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Lauenburg Beim Partyvolk beliebt wie eh und je – Fun-Parc wird Zehn Drei Millionen Gäste bisher – Heute Abend große Jubiläumsfeier in Trittau
Lokales Lauenburg Beim Partyvolk beliebt wie eh und je – Fun-Parc wird Zehn Drei Millionen Gäste bisher – Heute Abend große Jubiläumsfeier in Trittau
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21:00 13.10.2017
Auch nach zehn Jahren heißt es im Trittauer Fun-Parc immer noch regelmäßig „volle Hütte“. Quelle: Fotos: Ln-Archiv
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Trittau

„Ich sitze auch nach zehn Jahren immer noch regelmäßig hier im Fun-Parc am Schreibtisch“, sagt Walsleben. „Dazu gehört auch, dass ich mal die Plakate persönlich aufhänge oder den Müll aufsammle.“ 2007 übernahm Walsleben das Gebäude im Trittauer Technologiepark. Der Standort, wo früher im Elephant gefeiert wurde und nach einem Brand das New Elephant und später das Move eröffnete, galt partytechnisch als tot.

Vor zehn Jahren eröffnete die Disco Fun-Parc in Trittau. Mehr als drei Millionen Gäste haben seitdem auf mehr als 1500 Partys dort gefeiert. Das soll auch in den nächsten zehn Jahren so weitergehen. Das funktioniere aber nur, wenn man ständig neue Ideen habe, sagt Betreiber Knut Walsleben.

Die Geschichte der Trittauer Diskotheken

Das Elephant eröffnete 1986 in der alten Ziegelei am Trittauer Ortsrand. 1995 brannte das Gebäude bis auf die Grundmauern nieder.

An gleicher Stelle entstand ein Neubau, in dem das New Elephant eröffnete. Im März 2006 war Schluss. Im September eröffnete das Move – für acht Wochen.

Der Fun-Parc feiert heute Abend sein Zehnjähriges.

Davon ließ sich Walsleben nicht abschrecken. Einige Jahre zuvor hatte er bereits einen Club in Wedel erfolgreich wiederbelebt. Von den Erfahrungen wollte er nun in dem mit mehreren tausend Quadratmetern Fläche deutlich größeren Fun-Parc profitieren. „Natürlich war das ein erhebliches Risiko. In Wedel hatte ich damals eineinhalb Jahre gebraucht, in denen ich manchmal kaum die Rechnungen bezahlen konnte. Als ob einer einen Hebel umgelegt hat, kamen die Leute auf einmal in Scharen“, erinnert sich Walsleben.

Während der heute 39-Jährige das Maxx in Wedel damals im laufenden Betrieb reaktivierte, war von dem in Trittau nur wenige Monate geöffneten Move nach dem Umbau kaum noch etwas wiederzuerkennen – und die Leute kamen vom ersten Tag an in Massen. Die revolutionäre LED-Technik für den Club holte der Sohn eines Wirtschaftsprüfers damals persönlich aus Bulgarien. „Wir waren da erst der zweite Kunde in Deutschland. Heute ist die Firma für Clubs und Luxusyachten aktiv und die Technik wäre für mich nicht mehr zu bezahlen“, sagt Walsleben. Auch bundesweit wurde man in der Szene auf Walsleben aufmerksam. Promotion-Agenturen wählten seinen Club im Disco-Magazin zum „Shootingstar der Republik“ und beliebtesten Club Norddeutschlands. Walsleben ist inzwischen Vizepräsident des Bundes deutscher Diskotheken und Tanzbetriebe und organisiert Fortbildungen für sich und Kollegen.

Denn auch modernste Technik ist auf Dauer kein Garant für einen vollen Club. „Die Rahmenbedingungen ändern sich“, sagt Walsleben. Die Zeit, in der man einfach die Tür aufmachen konnte und alle Leute kommen oder die Gäste Zitronen mitbringen, um dafür einen Tequila gratis zu bekommen, seien vorbei. Auch mit B- oder C-Promis aus DSDS oder dem Dschungelcamp locke man heute keinen mehr vom Sofa. „Die Leute gehen auf Festivals und geben 200 oder 300 Euro dafür aus, aber wir als Clubs haben Probleme, den Leuten sechs Euro Eintritt aus der Tasche zu leiern“, sagt Walsleben. Dort gebe es Bühnen, die 150 Meter lang seien. Er versuche deshalb, etwas von genau diesem Festival-Feeling in den Fun-Parc zu holen. „Wir setzen verstärkt auf Events, bei denen die Musik einer Richtung im Vordergrund steht.“

Auch die Technik seines Clubs biete eine Menge Möglichkeiten. Und ansonsten gelte: Wenn im Fun-Parc eine Weihnachtsfeier anstehe, dann sei auch Weihnachten, und bei Halloween liege nicht nur ein Kürbis am Eingang. Die Dekoartikel dafür liegen in vier großen angemieteten Hallen. Allein für die Weihnachtsparty lagern dort 60 Tannenbäume, für die Halloween-Party 18 Särge – gefüllt mit weiterem Dekomaterial von Gummispinnen bis Gruselnetzen. Und regelmäßig werden auch mal ganze Party-Konzepte eingekauft.

Nicht alles lasse sich dabei direkt am Erfolg messen. So habe er von einem Kollegen eine Hummer- Stretchlimousine übernommen und auf den Club gebrandet. Gegen eine Pauschale von 100 Euro können sich die Gäste zu acht mit dem zehneinhalb Meter langen Gefährt zu Hause abholen lassen. „Wirklich wirtschaftlich ist das für uns nicht, aber die Limo ist ausgebucht und die Gäste sprechen darüber, fotografieren sich damit und posten die Fotos in den sozialen Medien“, sagt Walsleben.

Eine Sache macht der 39-Jährige aber schon lange nicht mehr selbst. Die Ansprache in den Flyern. Das übernehmen andere. „Die Jugendlichen sprechen heute eine Sprache, die ich nicht mehr verstehe“, sagt Walsleben. Den Mietvertrag für das Gebäude hat Walsleben übrigens gerade um zehn Jahre verlängert. Auch künftig will er weiterhin regelmäßig selbst ins einem Fun-Parc am Schreibtisch sitzen.

Holger Marohn

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