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Lauenburg Büchens Politiker fordern Glasfaser auch für alte Gebiete
Lokales Lauenburg Büchens Politiker fordern Glasfaser auch für alte Gebiete
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20:38 10.01.2018

Die Stadtwerke Geesthacht haben kurz vor Weihnachten das Büchener Glasfasernetz von Hansewerk übernommen. Vor allem die Versorgung der großen Neubaugebiete in den kommenden Jahren macht die Gemeinde zu einem attraktiven Pflaster für Netzbetreiber. Doch die Wählergemeinschaft Aktive Bürger Büchen (ABB) fordert nun, dass nicht nur die Neubaugebiete mit modernster Kommunikationstechnik erschlossen werden, sondern auch die Teile der Gemeinde, die einst außen vor geblieben waren – wie der Ortsteil Alt-Pötrau in direkter Nachbarschaft der neuen Wohngebiete.

Jürgen Lempges (li.) und Axel Bourjau von den Aktiven Bürgern Büchen (ABB) fordern einen Glasfaserausbau auch für Alt-Pötrau. Quelle: Foto: Hfr

„Die ABB halten eine flächendeckende Versorgung mit Glasfasertechnik für zukunftsträchtig und in allen Bereichen Büchens für nötig“, sagt Jürgen Lempges, in der Gemeinde politisch als Bürgerliches Mitglied tätig und Inhaber eines Versicherungsbüros in Pötrau.

Das Problem ist, dass vor gut siebeneinhalb Jahren beim Pilotprojekt von Hansewerk-Vorgänger Eon in Zusammenarbeit mit Dienstleister wilhelm.tel für die Gesamtgemeinde Büchen zunächst nicht die geforderte Anschlussquote erreicht wurde. Ein zweiter Anlauf mit einem neuen Provider wurde dann nur für einige separate Gebiete gestartet. Danach verlor Hansewerk offenbar die Lust an dem Geschäftsfeld. Zurück blieb ein halberschlossener Ort: In Bereichen wie der Möllner Straße profitiert eine Straßenseite von schnellem Internet, die Bürger auf der anderen Straßenseite sitzen weiterhin auf langsamen Kupferleitungen.

Die ABB kritisiert, dass damals, anders als in anderen Teilen der Gemeinde, noch nicht einmal der Versuch einer separaten Abfrage für Alt-Pötrau unternommen wurde. „Hier in Pötrau warten nicht nur Privathaushalte auf schnelles Internet. Ich habe mich schon damals bei der Abfrage für die Quote aktiv stark gemacht und festgestellt, dass auch Handel, Gewerbe, Handwerk und Landwirtschaft schnelles Internet brauchen“, sagt ABB-Mitglied und Pötrauer Einwohner Axel Bourjau.

Die ABB begrüßen daher die Absicht des neuen Glasfasernetzanbieters, in Büchen eine hundertprozentige Versorgung zu erreichen. Denn dazu würde dann schließlich mit Alt-Pötrau auch der historische Ortskern des heutigen Büchens gehören.

Büchen und das Glasfaser

Im Rahmen der Neuvergabe der Stromkonzessionen hatte die Gemeindeverwaltung Büchen vor acht Jahren auch die Glasfasererschließung mit ausgeschrieben.

Neben dem langjährigen Partner Eon hatten sich auch die Vereinigten Stadtwerke Mölln/Ratzeburg/

Bad Oldesloe beworben – wie es hieß, mit einem sehr attraktiven Angebot.

Nach langen Ver- und Nachverhandlungen bekam im Juni 2010 schließlich Eon den Zuschlag. Gemeinsam mit Anbieter wilhelm.tel, einer Tochter der Stadtwerke Norderstedt, sollten Büchen und die Amtsgemeinden erschlossen.

Einen Glasfaseranschluss gab es bei wilhelm.tel allerdings nur in Verbindung mit einem TV-Anschluss. Während die Konkurrenz in anderen Orten des Kreise die Bagger anrücken ließ, scheiterte der Versuch in Büchen an der erforderlichen Anschlussquote von 60 Prozent gemeindeweit. Daran änderten auch schon fast flehende Bitten des Bürgermeisters um Solidarität und Durchhalteparolen von Eon-Strategen nichts. „Was jetzt angeboten wird, wollte in den anderen Gemeinden eigentlich niemand“, kritisierte Amtsvorsteher Martin Voß damals das durch die Amtsverwaltung favorisierte Eon-Angebot gegenüber dem der Vereinigten Stadtwerke.

Mitte 2012 später wurde dann mit KielNET ein neuer Versuch gestartet und Büchen dabei in Abschnitte aufgeteilt, die Quote auf 40 Prozent gesenkt, aber mit Anschlussgebühren. Allerdings wurde damals nicht in allen Abschnitten wie in Pötrau auch tatsächlich der Versuch unternommen. In anderen Abschnitten war die Quote zu gering. Danach gab es trotz Forderungen aus der Bevölkerung keine neuen Versuche.

Im Dezember 2017 haben nun die Stadtwerke Geesthacht das Netz von Hansewerk (einst Eon) aufgekauft. Hansewerk ist an den Stadtwerken Geesthacht beteiligt. Die Stadtwerke Geesthacht haben nun eine komplette Erschließung Büchens in Aussicht gestellt – wenn die Quoten stimmen.

Holger Marohn

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