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Lauenburg Büssau: Jetzt ist die Brücke dicht
Lokales Lauenburg Büssau: Jetzt ist die Brücke dicht
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20:12 21.10.2017
Polier Gunnar Franke (29) steht auf dem Gerüst, über das die Versorgungsleitungen verlaufen. Derzeit werden die Spundwände am Ufer befestigt. Anschließend soll die Brücke vom Asphalt befreit werden. Quelle: Fotos: Lutz Roessler
Lübeck/Büssau

Und das, obwohl dort schon jetzt in den Stoßzeiten kein Durchkommen ist. Insbesondere die Malmöstraße ist regelmäßig dicht – Schuld ist unter anderem die Possehlbrücke. Der Rückstau geht bis zum Berliner Platz, die Ausweichstrecken führen über die Geniner Straße und die Kronsforder Allee.

Die schweren Maschinen sind da, die Absperrbaken stehen bereit und die Umleitungsschilder sind aufgestellt. Ab Montag wird die Brücke zwischen Ober- und Niederbüssau gesperrt und abgerissen. Für die Autofahrer bedeutet das noch eine Baustelle mehr in Lübecks Süden.

Bus-Shuttle

120 Jahre ist die Brücke über den Elbe-Lübeck-Kanal alt.

Die Sperrung soll bis Oktober 2018 andauern. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr geplant.

Für Fußgänger ist ein kostenloser Bus-Shuttle eingerichtet.

Für Bernd Corinth bedeutet die Sperrung der Brücke, die über den Elbe-Lübeck-Kanal führt, eine erhebliche Umstellung. Er wohnt direkt am Fuße der Querung, auf der Niederbüssauer Seite. „Die Brücke nutze ich sicherlich acht Mal am Tag. Meine Fahrschule liegt in Moisling, das wird was werden“, stöhnt der 62-Jährige. Künftig muss er einen Umweg über Kronsforde fahren. „Denn über die Kronsforder Allee geht es ja nicht. Spätestens in der Malmöstraße stehe ich Stunden“, glaubt Corinth.

Auch seine Nachbarin Diana Lorenz kennt das Problem: „Letztens habe ich von hier bis zum Sky-Supermarkt in der Kronsforder Allee 90 Minuten gebraucht.“ 5,7 Kilometer ist die Strecke lang, acht Minuten braucht sie dafür normalerweise. Doch seit auf der A 20 gebaut wird, die Untertrave zur Einbahnstraße geworden ist und die Possehlbrücke mit einer Bedarfsampel befahrbar ist, steht Lübeck im Stau. Die Sperrung der Büssauer Brücke wird das nur verschlimmern, sind sich die Anwohner sicher. „Aber sie muss eben auch gemacht werden. Wir wissen seit 16 Jahren davon und werden über alles gut informiert“, halten Corinth und Lorenz dem Wasserstraßen-Neubauamt-Magdeburg zu Gute. Das Amt arbeitet im Auftrag der zuständigen Behörden in Lauenburg.

Bereits seit Mai wird gewerkelt. Ein Gerüst, das als Brücke für die Arbeiter und die Versorgungsleitungen dient, steht bereits. Außerdem sind die Uferbefestigungen mit Hilfe von Spundwänden bereits erledigt worden. „Ab Montag wird die Brücke erleichtert und dann abgebaut“, erzählt Polier Gunnar Franke. „Der Asphalt wird abgefräst. Wenn alles runter ist, kann die dann noch 90 Tonnen schwere Brücke mit einem Kran gehoben werden.“ Sie wird vorerst auf einer Schotterfläche am Kanal stehen und dort zerkleinert und abtransportiert. Doch bis die neue Brücke kommen kann, dauert es noch viele Monate. „Wir rechnen im Mai 2018 damit“, plant Franke. 5,25 Meter wird das Bauwerk hoch sein, rund 75 Zentimeter höher als das bisherige Bauwerk. So müsste sie auch bei einem Ausbau des Kanals nicht erneut angepasst werden. Insgesamt drei Firmen sind vor Ort im Einsatz, doch eine Sperrung bis zum Frühjahr 2019 ist nicht zu vermeiden.

„Mal schnell in den Citti-Park, das geht dann nicht mehr so einfach“, sagt Friedrich Steigerwald. Zur Arbeit und in die Stadt muss er von Niederbüssau aus nicht über die Brücke. „Aber trotzdem nutzen wir sie ab und an, wenn wir nach Moisling wollen“, so der 43-Jährige. Sorge macht er sich um sein Haus. „Schon jetzt fahren einige Lkw zur Baustelle, man spürt das Wackeln im Haus.

Wenn es mehr wird, habe ich Angst, dass es zu Rissen oder anderen Beschädigungen kommen kann“, sagt der Familienvater.

Um Streitigkeiten im Nachhinein zu vermeiden, hat das Wasserstraßenamt eine Beweissicherung in der Schleusenstraße zwischen der Kanalbrücke und der Kronsforder Landstraße angeordnet.

Maike Wegner

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