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Lauenburg Bilanzieren und aufräumen nach Orkantief „Christian“
Lokales Lauenburg Bilanzieren und aufräumen nach Orkantief „Christian“
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22:49 29.10.2013
Die Ratzeburger Feuerwehr hatten am Tag nach dem Sturm besonders viel Arbeit. Ein Mitglied der Feuerwehr zerlegt einen Baum. Quelle: Fotos: cn/jeb
Ratzeburg

Die Liste der umgestürzten Bäume im Lauenburgischen ist sehr lang. Allein die Polizei rückte laut Regionalleitstelle Süd 234 Mal aus. Das Orkantief „Christian“ wütete besonders stark in Ratzeburg und sorgte dort bei der Freiwilligen Feuerwehr für mehr als 22 Einsätze. Die Möllner Retter mussten 14 Mal ausrücken. Bereits am Montagmittag wurden die ersten Wehren alarmiert.

Um 13.56 Uhr wurden die 40 Feuerwehrleute aus Mölln erstmals alarmiert. Ihr Einsatz dauerte bis 19 Uhr. „Bei einem Einsatz nahe der THW-Unterkunft haben wir sogar den Leiter des städtischen Forstamtes hinzugezogen“, sagt Möllns Wehrführer Sven Stonies. Einige Male habe die Feuerwehr allerdings nicht tätig werden müssen, weil Bäume auf Privatgrundstücken umgefallen waren oder keine unmittelbare Gefahr gegeben war.

Die Freiwillige Feuerwehr Ratzeburg war von 15.15 Uhr bis 21.30 Uhr im Dauereinsatz — 22 Mal. Menschen wurden in der Kreisstadt nicht verletzt. In der Wasserstraße mussten am Postgebäude drei Blumenkästen abgenommen werden, nachdem einer bereits auf den Gehweg gefallen war. Im Tannenweg mussten zwei umgestürzte Bäume beseitigt werden. Auch im Kurpark sowie an den Wanderwegen rund um die Ratzeburger Seen waren mehrere Bäume abgebrochen und umgestürzt. In der Sedanstraße stürzte eine große Buche um und beschädigte ein angrenzendes Grundstück. Die Straße war dort für längere Zeit voll gesperrt.

In der Mecklenburger Straße drohte eine große Birke auf ein angrenzendes Carport zu fallen. Am Waldesruher Weg blockierte ein umgestürzter Baum die Straße. „Den am längsten dauernden Einsatz mussten wir in der Seedorfer Straße abarbeiten“, erklärt Ratzeburgs stellvertretender Wehrführer Hauke Tonn. „Durch den starken Sturm wurde die dort auf den Erdbeerfeldern befindliche ausgelegte Fleece Folie zu großen Teilen beschädigt und durch den Sturm in riesigen Fetzen in die angrenzenden Bäume getragen“, so Tonn weiter. Dieses hatte zur Folge, dass die Seedorfer Straße vom Ortsausgang Ratzeburg bis zur Kreuzung Weißer Hirsch für Autofahrer nicht mehr passierbar war und für zwei Stunden für beide Fahrtrichtungen gesperrt werden musste. Mit Hilfe einer Drehleiter musste dann die in den Bäumen hängende Folie nach und nach entfernt werden.

In Göldenitz krachte ein Baum auf ein Auto. Per Motorsäge wurde er zerkleinert und von der Freiwilligen Feuerwehr des Nachbarortes Niendorf abtransportiert. „Bei diesen Einsätzen können die Jungs zeigen, was sie gelernt haben und wie gut sie mit den Gerätschaften umgehen können“, erklärt der Wehrführer Rainer Wilkens.

Der Energieversorger E.on meldete, dass es durch den Orkan in Schleswig-Holstein wie in Nusse und Breitenfelde zu etwa 130 größeren Stromausfällen gekommen war.

250 Einsätze im Kreis
Während die Polizei von 234 registrierten Einsätzen in Ostholstein, Lauenburg, Stormarn und Lübeck bei der Leitstelle der Polizei in Lübeck berichtet, verzeichnete die Integrierte Regionalleitstelle Süd in Bad Oldesloe, zuständig für Rettungsdienst und Feuerwehr in den Kreisen Lauenburg, Stormarn und Ostholstein 750 Einsätze.
„Davon entfielen etwa 250 auf den Kreis Herzogtum Lauenburg. In der Leistelle waren alle sechs Disponentenplätze sowie weitere sechs Notrufabfrageplätze besetzt, um alle Notrufe bearbeiten zu können“, erklärt Anja Kühl, Fachbereichsleiterin und leitende Kreisverwaltungsdirektorin in Bad Oldesloe. Dabei seien etwa 75 Prozent aller Feuerwehren mindestens einmal alarmiert worden. „Die Mitarbeiter in der Leitstelle haben tolle Arbeit geleistet“, sagte Kreiswehrführer Michael Raddatz im Gespräch mit den LN.

C. Nimtz und J. Burmester

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