Neumann, Lebenshilfewerk

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Umfragen unter den Beschäftigten des LHW hatten ergeben, dass hier der Anteil von Nichtwählern überproportional hoch ist. Als einen wichtigen Grund nannten die Menschen, dass Politik schwer nachvollziehbar und schwer verständlich ist. Viele von ihnen trauten sich bisher nicht den Urnengang und damit die Ausübung ihres Wahlrechts zu.

Altbürgermeister Wolfgang Engelmann führte als Moderator durch die Veranstaltung, zu der die Bundestagsabgeordneten Christel Happach-Kasan (FDP), Norbert Brackmann (CDU), Konstantin von Notz (Bündnis90/Die Grünen) und die Kandidatin für den Bundestag, Nina Scheer (SPD), auf dem Podest Platz genommen hatten. Sie alle waren gefordert, den Menschen mit Behinderung auf deren Fragen zu antworten, und zwar möglichst verständlich und ohne Fremdworte.

Die Eingangsfrage von Klaus-Fritjof Neumann war so leicht, dass man von den Politikern eine einfache Antwort erwarten konnte. Neumann wollte wissen, wie jeder einzelne Politiker geworden ist. Doch schon zu Beginn holten die Damen und Herren gewaltig aus, brauchten bis zu vier Minuten, um die einfache Frage mit einem einfachen Satz zu beantworten. In der Pause nach 90 Minuten wussten längst nicht mehr alle Anwesenden, was die vier Politiker auf dem Podium gesagt hatten.

Da war es auch nicht verwunderlich, dass die Bundestagskandidatin der SPD, Nina Scheer, allein in einer Antwort gleich fünfmal das Wort „implementieren“ gebrauchte. Schwer vorstellbar, dass das die Menschen im Publikum verstanden haben. Steven Hühn (21) von den Geesthachter Werkstätten hatte zuvor gefragt, warum es nicht mehr Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen gebe. Klar, dass Scheer sagte, man müsse das über Quoten und Abgaben implementieren . . .

Einmal feixten einige Zuhörer im Saal sogar, als das Thema „Energiewende“ hieß und sich die Politiker auf der Bühne gegenseitig ins Wort fielen, der eine den anderen der Unwahrheit bezichtigte und der trotz allem ruhig und gelassen weiter redete. Das war Wahlkampf pur.

Am Ende der Veranstaltung stand noch die Frage im Raum, warum der Plenarsaal oftmals so leer ist bei Debatten. Einhellige Antwort: Bei Fachdebatten seien eben nur die jeweiligen Fachpolitiker anwesend. Ansonsten seien alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bundestag bienenfleißig — und die Abgeordneten sowieso.

Was das Thema „leichte Sprache“ anbelangt, hat Norbert Brackmann (CDU) diese Runde für sich entschieden: Fast nur klare, kurze Sätze. Im Gegensatz zu SPD-Frau Nina Scheer: Lange Sätze, viel Nebulöses, viele Fremdworte. Die anderen beiden Politiker lagen irgendwo dazwischen.

Jens Burmester

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