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Castor-Nachschub für Krümmels Atommüll

Schwarzenbek Castor-Nachschub für Krümmels Atommüll

Die Gesellschaft für Nuklear-Service liefert zwei Behälter für abgebrannte Brennstäbe. Bis Ende 2017 sollen die restlichen Castoren in Krümmel angekommen und ein Jahr später mit Brennelementen befüllt sein.

Per Fernsteuerung rangieren die Bahnmitarbeiter den Zug mit den Castorbehältern auf das Gelände des Kernkraftwerkes Krümmel. Zuvor mussten erst noch mehrere Leerwaggons abgehängt werden.

Quelle: Holger Marohn

Schwarzenbek. Nur ein leises Quietschen der Bremsen ist zu hören. Dann taucht der Güterzug mit den zwei Castor-Behältern wie aus dem Nichts vor dem Kernkraftwerk Krümmel auf und hält auf einem Abstellgleis vor dem Gelände. Keine Demonstranten, keine Polizei – und selbst das Wachpersonal des Kraftwerkes ist entspannt. Man kennt sich.

LN-Bild

Gesellschaft für Nuklear-Service liefert zwei Behälter für abgebrannte Brennstäbe – Vattenfall macht Kraftwerk strahlenfrei – 2018 alle Brennelemente im Zwischenlager.

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„Wie oft müsst ihr rein und raus?“, lautet die kurze Frage nach der Sicherheitsüberprüfung. „Dreimal“, die noch kürzere Antwort. Nur zu ein paar Metallboxen auf einem der Waggons gibt es eine Nachfrage. Der Rest ist bis auf das Öffnen und Schließen der mit Natodraht bestückten Tore und der Panzersperre aus Stahlbeton routinemäßige Rangierarbeit für die Bahnmitarbeiter. Letztlich seien die noch nicht befüllten Castoren eine Ladung wie jede andere. Nur, dass die Behälter aus Gusseisen mit Kugelgraphit mit ihren jeweils knapp 130 Tonnen Gewicht so schwer sind, dass extra Leerwaggons zwischen sie gehängt worden sind, um Lasten auf den Gleisunterbau nicht zu groß werden zu lassen.

21 Castor-Behälter Typ V/52 der Essener Firma Gesellschaft für Nuklear Service (GNS) werden für den hochaktiven Abfall aus der Stilllegung des Kernkraftwerkes Krümmel benötigt. Mit der Lieferung am Dienstag sind 17 der Hightech-Strahlenschutzbehälter, Stückpreis rund zwei Millionen Euro, in Krümmel. Bis zu 52 Brennelemente passen in einen „cask for storage and transport of radioactive material“, kurz Castor. Allein 20 dieser hitzebeständigen und luftdichten fast 130 Tonnen schweren Transportbehälter aus Gusseisen mit Kugelgraphit werden benötigt, um die gut 1000 derzeit im Lagerbecken stehenden Brennelemente aufzunehmen und in das benachbarte Zwischenlager zu bringen. Ein weiterer, um so genannte Sonderbrennstäbe zum Beispiel aus auseinandergebauten Brennelementen aufzunehmen.

„Die noch fehlenden Castorbehälter sind bestellt. Die Liefertermine stehen“, sagt Kraftwerkssprecher Michael Wenck. Bis Ende 2017 sollen die restlichen Castoren in Krümmel angekommen und ein Jahr später mit Brennelementen befüllt sein. Gelagert werden die Behälter mit dem Atommüll bis ein Endlager gefunden und entsprechend ertüchtigt ist im Zwischenlager neben dem Kraftwerk. Damit wäre das Kernkraftwerk strahlenfrei. Eine Voraussetzung für einen möglichen Rückbau. Ins Zwischenlager hat am Dienstag ein Schwertransporter auch die beiden neuen leeren Castoren gebracht. Die nächsten abgebrannten Brennelemente sollen Ende des Jahres vom Abklingbecken in Castoren umgeladen werden.

Kernbrennstoff

990 bestrahlte Brennelemente mit jeweils 64 verbrauchten oder abgebrannten Brennstäben, gefüllt mit Uranpellets, lagern im Abklingbecken des Reaktorgebäudes. Hinzu kommen zwölf unbestrahlte aber durch die Lagerung im Abklingbecken dennoch radioaktive Elemente. Alle diese Brennelemente sowie einzelne vorhandene Brennstäbe müssen in Castoren verpackt werden.

Vor einer Einlagerung im Castorbehälter müssen die Brennelemente mindestens fünf Jahre abgeklungen sein. Erst dann hat ihre Radioaktivität und damit die Nachzerfallswärme so weit abgenommen, dass sie in den Castorbehälter umgelagert werden können.

152 noch nicht benutzte Brennelemente liegen außerdem noch im Trockenlager. Sie sollen verkauft werden. Allerdings können sie nicht so ohne Weiteres in einem anderen Reaktor benutzt werden. Daher werden die Uranpellets entnommen.

 Holger Marohn

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