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Lauenburg Bürgerentscheid über die neue „Dorfmitte“ in Berkenthin
Lokales Lauenburg Bürgerentscheid über die neue „Dorfmitte“ in Berkenthin
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19:13 15.09.2016

Die Entscheidung der Berkenthiner Bürger am Sonntag über die neue „Dorfmitte“ spaltet nicht nur die Parteien – CDU versus SPD und BWI –, sondern könnte möglicherweise auch Einfluss haben auf die künftige politische Gestaltung des Zentralortes im gleichnamigen Amt.

Denn einer der treibenden Kräfte des Projektes, der Kählstorfer Künstler Tim Adam droht im Falle eines Scheiterns des Projekts an, sich künstlerisch aus der Arbeit für Berkenthin zurück zu ziehen. Auch Gisela Bockholdt, Kulturausschussvorsitzende der SPD und Organisatorin des alle zwei Jahre stattfindenden Stecknitz-Festes, zog in Zweifel, diese Arbeit ohne die Unterstützung Adams fortführen zu können.

Konkret geht es bei der „Dorfmitte“ um die Umgestaltung des Dorfparks beidseitig des Kanals von der Straßen- bis zur Fußgängerbrücke an der Kirche. Der Rundwanderweg soll durch die „Kulturinsel“, einer überdachten Multifunktionsfläche, und ein Rastplatz mit Unterstand aufgewertet werden.

Die Planungen sind schon 25 Jahre alt, aber erst in jüngster Zeit nahm das Projekt Fahrt auf. 2015 wurde es von der Aktivregion Nord als förderfähig eingestuft und dafür 100

000 Euro in Aussicht gestellt. Die ursprüngliche Kostenschätzung lag bei rund 420000 Euro. Dieser Umstand rief aber einige Kritiker – vor allem aus den Reihen der CDU Berkenthins – auf den Plan, die im vergangenen Frühjahr ein Bürgerbegehren auf den Weg brachten und ihr Ziel, einen Bürgerentscheid am kommenden Sonntag, erreichten. Sie habe nichts gegen einen Rundweg am Kanal, „dafür stehen die Mittel ja auch schon bereit“, sagt Susanne Zdunek, eine der Mitinitiatoren des Bürgerbegehrens. Auch habe man nicht behauptet, dass aufgrund dieser Kosten – die Rede war für den ehemals ersten Planungsabschnitt von knapp 217000 Euro – die Turnhalle für die Berkenthiner Schule nicht gebaut werden könne.

„Aber wir haben noch viele andere Projekte auf der Prioritätenliste, wie etwa den Neubau des Feuerwehrhauses“, so Zdunek. Dies sei für sie viel wichtiger als der Dorfpark. „Ich persönlich finde das Projekt einfach überdimensioniert.“

Die Verfechter des Projektes, neben Adam und Bockholdt auch der BWI-Fraktionsvorsitzende Vorsitzende Friedrich Thorn, weisen die „Rechnung“ der CDU dagegen zurück. Es geb keinen ersten Bau- oder Planungsabschnitt, sondern nur noch diesen einen. Und hier beliefen sich die Gesamtkosten auf voraussichtlich 217000 Euro, von denen die Gemeinde nach Abzug der Förderung lediglich 116000 Euro zu zahlen hätte, die sich auf mehrere Jahre verteilten. Zudem erhalte Berkenthin als ländlicher Zentralort jährlich 370000 Euro zur Stärkung des Ortes und der Region. Und mit diesem Projekt würde zweifellos der touristische Aspekt und Wert der Region gestärkt, so Gisela Bockholdt.

Gewählt wird in der Berkenthiner Schule

Der Bürgerentscheid im Sinne der Fragestellung „Sind Sie gegen die Umsetzung des Projektes ,Dorfmitte’ in Berkenthin?“ kommt zustande, wenn die Mehrheit der Wähler die Frage mit „Ja“ beantwortet hat. Wer für das Projekt stimmt, muss mit „Nein“ antworten.

Die Mehrheit der Stimmen muss zusätzlich ein nach Einwohnerzahlen gestaffeltes Quorum ausmachen: Bei 1671 Stimmberechtigten müssen nicht nur die Ja-Stimmen überwiegen, sondern mindestens 335 Ja-Stimmen (= 20 Prozent) abgegeben werden.

Einziger Wahlort ist die Grund- und Gemeinschaftsschule Berkenthin, das Wahllokal dort ist von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Die Verkündung des Wahlergebnis’ wird nach Auszählung aller Stimmen bis spätestens 20 Uhr erwartet.

Joachim Strunk

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