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Lauenburg Brandstifter kann nicht festgenommen werden
Lokales Lauenburg Brandstifter kann nicht festgenommen werden
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16:39 29.01.2019
Die Feuerwehr beim Brandeinsatz in Hevis Kiosk. Quelle: Timo Jann
Schwarzenbek

Offenbar hat die Polizei den Brandstifter für die verheerende Explosion im Schnellrestaurant „Hevi’s“ ermittelt. Doch der Tatverdächtige läuft weiter frei herum. Das war bei einer der Feuerwehr zu einem Anderen Thema öffentlich geworden. Der zuständige Staatsanwalt habe auch mit schweren Kapitalverbrechen zu tun, bei denen es um Anklageerhebung geht, bevor bei Tatverdächtigen die maximal sechs Monate dauernde Untersuchungshaft abläuft, erklärte Ulla Hingst, die Sprecherin der Behörde, auf Anfrage. Deshalb hätten diese Fälle Priorität. „Es ist bedauerlich, wenn es bei der Justiz aufgrund von Personalmangel zu solchen Sachen kommt“, kommentiert Marco Hecht-Hinz, der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Herzogtum Lauenburg/Stormarn den Fall, unabhängig davon, dass er die Details nicht kenne.

Explosion im Grill-Imbiss

Am 10. August gegen 22 Uhr war es im Erdgeschoss des Wohn- und Geschäftshauses an der Hamburger Straße, Ecke Feldstraße, zu einer Explosion gekommen. Das komplette Erdgeschoss mit dem Schnellrestaurant „Hevi’s“ stand schlagartig in Vollbrand. Die Decke zur Wohnung im ersten Obergeschoss sei durch eine Druckwelle angehoben worden, berichteten später die Bewohner, die sich in Sicherheit bringen konnten. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot im Einsatz und bekämpfte die Flammen. Den Ermittlern der Polizei ist nach intensiver Spurensuche klar, dass es sich um Brandstiftung handelt. Um Beweis zu sichern, lassen die Beamten sogar Türblätter und Türzargen ausbauen, um ein mögliches Hebelwerkzeug, auf das sie im Zuge der Recherchen stoßen, zuordnen zu können.

Über ein Online-Portal suchte die Polizei Hinweise

Selbst über ein Onlineportal suchen die Ermittler nach Hinweisen, Handzettel werden durch Polizisten im Stadtgebiet verteilt. Zeugen berichten, dass der Mieter und sein Vormieter Streit gehabt haben sollen. Zufall? Im Umkreis von 200 Metern an der Hamburger Straße brannten auch eine Autowerkstatt und ein ehemaliges Restaurant nieder. Ebenfalls Brandstiftungen. „Polizeilich ist ein dringender Tatverdacht herausgearbeitet worden, ob es zu einer Anklage durch die Staatsanwaltschaft kommt, bleibt abzuwarten“, berichtete

Festnahme sickerte bei eine Versammlung durch

Schwarzenbeks Polizeichef Ernst Jenner während der Mitgliederversammlung der Schwarzenbeker Feuerwehr. Er nannte dort die Erfolge seiner Kollegen im Zusammenhang mit zahlreichen Bränden der Vergangenheit, die die ehrenamtlichen Retter der Stadt gefordert hatten. So sei auch ein Teil der vielen Fahrzeugbrände in Schwarzenbek und Umgebung aufgeklärt worden. Um wen es sich bei dem Verdächtigen in Sachen „Hevi’s“ handelt, sagte Jenner nicht. Die Staatsanwaltschaft will sich erst äußern, wenn der zuständige Mitarbeiter die Ermittlungsergebnisse der Kriminalpolizei bewertet hat. „Der Fall macht deutlich, dass nicht nur bei der Polizei, sondern auch bei der Justiz Personal fehlt“, sagt Hecht-Hinz. „Davon sind wir auf Seiten der Polizei natürlich nicht begeistert“, macht er deutlich.

Timo Jann

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