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Lauenburg Bismarck will halbe Brücke zahlen
Lokales Lauenburg Bismarck will halbe Brücke zahlen
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21:52 26.03.2018
Idylle mit erheblichen Schönheitsfehlern: Das Stauwehr (hinten in der Mitte) ist marode. Das Wasser des Mühlenteiches in Aumühle wurde abgelassen, damit kein Druck mehr auf dem Wehr lastet. Der Damm ist teilweise unterspült und auch die Brücke gilt als nicht mehr tragfähig. Folge: Die Bismarck-Mühle (links) hat weniger Gäste. Quelle: Fotos: Silke Geercken
Aumühle

„Wir sind offen für alle Ingenieure und freuen uns über Angebote “, sagt Gregor von Bismarck, Chef der Bismarck’schen Forstverwaltung: „Das Kleinod am Mühlenteich muss erhalten bleiben. Hier ist der Eisvogel ansässig. Es ist eine der schönsten Ecken im Kreis.“

Die Brücke über die Schwarze Au am Mühlenteich in Aumühle muss wieder hergerichtet werden: Darüber sind sich Kreis, Gemeinde und Gregor Graf von Bismarck einig. Nun wird ein kreativer Brückenbauer gesucht, der Ideen für eine sichere und kostengünstige Lösung hat. Ansonsten droht ein Kleinod zu veröden.

„Die Kaffee-Gäste bleiben weg, Hochzeits-

paare wenden sich ab.Kathrin Mallonn,

Pächterin der

Bismarck-Mühle

Die Brücke war zu Jahresbeginn vom Ordnungsamt gesperrt worden, das Wasser des Mühlenteiches wurde abgelassen. Nach dem letzten großen Regen musste das in die Jahre gekommene marode Wehr geöffnet werden, es drohte Einsturzgefahr. Nun ist der Teich zu einer traurigen Lache verkümmert, Enten und Schwäne haben sich längst verabschiedet.

Kathrin Mallonn, Pächterin der Bismarck-Mühle in Aumühle, ist verzweifelt: Direkt vor ihrem Hotel-Restaurant endet nun der beliebte Wanderweg am Mühlenteich. Für den Tourismus eine Katastrophe. „Ich habe keine Laufkundschaft mehr, eine Umsatzeinbuße von rund 4000 Euro im Monat“, sagt Mallonn, die die Bismarck-Mühle vor drei Jahren übernommen hat. Die Pächterin hatte kürzlich zu einem runden Tisch eingeladen – mit Bürgermeister, Landrat und Vertretern der Bismarck’schen Forstverwaltung. Ergebnis: Keiner fühlt sich für den Weg, der über den Teichabfluss führt, verantwortlich, das Wegerecht sei nicht eindeutig geklärt. Das sieht Gregor von Bismarck, zweitältester Sohn von Senior Fürst Ferdinand, anders: „Uns gehört nur der Weg auf der anderen Seite der Brücke, der zum Forstbetrieb führt“, sagt er und verweist auf einen Grundbuchauszug. „Das Flurstück 160 (so die Wegbezeichnung, Anm. d. Red.) ist ein öffentlicher Weg und von Buchungspflicht befreit“, steht da.

Das Problem: Der Wall am Stauwehr ist unterspült und aufgeweicht. Ein dickes Loch klafft im Damm. Inzwischen prüft die Wasserbehörde, ob die Schwarze Au künftig hier als Rinnsal fließen kann oder das Wehr wieder hergerichtet werden muss. Das aber würde rund 500000 Euro kosten. Das Staurecht hat Maximilian Graf von Bismarck, dem die Bismarck-Mühle und der Mühlenteich gehören. Er möchte das Staurecht wieder zurückgeben. Gregor von Bismarck: „Mein Onkel hat das Staurecht erst vor einem Jahr vom Kreis geschenkt bekommen, es nur unter der Voraussetzung angenommen, dass ihm keine Kosten entstehen.“ Gregor, dem das ebenfalls am Mühlenteich gelegene Hotel Waldesruh gehört, hat sich bereit erklärt, die Kosten für eine Hälfte der Brücke zu übernehmen. „Für die andere Seite sind Kreis und Gemeinde zuständig“, sagt er. Er möchte eine große Lösung, setzt auch auf Crowdfunding, um die Kosten aufzufangen. Sein Ur-Ur-Großvater, Reichskanzler Otto Fürst von Bismarck, hatte mit dem „Otto-Pfennig“ Ähnliches erreicht. Auch hier hatte das Volk geholfen (siehe Beistück).

„Das Wehr ist bereits vor 17 Jahren zerbrochen, dann notdürftig vom THW repariert worden. Es hätte längst erneuert werden müssen“, sagt Kathrin Mallonn, die bereits über eine Kündigung der Pacht nachdenkt. „Wir leben vom Tourismus. Die Kaffee-Gäste bleiben weg, Hochzeitspaare wenden sich ab, weil sie in dieser Kulisse verständlicherweise nicht feiern wollen.“ Gregor von Bismarck habe sich sehr engagiert. Was mit dem 800 Jahre alten Mühlenteich geschehe, sei fraglich. „Die hohen Kosten für die Reparatur des Wehres sind keinem privaten Investor zuzumuten, aber es muss etwas passieren.

Hauptsache, der Wanderweg ist so schnell wie möglich wieder begehbar“, so die Pächterin.

Heute gibt es ein neues Treffen der Verantwortlichen im Amt Hohe Elbgeest, um einen Schritt weiter Richtung Lösung zu kommen.

Der Otto-Pfennig

In Otto von Bismarcks (1815-1898) Geburtsort Schönhausen besaß die Familie ursprünglich zwei Güter: „Schönhausen I“ (wo der spätere Reichsgründer das Licht der Welt erblickte) und „Schönhausen II“, das 1830 veräußert werden musste. Als Bismarcks 70. Geburtstag bevorstand, wurde 1885 eine Geldsammlung, „Otto-Pfennig“ genannt, veranstaltet. Viele Spender hofften, der Kanzler werde mit diesem Geld eine nationale Wohlfahrtseinrichtung stiften. Stattdessen sprachen sich seine Freunde in einem eigens dafür gebildeten Komitee dafür aus, „Schönhausen II“ zurückzukaufen und damit den alten Familienbesitz wieder zusammenzuführen; 1,5 Millionen Mark kostete dieses Geschenk.

Quelle: Bismarck-Museum

Silke Geercken

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