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Lauenburg Blaue Uniformen und Strauß-Melodien
Lokales Lauenburg Blaue Uniformen und Strauß-Melodien
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22:48 05.01.2018
Beim Radetzky-Marsch zum Ende des Konzertes der „Deutschmeister“ klatschte das Publikum im Möllner Augustinum begeistert mit. Quelle: Fotos: Burmester
Mölln

Mit dem schmissigen Schönfeld-Marsch begann das Konzert. Darauf folgte dann eine Melodie von Josef Strauss, das mit fast acht Minuten Dauer längste Stück des Abends. Und schon beim dritten Titel „Meine Lippen, sie küssen so heiß“der Sopranistin Elisabeth Jamann ging das Publikum im fast ausverkauften Theater des Augustinums so richtig mit. Die Auswahl der Musikstücke für das Konzert in Mölln passte perfekt.

Das war ein Neujahrskonzert, das die Besucher so schnell nicht vergessen werden. Die „Deutschmeister“, oder auch k. und k. Wiener Regimentskapelle IR4 genannt, präsentierten unter der Leitung von Hofkapellmeister Helmut Zsaitsits ihr großes Können. Zum Dank gab’s großen Applaus.

Walzer, Polkas, Märsche und Melodien aus Operetten waren dabei, und im Gegensatz zum bekanntesten Neujahrskonzert in Wien spielten die Deutschmeister komplett ohne Streicher. Der Möllner Jens-Uwe Köster war nach dem Konzert begeistert: „Das war eine Supersache. Das Repertoire war nicht nur perfekt zusammengestellt, sondern auch in einer Perfektion umgesetzt, wie man sie nur selten zu hören bekommt. Auch der Sopranistin zuzuhören, war ein Genuss. Das passte alles gut zusammen.“

Nach acht Musikstücken und einer knappen Stunde war dann Pause. Die Deutschmeister in ihren historischen blauen Uniformen des Infanterieregiments Nr. 4 aus dem Jahr 1871 mischten sich unter das Publikum, gaben bereitwillig Auskunft über ihre Musik, ihre Kapelle und versorgten die Musikliebhaber mit diversen Fanartikeln wie Bechern, Anstecknadeln oder DVDs. Hofkapellmeister Helmut Zsaitsits selbst blies auf seiner Trompete zum zweiten Teil des Konzerts. Der ging dann flott mit dem Florentiner Marsch los. Bei dem Titel „Feuerfest“ von Josef Strauss zeigten die Musiker aus Wien, dass sie durchaus neben ihrem Können als Musiker auch die ein oder andere schauspielerische Einlage zur Freude des Publikums beherrschen. Das Publikum honorierte die Leistungen der Wiener Musiker immer wieder mit viel Applaus. Getoppt wurde der Beifall noch einmal bei den Gesangseinlagen von Sopranistin Elisabeth Jamann, die mal im grünen, mal im roten Abendkleid, dann wieder im Dirndl oder als weibliche Gardistin im kurzen blauen Rock und Uniformjäckchen mit ihrer Stimme, aber auch mit ihrer Ausstrahlung zu begeistern wusste.

„Es war mal etwas ganz anderes. Solch ein Neujahrskonzert habe ich in Mölln noch nicht erlebt“, sagte Uwe Diestel. Besonders Elisabeth Jamann hatte dem Ur-Möllner gut gefallen. „Die hat toll gesungen. So etwas sollte man in Mölln mal wieder machen“, sagte Diestel. Er sei überrascht, wie voll der Saal gewesen sei.

Und auch Heinrich Hamester aus Basthorst, selbst Musiker und Chef der Möhnsener Musikanten, gab zu: „Ich war überrascht, dass die Deutschmeister nur mit so kleiner Besetzung hier waren. Trotzdem war es ein tolles Klangvolumen. Ich kenne die Deutschmeister, habe die schon oft gesehen und hatte gehofft, mehr von den älteren Musikern zu treffen, doch es waren viele junge Musiker dabei, und die haben das sehr gut gemacht.“

Das Finale hatte es dann in sich. Mit dem Marsch „Alte Kameraden“, dem Radetzky-Marsch und dem Deutschmeister Regimentsmarsch endete das Konzert der Wiener Musiker, die zum ersten Mal in Mölln waren.

Erich Kojeder, Vorsitzender der Deutschmeister machte am Tag nach dem Konzert deutlich: „Die Deutschmeister kommen auf jeden Fall wieder.“

 Von Jens Burmester

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