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Lauenburg Bestechung: Schulfotograf muss „namhafte“ Geldbuße zahlen
Lokales Lauenburg Bestechung: Schulfotograf muss „namhafte“ Geldbuße zahlen
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20:22 17.10.2016

Jahrelang hat ein lauenburgischer Schulfotograf Schulen für Aufträge Laptops oder auch Geld zukommen lassen. Für die Kieler Staatsanwaltschaft ein Fall von Bestechung. Und das hat Konsequenzen. Das Unternehmen muss eine Geldbuße in „namhafter Höhe“ zahlen wie die Staatsanwaltschaft auf LN-Anfrage erklärt. Einer Anklage sei die Firma nur entgangen, weil das Unternehmen „seine Geschäftspraxis grundlegend geändert“ habe, so Oberstaatsanwalt Axel Bieler. Die Staatsanwaltschaft hatte ihre Ermittlungen bereits 2014 aufgenommen und ist dabei auf Fälle bis ins Jahr 2010 hinein zurückgegangen. In einem den LN vorliegenden Flyer wirbt das Unternehmen mit einer Provision von drei Euro pro Kind und einem Bollerwagen. Auch von „digitalen Lernsets“ als Prämie sprechen Insider. Das beschuldigte Unternehmen will sich zu den Vorwürfen auch nach Abschluss der Verfahrens derzeit gegenüber den LN nicht äußern und spricht von einem erheblichen Imageschaden. Allerdings verweist der Inhaber darauf, dass in der Branche derartige Verfahren durchaus üblich seien. So werde auf den Flyern der großen Anbieter am Markt ganz offen mit den Prämien geworben.

Das Kieler Kultusministerium verweist auf einen bereits vor zehn Jahren veröffentlichten Erlass. In diesem werden die Schulen darauf hingewiesen, dass eine entsprechende „Gegenleistung für die Genehmigung, in der Schule Schülerinnen und Schüler zu fotografieren und den Eltern die Fotos verkaufen zu dürfen, nach Auffassung der Staatsanwaltschaft den Straftatbestand der Vorteilsnahme erfüllt“. Es werde dringend empfohlen, auf derartige Angebote nicht einzugehen. Dennoch haben Schulen in Schleswig–Holstein weiterhin entsprechende Leistungen angenommen. Für die Anbieter ist das Geschäft mit Schulfotos und Angeboten von der Kaffeetasse mit dem Schülerporträt für die Oma bis zum Jahrbuch extrem lukrativ. Insider berichten von Umsätzen um die 4500 Euro pro Tag bei einem einzigen Einsatz. Einige Firmen gaukeln den Schulen sogar vor, das Prämienverfahren sei völlig rechtens.

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hm

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