Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Büchener wollen woanders schießen
Lokales Lauenburg Büchener wollen woanders schießen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:38 28.10.2017
Abmarsch – in Richtung Hamburg. Der Schützenverein Büchen wird aber auch künftig als Mitglied des Hamburger Verbandes an den Schützenfesten wie hier in Breitenfelde teilnehmen. Quelle: Burmester

Mit diesem Schritt verlassen die Büchener automatisch auch den Kreisschützenverband Herzogtum Lauenburg. Seit zwei Jahren schon bemühten sich die Büchener um einen solchen Wechsel. Den Grund erläutert Schützenoberst und Vorsitzender Heinrich Marbs: „Wir möchten sportlich weiterkommen, möchten an Wettkämpfen teilnehmen, bei denen wir uns mit anderen Vereinen messen können.“ Marbs macht deutlich, dass die Schützen südlich von Plön im Lande Schleswig-Holstein keine Chance hätten, in einen Landes-Kader aufgenommen zu werden. Daher hätten sich auch schon andere Schützen, beispielsweise aus Breitenfelde oder Nusse, dem Hamwarder Verein angeschlossen und inzwischen sogar an Deutschen Meisterschaften teilgenommen.

 

„Ich finde es nicht gut, sich so aus unserer Gemeinschaft herauszu- stehlen. Peter Kröhnert, NDSB-Präsident

Doch das ist für Marbs offenbar nur ein Grund. Er moniert außerdem einige andere Dinge, die er dem NDSB-Präsidium anlastet. Das Leistungszentrum in Kellinghusen, das im April 2016 eingeweiht und vorher restauriert worden war, sei immer noch nicht fertiggestellt und schon wieder würden Kosten anfallen. Zudem würden dort eben nicht alle Disziplinen angeboten, die man gern schießen wolle. Marbs hatte schon seit geraumer Zeit Gespräche mit Hamburg geführt und von dort offenbar positive Signale erhalten. Der Kreisverband Sachsenwald aus dem Hamburger Verband hatte Büchen sogar schon vor der Entscheidung des Hamburger Verbandes aufgenommen. „Ein Unding“, schimpft der Präsident des NDSB, Peter Kröhnert. „Ich finde es nicht gut, sich so aus unserer Gemeinschaft heraus zu stehlen. Die Fehler aus der Ära des Präsidenten Quast (Kröhnerts Vorgänger, d. Red.) sind ja nun mal erledigt und abgehakt. Darauf darf man jetzt nicht mehr herumreiten. Und das damals Fehler gemacht worden sind, ist ja unstrittig.“

Der Schützenverein Büchen habe inzwischen auch mit Klage gedroht, falls der NDSB sich weigere, die Büchener ziehen zu lassen. Ein Mitglied des Büchener Vereins habe sogar erklärt, sämtliche Kosten dafür gegebenenfalls tragen zu wollen. „Man gibt uns keine Gelegenheit zu einem vernünftigen Gespräch. Man gibt uns auch keine nachvollziehbaren Gründe auf“, sagt Kröhnert. Es müsse einen ihm nicht bekannten Grund geben.

Der Kreisvorsitzende der lauenburgischen Schützen, Lars Rothfuß, bedauert den Weggang des Büchener Vereins. „Es ist schade, dass wir mit Büchen einen relativ großen Verein verlieren. Und es ist auch schade, dass der Hamburger Verband eine Entscheidung getroffen hat, bevor der Deutsche Schützenbund auf seiner Sitzung im kommenden Monat eine Grundsatzentscheidung zu diesem Thema gefällt hat.“ Er habe dem Büchener Oberst bei der kürzlich stattgefundenen Tagung der Vorsitzenden aber keine Steine in den Weg gelegt. Seit geraumer Zeit wird auch im Präsidium des NDSB und anderer Organe schon öffentlich über einen Zusammenschluss der Norddeutschen Verbände diskutiert. Sollte das passieren, wäre Büchen wieder mit allen anderen in einem Boot und der jetzige Schritt ad absurdum geführt. „Und die besten Karten“, so prophezeit Rothfuß, „hätte dann der NDSB mit einem eigenen Landesleistungszentrum in Kellinghusen, das vermutlich Auslöser dieser ganzen Querelen und Austritte war.“ Für den Kauf des Leistungszentrums hatte jedes Mitglied 15 Euro gezahlt.

 Von Jens Burmester

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am kommenden Dienstag ist Reformationstag – Höhepunkt eines Jahrs, in dem die evangelische Kirche an das erinnert hat, was Martin Luther vor 500 Jahren ins Rollen brachte. Pröpstin Petra Kallies blickt zufrieden zurück auf das Gedenkjahr im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg.

28.10.2017

Zur schleswig-holsteinischen Kommunalwahl im Mai 2018 werden die Ratzeburger noch eine weitere politisches Gruppierung vorfinden: die „Bürger für Ratzeburg“ (BfR) unter der Führung des einstigen SPD-Mannes Sami El Basiouni.

28.10.2017

Ein lebendiges Jubiläumsjahr liegt hinter den Kirchengemeinden. Anlässlich des 500-jährigen Thesenanschlags von Martin Luther veranstalteten die Kirchengemeinden viele kleine und große Aktivitäten in der Propstei Lauenburg. Den Abschluss bildet am 31. Oktober der ökumenische Festgottesdienst in der Stadtkirche St. Petri. Beginn ist um 10 Uhr.

28.10.2017
Anzeige