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Lauenburg Büchener Poller-Posse geht weiter
Lokales Lauenburg Büchener Poller-Posse geht weiter
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22:05 10.08.2017
Wie selbstverständlich parken im Nüssauer Weg zahlreiche Autos zwischen den Bäumen der geschützten Lindenallee. Beschwerden von Naturschützern gab es hier nicht. Quelle: Fotos: Holger Marohn

Denn nach Auskunft der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) beim Kreis ist nicht nur die Lindenallee im Schulweg als Biotop geschützt, sondern Alleen grundsätzlich – also auch der weitere Verlauf der Lindenallee im Bereich des Nüssauer Weges. Und das hätte auch Konsequenzen für die Gemeindeverwaltung. Denn dort parken nicht nur wild Autos zwischen den Bäumen, sondern dort betreibt die Gemeinde mitten in dem geschützten Biotop auch einen Wertstoffplatz mit Containern.

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Auch für Lindenallee im Nüssauer Weg gilt ein Schutz – Gemeinde hat dort sogar Altglas-Container aufgestellt.

Naturschutzgesetze

Gesetzlich geschützte Biotope sind im Bundesnaturschutzgesetz Paragraph 30 und Landesnaturschutzgesetz Paragraph 21 definiert. Auf Landesebene sind Alleen neben Knicks, Binnendünen, artenreichen Steilhänge und Bachschluchten erwähnt.

Ins Rollen gebracht hatte die Sache eine anonyme Anzeige eines Naturschützers bei der UNB im April diesen Jahres. Da Alleen im Bundesnaturschutzgesetz als Biotope geschützt seien, hätte die Behörde reagieren müssen, heißt es vom Kreis. So könne durch das Befahren der Boden verdichtet und so die Sauerstoff und Wasserversorgung der Wurzeln gefährdet werden, heißt es. Auch bestehe die Gefahr, dass Bäume von Autos angefahren und beschädigt würden. Entsprechendes habe man dem Bürgermeister mitgeteilt.

Die Folge ist seit wenigen Wochen im Schulweg zu sehen. Poller verhindern – verbunden mit der Ankündigung der Gemeinde auf konsequente Kontrollen – das seit Jahrzehnten geduldete Parken zwischen den Linden – verbunden mit der Ankündigung der Gemeinde auf konsequente Kontrollen. Bislang sind diese Sperrungen auf den Schulweg beschränkt. Allerdings könnte sich das bald ändern.

Denn der Kreis bestätigte, dass ein Schutz für Alleen grundsätzlich bestehe. Und im Nüssauer Weg parken Autos genauso zwischen den Bäumen wie im Schulweg – dort allerdings vor allem von Anwohnern.

Außerdem hat die Gemeinde zwischen den Bäumen einen Platz für Altglas-Container und Altkleider-Container ausgewiesen – seit Jahren bereits.

Bislang bezog sich die Beschwerde des anonymen Naturschützers nur auf den Schulweg. Während dort nun das Parken zwischen den Bäumen verboten ist, soll in dem gutachterlich nachgewiesenen ökologisch sensiblem Bereich von Allee und Bahndamm ausgerechnet ein Gebäude als Treffpunkt auch für den Naturschutzbund Büchen gebaut werden.

Die Gemeinde Büchen war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Holger Marohn

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