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Lauenburg Büchens Samariter sucht dringend Nachfolger
Lokales Lauenburg Büchens Samariter sucht dringend Nachfolger
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16:59 05.01.2019
Bei der Feier zum 20-jährigen Bestehen des Vereins gratuliert Sozialminister Heiner Garg dem Vereinsgründer Peter Schmid. Quelle: LN-ARCHIV
Mölln

Sein eigenes Schicksal war 20 Jahre lang der Motor für sein vollste Engagement. Er verlor seine eigene Tochter durch eine schwere Krankheit. Nun, nachdem er zusammen mit Vereinsmitgliedern 1,7 Millionen Euro für Kinder in Not gesammelt hat, dankt Peter Schmid aus Büchen ab. Er hinterlässt eine große Lücke. Auf der Jahreshauptversammlung im März muss ein Nachfolger gewählt werden. Keine leichte Aufgabe. Denn der 77-Jährige brachte sich mit Leib und Seele ein.

„Ich werde im Februar 78. Irgendwann geht die Kraft zurück“, sagt Peter Schmid. Denn bei allen Erfolgen, die er für den Verein verbuchen kann, zehrt es auch an den Kräften, wenn man ständig das Schicksal kranker Kinder erlebt. Schmid spricht nicht ohne Grund von „seinen Kindern“. Denn auch er war einmal in der Situation, wie die Eltern seiner Klienten. Er bangte um seine eigene kranke Tochter und verlor sie schließlich an eine schlimme Krankheit. „Im Laufe der Jahre haben wir 18 Kinder verloren“, sagt Schmidt bitter. Die Arbeit für den Verein, die Erfolge und Misserfolge sind untrennbar mit seinem eigenen Schicksal verwoben.

Hilfe für Anna Lina

Die elfjährige Anna Lina aus Groß Grönau bangt noch immer um ihr Leben. Der Förderverein setzte sich zusammen mit den LN für sie ein und sammelte bis zuletzt Spenden (die LN berichteten). „Ich habe so etwas seit 20 Jahren nicht erlebt,“ sagt Peter Schmid.

Es seien insgesamt 1100 Spenden für das Mädchen eingegangen. Das sei außergewöhnlich „Wir möchten uns ganz herzlich bei den Spendern und den Lübecker Nachrichten bedanken“, sagt Schmid. Das Mädchen habe gerade eine Bluttransfusion bekommen. Ihre Genesung sei noch nicht absehbar. Durch die finanzielle Unterstützung sei der tiefe Fall der gesamten Familie aber vorerst abgefedert worden.

Vor 20 Jahren war die Geburtsstunde des Vereins „Unterstützung schwersterkrankter und behinderter Kinder“ e.V., der mittlerweile im ganzen Kreis Herzogtum Lauenburg, auch durch den 1. Vorsitzenden Peter Schmid, bekannt ist. Trauriger Anlass der Vereinsgründung war der Tod von Peter Schmids eigener Tochter, die 1987 mit 17 Jahren bei einer Leukämie-Nachbehandlung im Krankenhaus starb. Der alleinerziehende Vater von drei Kindern geriet ich in eine Notlage. Seit 1998 konnten durch sein Engagement 1,7 Millionen Euro für bedürftige Familien zur Verfügung gestellt werden. Aber nach 20 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit möchte der Vorstand nun in den wohlverdienten „Ruhestand“ treten. Damit der dringend benötigte Verein aber weiter bestehen kann, wird ein neuer Vorstand gesucht.

270 Fördermitglieder hat der Verein heute. Erst kürzlich sind wieder einige hinzugekommen. Der Fall der kleinen Anna-Lina, die an einem Hirntumor leidet, hat viele Menschen berührt, sagt Schmid (die LN berichteten). „Wir brauchen diese Mitglieder, um unsere enormen Fahrtkosten zu decken.“ Denn obwohl der Verein sich auf die Hilfe für Kinder aus dem Herzogtum beschränkt, müssen oftmals Fahrten durch halb Deutschland, etwa zu Spezialkliniken, finanziert werden. „Diese Fahrten waren ein unwahrscheinlicher Aufwand. Aber ich habe das keinen Tag bereut“, sagt Schmid.

„Der Vorstand setzt sich aus 1. und 2. Vorsitzende/n, Kassenwart/in, Pressewart/in, 1. und 2. Beisitzende/n und Schriftführer/in zusammen. Am 20. März 2019 zur nächsten Jahreshauptversammlung wird der jetzige Vorstand zurück treten und der neue Vorstand gewählt werden. So werden also Personen gesucht, die Lust haben im Vorstand ehrenamtlich mitzuwirken. „Selbstverständlich wird der alte Vorstand in der ersten Zeit mit Rat und Tat zur Seite stehen“, erklärt Schmid. Er gehe nicht davon aus, dass sein Nachfolger das gleiche Engagement wie er an den tag legt, der durch seine verstorbene Tochter ja persönlich betroffen sei. Doch der neue Vorsitzende müsse ein großes Herz haben.

Und Schmid glaubt, dass niemand von außen eine Chance habe, von den Vereinsmitgliedern gewählt zu werden. Wenn das nicht klappt, ist das dann das Ende des Fördervereins? „Auf keinen Fall. Wir haben schon jemanden im Blick. Aber der muss auch gewählt werden.

Wer Interesse an dem Posten hat, der wendet sich an Peter Schmid unter Telefon 04155-5668 oder an die 2. Vorsitzende Marianne Wandschneider unter 04155-2172. Weitere Informationen unter www.rz-foerderverein.de.

Von Florian Grombein

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