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Bettenmangel in Mölln: Hotels müssen Touristen abweisen

Mölln Bettenmangel in Mölln: Hotels müssen Touristen abweisen

Die gute Nachricht ist: Möllns Tourismus boomt wie noch nie. Doch bei der Unterbringung der zunehmenden Zahl von Tagestouristen stößt die Stadt in der Hochsaison an Kapazitätsgrenzen.

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Ansturm auf das historische Zentrum: Laut Kurverwaltung kommen immer mehr Touristen. Leider fehlen Betten in der Stadt.

Quelle: Fotos: Grombein, Archiv

Mölln. In den vergangenen Monaten musste die Kurverwaltung leider immer wieder Gäste abweisen, die Mölln besichtigen wollten und auf der Suche nach einer Unterkunft scheiterten. Dringend benötigt werden nicht nur mehr Betten in Hotels. Es kam auch zu Engpässen im gastronomischen Bereich. Teils fehlten Möglichkeiten für Touristen, in Restaurants essen zu gehen oder nach einer Stadtführung gemütlich Kaffee und Kuchen zu genießen.

 

LN-Bild

„Wir mussten Anfragen der Kurverwaltung abweisen.“ Heinz Tofelde, Geschäftsführer des Hotels Quellenhof.

„Der Handel nimmt Touri- stenzuwachs nicht wahr. Da liegt Potential drin.“ Monika Siegel, City.Managerin

„Schon seit Monaten kann die Kurverwaltung in Mölln kaum noch Gäste unterbringen und muss diese teilweise abweisen, da auch in der Region keine Unterkünfte mehr zur Verfügung stehen“, erklärt Bürgermeister Jan Wiegels. Dringend benötigt würden neue Hotelkapazitäten. Die Zahl der Betten in gewerblichen Betrieben wie Hotels ist laut Kurverwaltung von 1129 (2003) auf 990 (2015) gesunken.

Parallel dazu ist die Zahl der Übernachtungen zwischen 2003 und 2015 jedoch um 20000 gestiegen.

Aktuell liege die Zahl der Übernachtungen in den ersten fünf Monaten des Jahres 2016 gegenüber dem Vorjahr bei 87771 (+ 2 Prozent) inklusive Reha-Gäste. Damit Wirtschaft und Einzelhandel weiter von diesem positiven Trend profitieren können, müssen neue Unterkünfte her. Gastronomen könnten sich besser untereinander absprechen, der Handel könnte sich noch mehr auf Touristen einstellen.

„Es gab in der Tat Engpässe. Wir mussten einige Anfragen der Kurverwaltung abweisen“, erklärt etwa Heinz Tofelde, Geschäftsführer des Möllner Hotels Quellenhof. Er arbeitet eng über ein Online-Buchungssystem mit der Kurverwaltung zusammen. Das Geschäft lief in diesem Sommer sehr gut in seinem Hause. Zwar bediene der Quellenhof überwiegend Geschäftskunden, doch die turbulente Weltsituation habe mehr Urlauber angelockt. „Wir verzeichnen bessere Umsätze wegen der unsicheren internationalen Lage“, sagt er. Damit meint er die Terroranschläge oder die schwierige Lage in der Türkei.

„Wir sind selbst jetzt noch ausgebucht. Das Geschäft in diesem Jahr ist großartig“, sagt auch Ali Yazgan, Betreiber der Waldhalle. Er sei auf Geschäftskunden und Feste spezialisiert, doch seien 2016 auch viel mehr Urlauber gekommen. Auch er habe Anfragen der Kurverwaltung ablehnen müssen, weil schlichtweg alle Betten belegt waren.

Wiegels sieht zudem die Situation der Gastronomie kritisch. Grundsätzlich gibt es zwar genügend Betriebe in Mölln. Doch zwischenzeitlich sei die Gastronomie auf dem Marktplatz geschlossen gewesen. Im August, mitten in der Hauptsaison, hatte das beliebte Café am Markt drei Wochen lang Betriebsferien, erfuhren die LN auf Anfrage im Restaurant. Möglicherweise wird dadurch wirtschaftliches Potential verschenkt.

Unmittelbar in der historischen Innenstadt bieten ansonsten noch das Restaurant im Hotel „Zum Weißen Ross“ oder das „Amadeus ganz“ am anderen Ende der Hauptstraße, das Café über dem Bäcker „Ihr Platz“ am Bauhof oder die Pizzeria in der Hauptstraße einen Mittagstisch. Der Quellenhof und der Schwanenhof sind schon etwas weiter ab vom Schuss. Ansonsten gibt es im Innenstadtbereich noch Fastfood bei zwei Döner-Imbissen in der Hauptstraße und der Seestraße.

Nach einer Stadtführung oder einem Besuch im Museum finden Touristen, die sich nicht auskennen, deshalb teilweise nur wenig Angebote, um zum Mittag in ein Restaurant einzukehren. „Touristen sind in Urlaubslaune, sind spendierfreudig und wollen sich im Urlaub etwas Gutes gönnen“, weiß Monika Siegel, Citymanagerin der Eulenspiegel-Stadt. Die Gäste seien angetan von der Altstadt. Es gäbe schon einmal Engpässe, auch wenn das gastronomische Angebot in Mölln insgesamt ausreichend sei.

Der Handel erkenne bei den Kurgästen klar Potential. „Kurgäste besuchen die Geschäfte mehrfach und sind willens, größere Anschaffungen zu tätigen“, sagt Siegel. Auch Übernachtungsgäste könnten in der Wahrnehmung des Handels als Zielgruppe eine wichtige Rolle spielen. Ebenso sollte der Tagesbesuchsverkehr nicht außer Acht gelassen werden. Der Handel nimmt den Zuwachs an Touristen nicht bewusst wahr – zumindest äußere er sich laut Siegel nicht dazu. Siegel: „Sicherlich liegt hier noch ein wenig Verbesserungspotential“.

Die Kurverwaltung hat den Tourismus seit 2010 kontinuierlich angekurbelt. So sei etwa die Zahl der Stadtführungen von 243 (2003) auf 488 gestiegen, erklärt Jochen Buchholz, Leiter der Kurverwaltung.

Finanzielles Potential aus dem Tourismus in Mölln

870000 Tagestouristen kommen laut Kurverwaltung pro Jahr nach Mölln, die Tagesausgaben in Höhe von etwa 19 Euro pro Kopf generieren.

371000 Übernachtungen jährlich zählt die Eulenspiegelstadt. In diesem Wert enthalten sind Camping-, Wohnmobil-, Ferienwohnungs-, Hotel- und Klinikgäste.

51,8 Millionen Euro Bruttoumsatz bringen Übernachtungen und Tagesgäste etwa pro Jahr ein.

10,9 Millionen Euro Bruttoumsatz davon bleiben im Einzelhandel hängen. Das entspricht einem Anteil von 21 Prozent.

Das Citymarketing zeigt auswärtigen Gästen auf www.moelln-tourismus.de den Möllner Handel auf

 Florian Grombein

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