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Lauenburg Boom-Region Herzogtum Lauenburg braucht mehr Hotels
Lokales Lauenburg Boom-Region Herzogtum Lauenburg braucht mehr Hotels
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13:33 29.09.2018
Für das Hotel Quellenhof in Mölln ist eine Erweiterung geplant, aber noch nicht projektiert. Quelle: LN
Mölln/Ratzeburg

Nicht nur wegen des tollen Sommerwetters in diesem Jahr: Der Tourismus im Lauenburgischen boomt und lockt immer mehr Besucher in die Region. Vor allem, wer das Naturerlebnis liebt, verweilt gerne im Herzogtum Lauenburg. Doch bei der Suche nach einer geeigneten Unterkunft kann die Vorfreude schon mal etwas gedämpft werden. Denn es fehlen Bettenkapazitäten. Die Herzogtum Lauenburg Marketing und Service GmbH hat schon lange diesbezügliche Wünsche. Doch mit dem Ausbau der Hotelkapazitäten geht es nur schleppend voran. „Herrliche Wanderwege bieten die zahlreichen Seen mit ihren bewaldeten Ufern. Der Ratzeburger Küchensee zum Beispiel.“ So wirbt die HLMS für eine schöne Zeit der Erholung im Lauenburgischen. Doch was hilft das beste Marketing, wenn die Unterkünfte für Gäste fehlen?

Drei Tage Aufenthaltsdauer im Schnitt

Die durchschnittliche Verweildauer der Urlauber in unserem Kreis liegt nach den jüngsten Zahlen der Tourismus-Gesellschaft HLMS bei drei Tagen. Dass es nicht mehr sind oder sogar eine ganze Woche, liegt – statistisch gesehen – hauptsächlich am Mangel an Betten. Das hat vielfältige Gründe. Zum einen befinden sich die vielen privaten Vermieter, die Ferienwohnungen und -zimmer anbieten, in einer generationsbedingten Umbruchphase, weiß HLMS-Geschäftsführer Günter Schmidt: „Ferienwohnungen sind gefragt, da ist auch einiges entstanden, was aber verstärkt mit dem freien Wohnungsmarkt konkurriert.“

Für viele Eigentümer sei die Festvermietung interessanter als die saisonale, die vielleicht finanziell lukrativer, aber auch aufwendiger in der Bewirtschaftung sei.

Im Möllner Seniorenwohnsitz Augustinum gab es bis vor Kurzem noch 30 Gästezimmer. Quelle: LN

Zum anderen klafft aber schon seit Längerem eine strukturelle Lücke in der Ebene der mittelgroßen Häuser. Schmidt: „Es fehlen eindeutig Hotels mit 100 Zimmern, in Ratzeburg, Mölln, Lauenburg und Geesthacht bräuchten wir jeweils eins davon. In Ratzeburg und Lauenburg geht es jetzt wenigsten los.“ Ein Problem sei es aber auch, geeignete Grundstücke zu finden, weiß Schmidt aus Gesprächen mit Investoren.

Herbst im Lauenburgischen, beliebt bei Touristen. Quelle: Ebelt/HFR

Spürbar an die Grenzen gekommen

Seit Jahren stagniert diese Entwicklung bei gestiegener bis gesättigter Auslastung. Schmidt: „Jetzt sind wir spürbar an die Grenzen gekommen. Voll ist voll.“ Kurzfristige Anreisewünsche kriege man kaum noch bewältigt. Wobei sich die Nachfrage verstärkt auf den Drei- bis Vier-Sterne-Bereich konzentriere. Hotelketten, die in den Großstädten wie Pilze aus dem Boden schießen, seien noch nicht in Sicht. „Für die sind wir sozusagen die zweite Reihe, die aber auch mehr und mehr in den Fokus rückt“, sagt Schmidt.

HLMS-Chef Günter Schmidt. Quelle: LB

Als einen weiteren Grund für die Engpässe bei den Bettenkapazitäten sieht der Betreiber des Möllner Restaurants und Hotels Quellenhof, Richard Tofelde, im Wegfall von rund 30 Übernachtungszimmern des Seniorenwohnsitzes Augustinum vor gut einem Jahr. Die Eigner des Quellenhofs selbst wollen bekanntlich die bisherigen Kapazitäten von 18 Doppelzimmern deutlich vergrößern. Doch das Projekt liegt derzeit auf Eis, weil die Verhandlungen zwischen Stadt, Kreis und Investoren noch zu keiner Einigung geführt haben. Sein Bettenangebot erweitert auch das Restaurant-Hotel Waldhalle in Mölln.

Matthias Wiemer

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