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Lauenburg Beim Frauenfrühstück die deutsche Sprache lernen
Lokales Lauenburg Beim Frauenfrühstück die deutsche Sprache lernen
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21:20 06.07.2013
Von Silke Geercken
Eine muntere Runde ist an diesem Vormittag im Schwarzenbeker Amtsrichterhaus versammelt. Teilnehmerinnen des internationalen Frauenfrühstücks waren auch Magdalena, Nancy, Petra, Sayka, Dorothea, Arit, Sussi Anne (von links). Das nächste Treffen ist am 6. August. Quelle: Foto: ge

Arit (49) kommt aus Nigeria, Magdalena (32) aus Bulgarien, Nancy (38) aus Kanada. Die Drei begegnen sich das erste Mal beim Frauenfrühstück im Schwarzenbeker Amtsrichterhaus. Alle haben denselben Wunsch: Kontakte zu knüpfen und die deutsche Sprache zu trainieren.

Diesmal sind es rund 25 Frauen, die der Einladung von Dorothea Fritzsche aus Klein Pampau und der Gleichstellungsbeauftragten Petra Michalski gefolgt sind. Der Tisch ist sehr hübsch in rot und weiß

gedeckt. Auf einem weiteren Tisch wartet ein Buffet mit Brötchen, Käse, Marmelade und Weintrauben. Aber es ist nicht das Essen, das hier im Vordergrund des geselligen Zusammenseins steht. Vielmehr ist es das Bedürfnis, sich mit anderen Frauen auszutauschen, Alltagssorgen los zu werden und ein bisschen Abwechslung im Tagesablauf zu haben, denn viele aus der Runde sind arbeitslos oder bereits im Ruhestand. Die Idee dieser willkommenen Initiative hatte Dorothea Fritzsche. „Ich hatte mich im Ruhestand gelangweilt und das Frauenfrühstück in Mölln kennen gelernt. Ich dachte mir, dass das auch eine tolle Sache für Schwarzenbek wäre und bin bei Petra Michalski auf offene Ohren gestoßen“, sagt die ehemalige Sozialpädagogin. Die agile Seniorin hat seit drei Jahren eine „Sprachpartnerin“ aus Syrien: „Sie ist mir inzwischen zur Freundin geworden“, sagt Fritzsche, die sich einmal wöchentlich mit dieser Frau trifft, um mit ihr Deutsch zu sprechen, Spiele zu machen, der Ausländerin Tipps im Umgang mit Behörden oder Ärzten zu geben. „Es bedarf keiner besonderen Kenntnisse oder Vorbereitung. Man kann über alles reden. Dieses Sprachtraining bringt den Ausländerinnen ganz viel“, weiß

Dorothea Fritzsche, die im Schwarzenbeker Kreis an die deutschen Frauen appellierte, sich ehrenamtlich als Sprachpartnerin zu engagieren. „Es macht Freude, die Fortschritte und das Aufblühen der Frauen zu sehen, und man bekommt so viel zurück“, sagt sie.

Auch Arit aus Nigeria würde sich über Deutsch sprechende Gesellschaft sehr freuen. Die Frau eines Diplomaten ist vor kurzem in ihr Haus nach Schwarzenbek zurück gekehrt, ihre erwachsenen Kinder sind in Köln geblieben. Dort waren sie auf einer internationalen Schule. „Wir haben immer Englisch gesprochen. Das war für alle Beteiligten einfacher“, sagt Arit. Jetzt muss sich die 49-Jährige neu orientieren. Ihr Mann ist vor einem Jahr an einer Herzinfarkt bei einem Urlaub in Nigeria gestorben, ihr Schwiegervater vor wenigen Wochen. „Ich möchte in Schwarzenbek bleiben. Es ist mein Haus und mein Zuhause geworden, aber ich habe gar keine Freunde. Meine Nachbarin hat mich auf das Frauenfrühstück aufmerksam gemacht“, berichtet Arit.

Magdalena aus Bulgarien geht es ähnlich. Sie hat einen Deutschen geheiratet, ist seit einem Jahr in Schwarzenbek, hat etwas Kontakt durch den Sprachkurs beim Möllner Educare-Institut bekommen. Dort hat sie auch Sayka (38) aus Ecuador getroffen. Auch sie hat ihren Mann hier kennen gelernt und ist geblieben. Ihr Traum: „Ich würde gern in der Küche eines Altenheimes arbeiten.“

Zu den Frauen, die sich an diesem Vormittag die Zeit für das gemeinsame Frühstück genommen haben, gehört auch Sussi-Anne Ruppert. Ihr Beweggrund zu kommen? „Wir leben hier in Schwarzenbek zusammen, aber wir kennen uns gar nicht. Das möchte ich ändern“, sagt die gebürtige Dänin in bestem Deutsch.

Fraueninitiative für Frauen
Das internationale Frauenfrühstück findet an jedem ersten Dienstag im Monat (außer im September) um 9.30 Uhr im Amtsrichterhaus Schwarzenbek statt. Es ist kostenlos.

Wer sich als Sprachpartnerin anbieten möchte, erreicht die Initiatorin Dorothea Fritzsche unter Telefon 01 78/961 28 67 oder per Mail an:

DEFritzsche@aol.com.

Silke Geercken

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