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Lauenburg Betriebsrat auf der Seite Sven Minges
Lokales Lauenburg Betriebsrat auf der Seite Sven Minges
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20:21 08.07.2017
Der ASB, hier die Kreisgeschäftsstelle in Geesthacht, will sich von seinem Geschäftsführer Sven Minge trennen. Die Hintergründe sind unklar. Quelle: Foto: Tja
Geesthacht

Der Betriebsrat des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) bezieht jetzt klar Stellung für den Geschäftsführer des lauenburgischen Kreisverbandes, Sven Minge, den die Wohlfahrtsorganisation loswerden will. Der Landesverband hatte ihm einen Aufhebungsvertrag samt Abfindung angeboten (die LN berichteten). „Momentan stehen wir vor einem Scherbenhaufen“, heißt es in einem offenen Brief an ASB-Landesgeschäftsführer Heribert Röhrig und die Landesvorstandsmitglieder, unterschrieben von sechs Betriebsratsmitgliedern. Die Arbeitnehmervertreter appellieren an den Verband, zu konstruktivem Handeln zurückzukehren. Der Betriebsrat fordert, die Entscheidung in der Personalie Minge zu überdenken und stattdessen Mitglieder des Kreisvorstandes zur Disposition zu stellen.

ASB-Kreisvorsitzende ist Maja Bienwald (Lauenburg), ihr Vertreter ist Egon Siepert (Schwarzenbek). Beide sollen sehr eng befreundet sein. Mitarbeitern des Kreisverbands nach sollen beide aber nicht über die fachliche Kompetenz verfügen. Maja Bienwald mag sich nicht zu dem Sachverhalt äußern, sie verweist an den Landesverband – der allerdings abblockt. „Wir als Kreisvorstand entscheiden ja auch gar nicht über Personalangelegenheiten, sondern über Sachthemen“, berichtet die Kreisvorsitzende, deren Organisation 8100 Mitglieder angehören. Der Landesverband kommt aber wahrscheinlich nicht von alleine darauf, einen regionalen Geschäftsführer zu feuern. Ob es bei Sachthemen zu derart ausufernden Streitereien kommen kann, die zu einer Vertragsauflösung führen könnten, ist unklar. Die Vorsitzende mag sich zu Hintergründen nicht äußern.

Doch offensichtlich läuft im ASB einiges nicht einwandfrei. So soll Maja Bienwald laut Betriebsrat personenbezogene Daten über Krankheitstage hauptamtlicher Mitarbeiter des Kreisverbands aus der Landesgeschäftsführung erhalten haben ein klarer Verstoß gegen das Datenschutzgesetz, so der Betriebsrat. „Das gefährdet das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitnehmerschaft und Arbeitgeber“, heißt es in dem Brief. 130 haupt- und 40 ehrenamtliche Mitarbeiter beschäftigt der Kreisverband. Einen Ehrenamtlichen hatte der Landesverband laut Betriebsrat über die Geschäftsführung aufgefordert, ihn von ASB-Aufgaben freizustellen. „Fahrlässig und vorschnell“, kritisiert das Gremium, hätte man sich auf einseitige Informationen des Vorstandes verlassen. Der Landesverband habe keine Rücksprache zu den Vorwürfen des Vorstands mit dem Retter gehalten.

Die Rede im Fall Minge ist laut Betriebsrat von „unüberbrückbaren Differenzen“. „Hier wird jemand in Haftung genommen und als Alleinschuldiger vorgeführt, obwohl die Verantwortlichkeiten für diese Differenzen klar auf Ebene des Kreisvorstands liegen“, schreibt der Betriebsrat nach Kiel. „Die Entscheidung fügt sich aus unserer Sicht nahtlos in ein Sammelsurium von Kompetenzüberschreitungen, Unterstellung und kolportierten Halbwahrheiten ein“, heißt es. Der Betriebsrat bietet seine Mitarbeit an, um die Organisation wieder auf Kurs zu kommen.

Timo Jann

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