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Lauenburg Büchen geschockt: Schur Pack packt seine Sachen
Lokales Lauenburg Büchen geschockt: Schur Pack packt seine Sachen
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20:10 28.06.2013
Von Matthias Wiemer
Büchen

Die Ankündigung, Büchen den Rücken kehren zu wollen, ist schon etwa ein Jahr alt. Nun soll es konkret werden, und die größte Gemeinde des Kreises ist geschockt: Der Papierverarbeitungsbetrieb mit derzeit etwa 140 Arbeitsplätzen will aus Büchen wegziehen. Nach LN-Informationen ist die Belegschaft über diese konkrete Absicht vor wenigen Tagen von der Geschäftsführung informiert worden.

Nun sorgen sich die Beschäftigten, ob und wie es für sie weitergehen kann. Geschäftsführer Klaus Madsen, der gestern für eine Stellungnahmen nicht zur Verfügung stand, soll die Absicht erklärt haben, den Betriebsstandort in die mecklenburgische Nachbargemeinde Zarrentin verlagern zu wollen. Das würde für die Büchener Beschäftigen zumindest Arbeitsplatzsicherheit bedeuten, wenn dies auch mit weiterer Anfahrt verbunden wäre. Allerdings hat die Geschäftsführung, das bestätigte unterdessen auch die Gewerkschaft ver.di, an einem Umzug nach Zarrentin die Zustimmung zu einem Forderungskatalog gekoppelt. Dieser enthalte, so ver.di Bezirkssekretär Johann Rademacher, deutliche Abstriche bei Sondervergütungen, Freizeitregelungen und anderem mehr. Sollten Betriebsrat und Belegschaft diesen Verschlechterungen ihrer Arbeitsbedingungen nicht zustimmen, könne die Option gezogen werden, die Arbeitsplätze in dieser Region völlig aufzugeben und den Betriebsstandort nach Polen zu verlagern.

Letzteres hält Johann Rademacher für wenig wahrscheinlich und eher eine Drohgebärde: „Es wäre töricht, eine so gut qualifizierte Mannschaft wie die hier in Büchen aufzugeben.“

Aus dem Betriebsrat erfuhren die LN gestern, dass man in der Belegschaft zwar alarmiert, aber nicht verzweifelt sei. In der Arbeitnehmervertretung sei man zuversichtlich, dass die Arbeitsplätze in der Region gehalten werden könnten. Genaueres erhoffen Betriebsrat und Gewerkschaft am kommenden Dienstag bei einem Zusammentreffen mit der Geschäftsleitung zu erfahren.

Deutlich betroffen zeigte sich Büchens Bürgermeister Uwe Möller. Gegenüber den LN erklärte er: „Ich habe selbst als Schüler 1972 bei Schur Pack, damals noch Firma Damaschke, gejobbt. Der Betrieb ist ein Stück Büchen und bedeutet auch Ausbildungs- und Praktikumsstellen.“ An dieser Entwicklung zeige sich das Dilemma eines gewissen Fördermittel-Konkurrenzkampfes zwischen den alten und den neuen Bundesländern im Grenzraum. Allerdings könne Büchen dem Betrieb in seinem Vergrößerungsbestreben nicht helfen. „Das macht mich richtig traurig“, so Möllers betroffener Kommentar.

Auch Laserteam ging weg
Vor knapp drei Jahren hat schon einen anderer, wesentlich kleiner

Betrieb Büchen wegen besserer Konditionen im Osten den Rücken gekehrt: die LaserTeam GmbH mit knapp 15 Beschäftigten. Der damalige Geschäftsführer begründete die Entscheidung, ins mecklenburgische Gallin abzuwandern mit den „fehlenden geeigneten Grundstücken“ in Büchen und Umgebung.

Dänischer Karton-Experte
Schur Pack Germany gehört zu einem dänischen Konzern und stellt bedruckte Kartonverpackungen her, von der Zigarettenschachtel bis zur Pizza-Transportbox.

Der Betrieb ist tarifgebunden und bietet teils übertarifliche Konditionen für die Beschäftigten. Der Standort Büchen hat eine Größe von etwa 80 000 Quadratmetern. Schur Pack will sich nach LN-Informationen auf etwa

150 000 Quadratmeter vergrößern.

Matthias Wiemer

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