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Boßeln über Stock und Stein

Linau Boßeln über Stock und Stein

Zum 25. Mal trafen sich gestern mehr als 50 Linauer Spieler — Ein Riesenspaß, bei dem viel gelacht wird.

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Team F mit der Organisatorin des „Linauer Boßelns“, Sonja Oldsen (rechts). Die „Queen of the day“ hat bei dieser Jubiläumstour das Vergnügen mit Sigrun Wandel, Jens Nissen und Mike Heisig. Die Vier sind wild entschlossen, sich nach allen Regeln der Kunst zu amüsieren. Fotos (3): Baumm

Linau/Hohenfelde. Gestern morgen in Hohenfelde: Keine Spur von beschaulicher Ruhe. Vor dem Landgasthaus Stahmer parken 15 Autos. Männer und Frauen in dicken Winterjacken, Jeans und robustem Schuhwerk begrüßen sich. Mitten drin Sonja Oldsen, an deren Jacke ein Button steckt. „Queen of the day“ steht da drauf. Grund für Anstecker und Trubel: Heute geht es auf Boßeltour, zum 25.

Mal schon, und die Initiatorin des Linauer Boßeltreffs ist Sonja Oldsen.

So ein Jubiläum wird natürlich gefeiert, immerhin sind einige der hier versammelten schon lange dabei. Wilfried Schipper zum Beispiel ist seit 1995 mit von der Partie, ein Jahr später ist Frank Gutzmann dazugestoßen. Für beide ist es Ehrensache, beim Boßeln, das Sonja Oldsen einmal jährlich veranstaltet, dabei zu sein. Allerdings freut sich die Queen of the day auch immer über neue Gesichter in der Runde. Diesmal ist Janina Leptien das „Boßel-Küken“ — und sie ist mit ihren 20 Jahren auch die Jüngste.

Jubiläum hin oder her, die Organisatorin begrüßt die vergnügte Runde — und hält sich nicht lang mit Schnacken auf. Ruck-zuck benennt sie die Teams, immer vier Leute bilden eine Mannschaft. Die hat Sonja — „Wir duzen uns hier alle!“ — zuhause ausgetüftelt. Möglichst ausgeglichen soll es sein, möglichst auch Frauen und Männer gemischt. Die Beteiligung ist prima: 14 Gruppen à vier Spieler, benannt von Gruppe A bis N, machen sich auf den Weg. Ausgerüstet sind sie mit einer Boßelkugel je Gruppe, und — hier steht der Spaß im Vordergrund, nicht nur der Sport! — mit einer Flasche Hochprozentigem. Dass sich hier versierte Boßler treffen, sieht man auch an den Lappen, die schnell zur Hand sind, um die Kugeln vor dem nächsten Wurf sauber zu wischen.

Die Spieler tragen Schilder mit dem Buchstaben ihrer Gruppe und ihrer Zahl, sie sind jeweils von 1 bis 4 durchnummeriert. A1 spielt gegen B1 und so weiter. Es gilt, weiter zu werfen als der Gegner.

Die Kugeln wiegen 800 Gramm, Hartgummi mit einem Bleikern. Auf einem matschigen Waldweg, auf Kopfsteinpflaster, in Kurven, an einem Tümpel oder an parkenden Autos entlang ist das eine echte Herausforderung. Immer schön nach hinten schauen — so eine Kugel, mit Schmackes geworfen, möchte niemand gern abbekommen.

Zum Mittag ist die erste Runde absolviert. Die Ergebnisse sind ganz unterschiedlich, die letzten Gruppen, die zu Gulaschsuppe und einmal Aufwärmen eintrudeln, trennen sich vier zu vier, Sonja Oldsens Truppe wiederum hat Glück gehabt und ihre Gegner mit sieben zu eins nassgemacht. Nach der Suppe geht es weiter, noch zwei Runden sind zu spielen, jeweils mit anderen Gegnern.

Wenn es einen Punkt gibt, schallt Jubel durch den Wald, und dann wird immer mal ein Schluck aus der Flasche genommen. Man kennt sich, und man hat viel Spaß miteinander. Es wird gefrotzelt und gestichelt und vor allem wird sehr viel und laut gelacht. Gegen 17 Uhr, schätzt Queen Sonja, sind alle wieder bei Stahmer. Dann gibt es noch ein leckeres Essen und danach wird getanzt. Boßeln, soviel steht mal fest, heißt Kilometer machen. Und es ist ein Riesenspaß.

Regeln

Das Ziel ist, eine bestimmte Strecke mit möglichst wenig Würfen zurückzulegen. Spieler A1 wirft zuerst, dann ist B1 an der Reihe. Danach wirft immer die Mannschaft zuerst, deren Kugel zurückliegt. Hat also B1 die Kugel von A1 nicht eingeholt, ist B2 an der Reihe, danach A2. Wenn nun wieder die Kugel von Mannschaft A vorn liegt, gibt es für A einen Punkt. Erreicht der nächste Spieler von Mannschaft B erneut nicht die Kugel von A, wird Mannschaft A sogar ein Doppelpunkt gutgeschrieben.

Das Boßeln kommt aus dem Norden, es gilt als ostfriesischer Nationalsport. Bei Sonja Oldsen darf jeder Mitboßeln, der älter als 18 Jahre alt ist. Die nächste Linauer Boßeltour wird Anfang Februar 2017 stattfinden.

Dorothea Baumm

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