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Lauenburg Bevölkerungsboom: Wohnungen gehen aus
Lokales Lauenburg Bevölkerungsboom: Wohnungen gehen aus
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10:37 09.03.2016

„Ursprünglich waren uns mal in der Spitze 186000 bis 187000 Einwohner prognostiziert worden — mit anschließend fallender Tendenz“, sagt Birgel. Tatsächlich hätten zum Stichtag 30. Juni 2015 aber 191500 Menschen im Kreis gelebt — Tendenz steigend.

1000 bis 1500 Menschen kommen laut Birgel derzeit pro Jahr zusätzlich in den Kreis. Der Wegzug sei dabei schon abgezogen, die Auswirkungen durch die Flüchtlingssituation sogar noch gar nicht berücksichtigt.

Die Gründe für den Bevölkerungsboom und den damit verbundenen Bedarf an Wohnraum im Kreis seien vielschichtig. So werde durch die allgemein alternde Bevölkerung ein ganz anderer Wohnraum, vor allem eher städtisch und barrierefrei, benötigt. Andererseits würden ältere Menschen oft auch lange in ihrem — für den aktuellen Bedarf eigentlich viel zu großen — Einfamilienhaus bleiben. So genannte fehlbelegte Häuser seien die Folge.

Im Gegenzug bestehe ein großer Bedarf an Singlewohnungen. Es gebe immer mehr junge Menschen vom Land, die näher an ihrer Ausbildungsstelle wohnen wollen oder die Nähe zur städtischen Infrastruktur mit Kitas und Schulen suchten, so Birgel.

Erhebliche Auswirkung habe aber auch der Druck durch den Wohnungsmangel in Hamburg. „Das ist insgesamt sehr schwer zu prognostizieren. Aber wir beobachten, dass gerade Menschen, die sich die Wohnung in der Großstadt nicht mehr leisten können, ins Umland abwandern“, sagt Birgel.

Außerdem gebe es einen Trend, dass zunehmend Menschen mit Beginn ihres Ruhestandes ihre Eigentumswohnung Hamburg verkaufen und sich im Lauenburgischen für das gleiche Geld ein Einfamilienhaus leisten. „Wenn der Faktor Pendeln zur Arbeit wegfällt, ist das Wohnen hier für die Menschen offenbar eine attraktive Alternative“, sagt Birgel. „Aber leider bringen diese Menschen keine Familie mit Kindern mehr mit“, so Birgel.

Hinzu komme die Flüchtlingssituation. Allein für diesen Bereich schätzt Birgel den Bedarf auf 1000 Wohneinheiten. Den Kreis zwingt das zum Handeln in Form einer neuen kleinräumigen Bevölkerungsanalyse und einer Wohnraumbedarfsanalyse. „Diese Analysen sind unsere Handlungswerkzeuge für die Regionalplanung.

Mit den alten gerade mal drei Jahre alten Daten reichen sie aber nicht mehr aus und müssen überarbeitet werden“, so Birgel. Immerhin bestehe die Aussicht, dass das Land eine Überarbeitung der kleinräumigen Prognose mit bis zu 100 Prozent der Kosten fördere. Er rechnet allerdings, dass sich der Bedarf auf mehrere tausend Wohnungen pro Jahr summieren könne.

Die Bauinnung freut es. „Noch ist dieser Boom bei uns nicht angekommen, aber wir stehen in den Startlöchern“, sagt Kreishandwerksmeister Markus Räth.

Von Holger Marohn

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