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Lauenburg „Busacker der Erste“ ist gestochen
Lokales Lauenburg „Busacker der Erste“ ist gestochen
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12:03 18.04.2018
Der erste Spargel ist gestochen: Tobias Busacker, Spargelherzogin Elin I., Landwirtschaftskammerpräsident Claus Heller und HLMS-Geschäftsführer Günter Schmidt eröffnen auf dem Spargelacker der Familie Busacker die Saison 2018. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Hornbek

„Wir sollten diesen einzelnen Spargel vielleicht Busacker den Ersten taufen und am besten konservieren“, scherzte Kreispräsident Meinhard Füllner am Dienstagmorgen beim offiziellen Anstich auf dem Acker der Familie Busacker in Hornbek. Gerade einmal eine einzige Stange hatte in der Nacht ihren Kopf aus dem angehäuften Boden gesteckt und damit überhaupt erst den Spargelanstich ermöglicht.

„Wir hatten überlegt, ob wir da eventuell etwas stellen. Aber wir haben uns dagegen entschieden. Schließlich gehört die Witterung zum Ackerbau nun einmal dazu“, sagt eine Sprecherin der Landwirtschaftskammer vor den rund 50 Gästen im Hornbeker Dorfgemeinschaftshaus. Entsprechend groß war dann wenig später auch der Auftrieb von Fotoapparaten, Fernsehkameras und Handys um den rund drei Zentimeter aus dem Boden ragenden „Busacker I.“.

Zehn Zentimeter pro Tag

Immer wieder setzt Spargelherzogin Elin I. ihr Werkzeug an, bis die zeigefingerdicke Stange schließlich abgetrennt ist. Routine für die 20-jährige Repräsentantin der Spargelanbauer, die mit dem Anstich in ihre dritte Saison geht. Doch trotz der kalten Tage in den vergangenen Wochen sind die Landwirte zuversichtlich, dass der lauenburgische Spargel mit den kommenden warmen Tagen in großen Mengen seinen sprichwörtlichen Durchbruch feiern und durch die Bodendecke stoßen wird. Immerhin wächst eine Spargelstange bei den entsprechenden Bedingungen pro Tag um die zehn Zentimeter.

Folientunnel für den Wärmekick

Ein Wachstum, das auch von der Familie Busacker als einem der neun Betriebe der Gemeinschaft Lauenburgischer Spargelanbauer sehnsüchtig erwartet wird. Vor sechs Jahren hat der Familienbetrieb aus Müssen den Anbau von der Familie Höltig übernommen. Auf 3,5 Hektar erstrecken sich seitdem ihre Felder. Unter anderem über einen eigenen Hofladen, in dem auch Kartoffeln, Eier aus den beiden eigenen Hühnermobilen, Rhabarber und zahlreiche andere Produkte aus der Region in der Direktvermarktung angeboten werden, wird das edle Gemüse vermarktet. Es ist das erste Mal, dass die Müssener den Spargelanstich ausrichten. Wann und wo welcher Spargel aus dem Boden drückt, ist eine Wissenschaft für sich. Neben den verschiedenen Sorten ist dafür auch die Abdecktechnik mit verschiedenen Folien verantwortlich. Weiße Folien reflektieren die Wärme, schwarze heizen den Boden zusätzlich auf. Und eine Doppeltunnel-Abdeckung mit einer durchsichtigen Folie sorgt für einen wahren Wärmekick. Bis zum 24. Juni wird das edle Gemüse nun wieder auf den Höfen und an Verkaufsständen in der Region frisch vom Feld angeboten. Und auch die Restaurants im Herzogtum Lauenburg räumen dem Spargel eine Hauptrolle auf ihren Speisekarten ein.

Viele Feste und eine Regatta

Die Erntezeit im Herzogtum Lauenburg wird alljährlich gefeiert. So gibt es am 6. Mai ein Spargelfest auf Kaisers Bauernhof in Salem sowie am 27. Mai auf Lödings Bauernhof in Buchholz. Hier, direkt am Ratzeburger See, findet zudem eine Spargelregatta zusammen mit dem Buchholzer Segelverein statt. Sowohl Familie Kaiser als auch Familie Löding bieten ihre vielfältigen Spargelbuffets aus der eigenen Hofküche an.

Alle Termine sowie weitere Informationen rund um das feine Gemüse im Herzogtum Lauenburg gibt es auf www.herzogtum-lauenburg.de

Anstich in Hamberge

Wann startet in Stormarn die Spargelsaison? „Wir haben gestern die ersten vereinzelten Stangen gefunden, und ich denke, dass wir zum Wochenende mit geringen Mengen rechnen können“, sagt Matthias Beeck vom Spargelhof Beeck in Hamberge. Vorausgesetzt, das Wetter spiele mit, müsse sich die Erntemenge auch schnell steigern.

Der Anstich ist in diesem Jahr vergleichsweise spät. „Wir hatten einen komplett anderen März als im vergangenen Jahr, deshalb sind wir jetzt später dran. 2017 war es vier Grad wärmer als der Durchschnitt für März. Dieses Jahr war es im Schnitt zwei Grad kälter. Außerdem ist es seit dem Herbst permanent feucht gewesen, und die Sonne hat gefehlt. Das mag der Spargel gar nicht.“ Zudem habe es aufgrund der vielen Niederschläge Probleme gegeben, die Äcker zu befahren. „Die Dämme wurden deshalb wohl auch etwas feuchter aufgeschichtet, als es optimal gewesen wäre.“ Der Spargel sei so wetterabhängig wie keine andere Kulturpflanze, so der Hamberger Landwirt.

 Holger Marohn

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