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Lauenburg Bundespreis für Ratzeburger Burgtheater
Lokales Lauenburg Bundespreis für Ratzeburger Burgtheater
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22:37 24.10.2017
Martin Turowski, Vorsitzender des Filmclubs Burgtheater Ratzeburg, freut sich über den warmen Geldregen aus Berlin. Der Verein erhielt 7500 Euro als Auszeichnung der höchsten Kategorie in diesem Jahr. Quelle: Baumm

„Unsere Arbeit und die konsequente Fortsetzung unseres Konzepts haben sich ausgezahlt“, freut sich der Filmclub-Vorsitzende Martin Turowski. Bereits zwei Mal wurde der Ratzeburger Filmclub Preisträger und erhielt jeweils 2500 und 5000 Euro. Jetzt gab es in Potsdam die höchste Preisstufe von 7500 Euro. Damit wurde in diesem Jahr das Gesamtkinoprogramm ausgezeichnet, während die Preise in den vergangenen Jahren für das Kinder- und Jugendprogramm vergeben wurden. Insgesamt flossen 1,8 Millionen Euro an Kinos in ganz Deutschland.

Mächtig stolz ist der vor mehr als 25 Jahren gegründete Filmclub, der im Burgtheater Ratzeburg angesiedelt ist, auf die Tatsache, dass er der einzige Filmclub dieser Art in ganz Schleswig-Holstein mit dieser höchsten Würdigung für seine Kulturarbeit ist. Sogar die vergleichbaren Einrichtungen in Kiel und Lübeck hatten das Nachsehen. Und: Der Filmclub Burgtheater Ratzeburg ist mittlerweile mit seinen 1059 Mitgliedern der größte seiner Art in ganz Deutschland.

Woher kommt dieser Erfolg? Nicht zuletzt durch den Geist, dass Film ein wichtiger Bestandteil von Kultur ist – wie ihn der Mitgründer und vor etwas mehr als einem Jahr überraschend verstorbene Eduard Wehmeier in den Club hineingetragen hat – ist Turowski überzeugt. Zum Erfolg eines Konzepts gehöre aber genauso wie Beharrlichkeit, Kompetenz und Qualitätsbewusstsein auch der richtige Blick für das Neue.

„Wir haben jetzt mit dem Kurzfilmprojekt begonnen – das war wohl auch ein Grund für die Auszeichnung“, schätzt Turowski. Die Auszeichnung habe den Mitgliedern vor Augen geführt, dass Kultur und Kunst nicht das Gute sei, was keiner verstehe, sondern Qualität auch ein breiteres Publikum erreichen könne.

Damit das so weiter gehe, denkt der Filmclub noch stärker in die Zukunft hinein. So ist für das nächste Jahr ein vierter Kinosaal im Burgtheater geplant.

„Ein besseres Heimkino. Ein bisschen wie ein gemütliches Wohnzimmer für nur wenige Zuschauer“, sagt Turowski. Investiert werden soll auch in die Modernisierung des Foyers. Und zusammen mit der Filmhochschule Wandsbek arbeite man weiter an dem begonnen Kurzfilmprojekt. Und in Kürze gibt es schon ein besonderes Kurzfilmereignis: eine Kurzfilmnacht mit über einem Dutzend Filme am 20. Dezember – dem Tag mit der längsten Nacht des Jahres.

Vierter Kinosaal geplant

Der Kinopreis der Kulturstaatsministerin würdigt in erster Linie die Arbeit von Programmkinos mit hohem künstlerischen Anspruch, was in Ratzeburg seit längerem gegeben ist.

Die Einrichtung eines kleinen Kinosaals wie mit dem vierten in Ratzeburg geplant, kostet etwa 130000 Euro – davon sind alleine 100000 für die aufwendige Wiedergabetechnik in Bild und Ton. Bundesweit gibt es

etwa 4000 Kinos.

 Matthias Wiemer

Auch Ostholsteiner Kinos ausgezeichnet

Großer Erfolg auch für Ostholsteins Kinos: Die Häuser in Oldenburg, Grömitz und Burg auf Fehmarn wurden erneut für ihr Programm ausgezeichnet.

„Filmtheater, die Kino als Gemeinschaftserlebnis anbieten, die sich in der Kinder- und Jugendarbeit engagieren, sich für das Filmerbe einsetzen und der Filmkunst in ihrer ganzen Vielfalt ein Publikum verschaffen – diese Filmtheater erhöhen die Fähigkeit einer Gesellschaft zur Reflexion und Verständigung“, lobte Staatsministerin Monika Grütters. Damit werde gewissermaßen auch „die gesellschaftliche Immunabwehr gegen populistische Vereinfachungen“ gestärkt. Die Ostholsteiner Kinos waren bereits beim Kinopreis Schleswig-Holstein ausgezeichnet worden. Beim Kinoprogrammpreis des Bundes wurden sie nun mit jeweils 2500 Euro bedacht – die Filmbühne Grömitz und das Burg Filmtheater für ihr Kinder- und Jugendfilmprogramm, das Oldenburger Lichtblick Filmtheater für sein Kurzfilmprogramm.

Ausgerichtet wurde die Veranstaltung vom Potsdamer Thalia Programmkino, das im vergangenen Jahr mit dem Spitzenpreis für das beste Filmprogramm ausgezeichnet worden war.

jen

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