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Bis zu 600 Urnen aus der Eisenzeit in Gräberfeld vermutet

Büchen Bis zu 600 Urnen aus der Eisenzeit in Gräberfeld vermutet

Archäologen haben auf dem Gelände des neuen Baugebietes in Büchen mehr als 140 Urnen aus der vorchristlichen Eisenzeit entdeckt. Auf dem Gräberfeld werden noch hunderte weitere Urnen vermutet. Für die Forscher ist nun Eile geboten. Denn die großen Bagger stehen schon bereit.

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Die Urnen sind häufig von Steinpackungen umgeben. Ob sie unbeschädigt sind, hängt auch davon ab, ob sie tief genug eingegraben waren, um nicht durch den Pflug beim Beackern der Fläche beschädigt zu werden. Auf landwirtschaftlichen Flächen werden immer wieder Funde aufgepflügt.

Quelle: Fotos: Marohn

Büchen. Der Große Sandkamp soll als Baugebiet der Auftakt für das Wachstum der Gemeinde Büchen am westlichen Ortsrand sein. Allerdings siedelten auf dem Höhenzug über der Steinau schon vor mehr als zweieinhalbtausend Jahren Menschen. Im Rahmen der Erschließungsarbeiten haben Archäologen jetzt zahlreiche Gräber vermutlich aus der Eisenzeit gefunden. Bis zum Herbst wollen Mitarbeiter des Archäologischen Landesamtes nun die geschätzt 500 bis 600 Urnen sowie mögliche weitere Funde freilegen und sichern. Wann diese dann analysiert werden können und aus den Funden ein Befund wird, ist allerdings noch völlig offen.

LN-Bild

Archäologen haben auf dem Gelände des neuen Baugebietes in Büchen mehr als 140 Urnen aus der vorchristlichen Eisenzeit entdeckt. Auf dem Gräberfeld werden noch hunderte weitere Urnen vermutet. Für die Forscher ist nun Eile geboten. Denn die großen Bagger stehen schon bereit.

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Das Landesamt

Das Herrenhaus Annettenhöh ist seit 1991 Dienstsitz des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein.

Das Land Schleswig-Holstein hatte den Besitz Annettenhöh 1985 von der Gräfin Ehrengard zu Rantzau auf Noer gekauft und das Anwesen grundlegend sanieren lassen.

„Wir werden jetzt einen Vertrag mit der Gemeinde schließen, der die Untersuchungen regelt“, sagte Ingo Clausen am Donnerstag bei einer Begehung der Geländes. In dem in solchen Fällen üblichen Papier wird nicht nur ein Zeitfenster für die archäologischen Arbeiten vereinbart, sondern auch die Kostenübernahme des Verursachers, also der Gemeinde, geklärt. Voraussichtlich wird es um mehrere hundertausend Euro gehen.

Zumindest offiziell geht Bürgermeister Uwe Möller davon aus, dass es keine Verzögerungen bei der Bebauung des Wohngebietes geben wird. Dabei wäre dieser Stress gar nicht nötig gewesen. Denn die Gemeinde hatte das Landesamt nicht wie gesetzlich vorgeschrieben und in einer Stellungnahme der Archäologen zum Bebauungsplan gefordert über den geplanten Beginn der Arbeiten informiert. Stattdessen habe man vor zehn Tagen durch Hinweise aus der Bevölkerung und Zeitungsberichte von den Bauarbeiten erfahren, sagte Clausen. Das sei „unglücklich gelaufen“.

Statt gut vorbereitet im Herbst mit den Untersuchungen beginnen zu können, habe man nun kurzfristig bei nicht optimalen Witterungsbedingungen Mitarbeiter auf die Baustelle schicken müssen. „Das hätten wir uns ganz anders gewünscht. Im Herbst hätten wir schneller und besser arbeiten können“, sagte Clausen. Nun sei das Ziel „sehr sportlich“. Allerdings betonte er auch, dass er froh sei, dass nun die Gemeinde mit dem Landesamt zusammenarbeite.

Bürgermeister Uwe Möller bezeichnete den Fehler als „Missverständnis“ innerhalb der Amtsverwaltung. Man sei davon ausgegangen, dass man das Landesamt bei Funden hätte informieren müssen. In der Stellungnahme zu B-Plan wurden archäologische Voruntersuchen nicht nur als erforderlich beschrieben, sondern auch die Gemeinde darauf hingewiesen, sich „frühzeitig mit dem Archäologischen Landesamt in Verbindung zu setzen, um das weitere Vorgehen zu besprechen“.

Bei ihren Voruntersuchungen haben die Forscher inzwischen nicht nur vorchristliche Urnengräber entdeckt. Auch sei „jede Menge neuzeitliches Zeug“ wie Riemenschnallen, Besatzstücke, Löffel und Flintenkugeln von Vorderladern sowie Nazi-Devotionalien oder eine Anzahl von Münzen aus der Zeit des 30-jährigen Krieges gefunden worden, sagte Clausen. Pötrau war also über viele Jahrtausende ein vielbesuchter Ort.

 Holger Marohn

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