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Lauenburg Brandstiftung im Wohnhaus
Lokales Lauenburg Brandstiftung im Wohnhaus
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00:00 20.05.2017
Günter Höltig zeigt die Brandspuren am Fenster. Dort war der Grillanzünder an der Kurbel der Jalousie hängen geblieben. Quelle: Foto: Timo Jann

„So eine grässliche Tat“, sagt Brigitte Höltig. Ein brennender Grillanzünder ist durch ein auf Kipp stehendes Fenster in ihr Einfamilienhaus in der Siedlung in der Rülau geworfen worden. Nur weil sie und ihr Mann im Haus waren und den Brand schnell bemerkten, konnten sie größeren Schaden verhindern.

„Auf einmal roch es so komisch“, erinnert sich Brigitte Höltig an den Moment, als sich der Brand am Donnerstagnachmittag in ihrem Haus am Eichenweg entwickelte. Sie war gerade mit ihrem Mann im Dachgeschoss, im Erdgeschoss war wegen der Wärme die Haustür offen, außerdem waren die Fenster gekippt. Durchzug.

„Erst dachten wir, es käme von draußen“, berichtet Günter Höltig. Doch der Geruch nach brennendem Kunststoff wurde immer stärker, er ging nachsehen. „Im Wohnzimmer entdeckte ich dann die Flammen am Fenster“, sagt er. Geistesgegenwärtig pustet er das Feuer aus. Die Flamme lodert aus einem Würfel, einem Grillanzünder, etwa 20 Zentimeter hoch. Einige Augenblicke später und die Flammen hätten Gardinen und Vorhänge und wohl auch eine Kommode erfasst.

Brigitte Höltig fordert sofort die Feuerwehr an. „Wir waren schnell am Einsatzort, brauchten aber nicht mehr direkt einzugreifen“, sagte Feuerwehrchef Thorsten Bettin. „Die Bewohner hatten echt Glück.“ Die Polizei stellte die Reste des Grillanzünders zur Spurensicherung sicher. „Einen Tatverdächtigen haben wir noch nicht“, sagte Ulla Hingst von der Lübecker Staatsanwaltschaft gestern. Die Höltigs hoffen auf eine schnelle Aufklärung durch die Polizei.

Der Fall erinnert an drei ähnliche Taten aus dem Herbst 2015. Damals hatte die Polizei einen Mann aus dem ruhigen Wohnquartier am Stadtrand als Tatverdächtigen ermittelt. Die Polizei schätzte den 21-Jährigen als geistig zurückgeblieben ein, so dass dessen Schuldfähigkeit unklar war. „Abgeschlossen ist dieses alte Verfahren noch nicht“, sagte Staatsanwältin Ulla Hingst.

Bei den drei Bränden im September und November 2015 hatte der 21-Jährige nach Erkenntnissen der Polizei selbst die Feuerwehr angefordert – und in zwei Fällen falsche Adressen genannt. Der Mann war dann aber jeweils vor Ort und wies die Einsatzkräfte als „rettender Hinweisgeber“ ein. Nachdem Einsatzkräfte stutzig geworden waren, ermittelte die Polizei gegen den 21-Jährigen. Bei der Durchsuchung seines Zimmers wurden dann unter anderem Grillanzünder sichergestellt.

 Timo Jann

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